Romane und keine Ende

Winter sagte: »Und wie bist Du wieder angefangen?«
Ich sagte: »Ich habe ein Hobby gesucht, welches ich neben Job, Familie und Fernsehen ausüben kann. Da ich nicht unbedingt sportlich genannt werden kann, suchte ich etwas weniger Schweißtreibendes. Es war mir eigentlich sofort klar, was es werden sollte.«
Winter nickte und sagte: »Was dann?«
Ich sagte: »Natürlich wagte ich sofort den Schritt zum Roman. Ich stellte jeden Tag einen Text ins Internet.«
Ein Lachen erklang und Winter sagte mit spitzem Ton: »Tolle Innovation.«
Ich sagte: »Schon damals kein Novum – und das Ding war schwer wie Blei und ungefähr genauso gut verdaulich.

Was ich nicht wusste war, dass ich alle Anfängerfehler gleichzeitig beging. Ersteinmal hatte das Ding zu viele Perspektiven, dann einen zu großen Umfang – der Roman war zu ambitioniert. Man sollte erst beim dritten Roman hoffen, dass er etwas Besseres wird. Gerüchte besagen, dass Harry Potter der fünfte Roman der Autorin war. Die anderen waren so schlecht, dass sie nie das Licht der Sonne gesehen haben.

Der zweite Roman, den ich während des NaNoWriMo schrieb, war etwas leichter und bekömmlicher. Allerdings noch weit weg von guter Literatur.
Auch dieser Roman landete in Scheibchen im Internet und ist bis heute einsehbar. Allerdings warne ich jeden – bisher gab es nur sehr wenige, die das Ding bis zum Ende gelesen haben. Die Meisten sind vorher eingeschlafen.
Ein Jahr später schrieb ich die zweite Geschichte, die zu ⅔ fertiggestellt auf der Festplatte habe. Es ist immer noch nicht gut genug, um es zu veröffentlichen.«
Winter sagte: »Und da hast Du die Romane aufgegeben?«
Ich sagte: »Pustekuchen. Ich hab noch einen in der Mache. Allerdings ist die Handlung in ca. der Mitte des Buches, d.h. an dem Punkt an dem ich jetzt angelangt bin, etwas zäh.«
»Du hast keine Idee, wie es weitergeht?« »Doch, ich weiß genau wie es endet aber nicht, wie ich dahin komme.«
Sie sagte: »Blöd«
Ich sagte: »Du sagst es.«

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7 Kommentare zu „Romane und keine Ende

    1. Muss Winter gelegentlich mal fragen, ob sie überhaupt einen
      Bikini hat. Ich glaub, dass sie auf Grund ihres Berufs sowas kaum kennt.
      Aber wer weiß – auch in der Karibik ist mal Winter. Ups bzw. auch Winter muss mal in die Karibik.
      Manchmal machen mich die Jahreszeiten doch leicht schusselig…

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    1. Zeit ist nie das Problem. Du brauchst nicht lange pro Tag, Du musst es nur regelmäßig machen. Das ist genauso wie jede andere Routine. Anstelle von Fernsehen kannst Du am Abend auch mindestens ne halbe Stunde schreiben.
      Der Rest kommt von allein…

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