Stille Nacht mit Winter

Meine Familie und ich, saßen harmonisch um den Baum herum, als es klingelte.
Meine Frau verdrehte die Augen und sagte: »Sag mir jetzt bitte nicht, dass es diese merkwürdige Person ist.«
Ich sagte ihr, dass ich nichts dagegen machen konnte. Sie war nun einmal da und sie hang mir am Hals, ob ich wollte oder nicht.
Als ich öffnete, lehnte Winter sich gegen den Türrahmen und pfeilte ihre Nägel. Sie sah noch nicht einmal auf, um mich zu begrüßen.
Als ich die Tür gerade zuschlagen wollte, war sie mit zwei kleinen Schritten eingetreten.
Sie schritt durch den Raum und rümpfte die Nase über den Weihnachtsbaum, der in der Ecke stand.
Sie sagte: »Wie armselig ist dass denn?«
Ich sagte: »Ich habe Dich nicht eingeladen, also kannst Du mir wenigstens die blöden Kommentare ersparen.«
Sie sagte: »Soweit ich mich erinnern kann, sparst Du sie Dir ja auch nicht. Auf alle meine Fragen kommen blöde Antworten, mein Junge, als ob ich mir das bieten lassen müsste.«
Mit einer Handbewegung schleuderte sie ein paar Geschenke von der Couch und ließ sich anschließend auf den freigemachten Platz fallen.
Ich musste zweimal blicken, bis ich ihr Lächeln wahrnahm. Sie schaute durch die Fenster nach draußen und war anscheinend recht glücklich.
Ich sagte: »Kann ich irgend etwas gegen Dich tun?«
Sie sagte: »Ihr Kreaturen seid immer so glücklich an diesen Tagen.«
Soweit ich weiß, hatten die meisten Menschen entweder Stress oder Depressionen. Leise rieselt der Schnee bestimmt gerade auf eine Leiche. Von »Stiller Nacht« kann man bei dem Geschrei der Familie in der Wohnung unter uns auch nicht mehr sprechen.
Ich sagte: »Dann hast Du Weihnachten bestimmt noch nie in einer Familie verbracht.«
Sie sagte: »Eigentlich will ich das auch gar nicht. Sonst würdet ihr mir meinen Glauben an eine frohe Weihnachtszeit auch noch nehmen.«
Dann stand sie auf und sagte: »Für heute lass ich Dich in Ruhe. Aber morgen komm ich vorbei und will einen Braten essen.«
Als sie die Wohnung verließ sah ich, wie meine Frau ihren Zeigefinger an den Kopf steckte und so tat, als würde sie eine Schraube festdrehen.
Ich glaub, ich werden morgen kochen müssen.

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