Konservativität und Menschlichkeit

Ich sagte Herbst, er solle sich ruhig mal ein wenig mehr wie in den letzten Jahren verhalten. Für meinen Geschmack war er dieses Jahr etwas zu heißblütig. Für jemanden der sonst so konservativ ist, war sein Auftreten in diesem Jahr irgendwie überraschend.

Er sagte: “Konservativ ist ja nichts schlechtes und nichts ist so beständig, wie der Wandel.”

Ich sagte: “Wenn Du noch mehr Phrasen auf Lager hast, dann her damit. Ich bin heute richtig scharf darauf.”
Herbst lachte. Ich sagte: “Was meinst Du denn damit, das Konservativität gut wäre?”
Herbst sagte: “Ach weißt Du, ihr Menschen sucht doch Sicherheit. Die bekommt ihr, wenn ihr nicht überrascht werdet. Solange Du glaubst, dass morgen so wie heute wird, desto weniger Probleme hast Du.
Ein wenig Planungssicherheit ist für die Meisten ein fester Hafen. Sie gibt ihnen Sicherheit. Wenn man jemanden foltern möchte, muss man ihm nur in ein System setzten, welches sich ständig verändert – wechselnd Hell/Dunkel, Wach/Schlafen und Kalt/Heiß. Das hält niemand langer aus.”
Ich sah ihn an und sagte: “Mag ja sein. Aber warum dann dieses Jahr das merkwürdige Benehmen?”
Er sagte: “Ach weißt Du, ab und zu kann man sich doch auch einmal ein wenig Wahnsinn leisten oder?”
Ich sagte: “Du überrascht uns auf jeden Fall mit Deinem Wahnsinn.”

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