Ich sagte Herbst: “Wir müssen das Ganze proaktiv angehen.”
Herbst fixierte mich so sehr mit seinem Blick, dass ich für einen Moment dachte, er würde schielen. Dann sagte er: “Proaktiv für den Arsch. Was meinst Du sollen wir machen? Bei ihr einbrechen?”
Das klang nach einer guten Idee. Natürlich können wir bei Winter einbrechen und schauen, ob wir die Stürme finden. Die Sache hat nur einen Haken – Winter war zur Zeit definitiv und auf jeden Fall zu Hause.
Ich sagte: “Wir können das ja wie folgt machen. Du lenkst sie ab, während ich von hinten einsteige. Je länger du sie beschäftigst, desto länger hab ich Zeit zum Suchen.”
Herbst sagte: “Neben dem Detail, dass Du Dich dort nicht auskennst, könntest du auch nichts mit den Stürmen anfangen wenn Du sie findest. Als Mann bist Du da ganz schön außen vor.”
Mit meinem kalten und logischem Verstand und dem meist ausgeglichenen Temperament, würde ich tatsächlich nicht mit Stürmen umgehen können. Ich kenne zwar ein paar Wirbelwinde, aber ich will nicht unbedingt meine eigene Familie ins Spiel bringen.
Ich sagte: “Und wenn wir es andersherum machen? Ich unterhalte mich mit Winter, während Du nach Deinen Stürmen suchst?”
Herbst nickte und sagte dann: “Eigentlich schon ein Plan, aber gefallen tut er mir nicht.”
Ich sagte: “Was soll denn groß passieren? Wenn sie merkt, dass Du in ihr Zimmer eingedrungen bist, kannst Du ihr ja immer noch vorhalten, dass sie das Gleiche bei Dir gemacht hat.”

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11 Kommentare zu „Proaktive Planung

  1. Hallo, Bob, alter Sack, Danke für Deinen Like zu https://herbertwitzel.wordpress.com/2016/01/02/15-1-2016-rock-and-read/ 😉
    Falls Du in Berlin bist, kannst Du Dich dort ja mal blicken lassen.
    – Deinen Text hier find ich witzig, das Wort „proaktiv“ kannte ich noch gar nicht. Hab wahrscheinlich sowieso mal wieder nur die Hälfte verstanden, kann Dir aber nicht sagen, welche Hälfte. – Der Inhalt erinnert mich ans frühe Hans-Wurst-Theater: Da haben die Schauspieler das Publikum abgelenkt, damit sich im Zuschauerraum die Taschendiebe ans Werk machen konnten …

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    1. Kein Problem wegen dem Like. Das sieht sehr toll aus, was ihr da plant. Ich bin Ruhrpottler und eigentlich bisher immer gerne in Berlin gewesen. Es war jedesmal ein Erlebnis, obwohl ich eigentlich noch viel zu wenig da war.
      Wenn ich es mal wieder schaffe (der letzte Besuch ist schon ca. 15 Jahre her) komm ich vorbei. Kann man Berlin eigentlich für eine Familie mit zwei kleinen Kindern empfehlen?
      Was meinen Text angeht, so hatte ich nie geglaubt, dass gerade der Text (Teil eines kleinen Handlungsbogens und selbständig kaum Überlebenschancen) so viel Beachtung zukommt. Das Wort proaktiv hat es wohl geschafft.
      Dank Dir noch mal und schönen Gruß,
      SAC

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      1. Berlin ist eigentlich wie der Ruhrpott – nur was bei Euch Städte sind, die ineinander übergehen, das sind bei uns die Bezirke, die sich aber auch unterscheiden. (Ich war mehrmals in Duisburg auf Dienstreise.)
        Nord-Neukölln, wo ich wohne, ist eher für Kreative und „Flüchtlinge“ zu empfehlen als für eine Familie mit zwei Kindern.
        Aber solche Bezirke wie Tempelhof, die ruhiger sind, eignen sich ganz gut. Gerade vor drei Tagen hab ich mit nem Familienvater geredet, der in eine Familiengegend gezogen ist am Stadtrand, da haben auch die Nachbarn Kinder.
        Wenn es aktuell wird, dass Du Berlin besuchen willst, dann würde ich mich vorher noch mal schlau machen, wo hier gut sein für Euch ist. Muss ja nicht gleich am 15. Januar sein …
        Jetzt hast Du mich erst mal motiviert, dass ich meine Jahresplanung für „WitZels Bunten ROCK’n’READ-Abend“ endlich fertig mache, die meisten Termine für 2016 sind schon in trockenen Tüchern.

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  2. Liebender Bob

    Dieser multudimensionale Dialog atmospärischer Kräfte
    ist tatsächlich die humorige Spigelung weltweiter Konflikte
    Wenn dies hier Obama Assad Putin die Merkl und der Papst lesen
    werden Sie Es zerknüllen einen Schreikrampf bekommen husten und den vergifteten Apfel
    erbrechen oder daran ersticken und weil Wir das letztere nicht wollen brauchen Sie von Dir noch
    einen Beipackzettel bevor Ich als Diplomat Es Ihnen übermittle

    Du bist eben ein verzeih lachend Alter Sack
    danke
    Dir Joachim von Herzen

    Nachtrag zu oben Doch der Text ist in seiner offenen geschlossenen Dichte ganz allein überlebendig
    gültig weil er pointiert innereigene Egokomplotte herzlich offenlegt
    grins

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    1. Lieber Joachim,
      Dass jemand an meinen Ergüssen stirbt wäre sicherlich nicht wünschenswert. Daher Dank schon mal für die Übermittlung.
      Für den SAC(k) brauchst Du Dich nicht entschuldigen. Das haben meine Eltern beim Verteilen von Namen selbst ausgeheckt. Sie sahen mich und gaben mir die drei Initialen. Ich konnte lediglich noch die Vorsilbe bearbeiten. Ich bin jetzt Dr. SAC(k)!
      Was soll man da noch groß zu sagen?
      Gruß,
      S(ebastian) A(lexander) C. (King Bob)

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  3. Ja wenn das so ist Sebastian
    dann Doktor Sacral
    Ich verspüre schon lachend die heilsame Energie die von Dir ausgeht
    Schließlich ist die ärzliche Kunst die ältese auf Erden seit der Zwiespalt
    Sich zwischen Unsere Herzen gezwängt

    danke Dir Du vielnamiger Mensch
    Joachim von Herzen
    Der Knappe des Königs

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    1. Hallo Joachim,
      Ein Schmunzeln kann ich mir jetzt nicht verkneifen, denn das Metier des Heilers könnte mir nicht ferner liegen.
      Meine Gilde ist eher die der Giftmischer, was vielleicht die vielen Spritzen meines Humors erklärt.
      Wichtig ist mir aber immer, dass die Chemie stimmt. Hoffe, dass ich nie ätzend werde.
      Herzlichen Gruß,
      SAC

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