Gedanken Kino

Herbst ging seinen Gedanken nach. Er ist einer dieser Typen, denen man beim Denken zusehen kann. Seine Mine änderte sich ständig und er murmelte leicht. Zum Teil benutzte er neben der monologen Mimik auch eine Art Gestik, die an Theatralik so einiges zu bieten hatte.
Vor ein paar Tage stand er im Zimmer und schritt den Raum von oben nach unten ab. Er bewegte im Takt seiner Schritte, den Zeigefinger, den er erhoben hatte, von oben nach unten und wieder zurück. Dabei bewegten sich seine Augenbrauen, wie Raupen auf Speed.
Ich will ja nicht sagen, dass er sich dabei zum Affen machte, aber auf der andern Seite hätte man fast Eintritt dafür fordern können.
Jetzt war er augenscheinlich besorgt. Oder auch nicht – seine Mine wechselte ständig und fließend. Manchmal lachte er sogar.
Nach vielleicht 10 Minuten sagte er: “OK, der Plan ist gut.”
Damit hatte er mich ein wenig überrascht. In der gesamten Wartezeit, die er brauchte um seinen Ideen nach zu rennen, hatte ich ganz vergessen, über was wir uns vorher unterhalten hatten.
Ich sagte daher: “Welcher Plan?” Er sagte: “Ich steige ein und Du lenkst Winter ab.”
Ich sagte: “Ach der Plan. Ja der war gut.”
Er sagte: “Wann machen wir es?” Ich sagte: “Warum nicht gleich morgen, dann haben wir es hinter uns. Du weißt doch wo Winter wohnt?”
Er sagte: “Ich werde es herausfinden. Bis morgen habe ich die Adresse.”
Wir verabredeten uns und gingen nach Hause. Dort angekommen war ich stark verwundert, warum ich schon so früh zurück war.

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4 Kommentare zu „Gedanken Kino

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