Sport und ich auf getrennten Wegen

Winter sagte: »Was war das mit Dir und Sport?«
Ich sagte: »Ich bin so gelenkig wie eine Eisenbahnschiene und habe so viel Treffsicherheit, wie eine Sprenkleranlage. Leider sind meine Eltern wesentlich talentierter und kamen auf die Idee, dass der Junge unbedingt in dem mitgegründeten Tennisverein den weißen Sport lernen musste.
Das Ende vom Lied war, dass ich sieben Jahre Tennis gespielt habe. Alles natürlich mit eher ernüchternden Erfolgen. Nach sieben Jahren Anfängerkurs wurde ich von einem Typ unterrichtet, der mit mir angefangen hatte. Zum Glück war dieser Trainer so gnädig meinem Vater darum zu bitten, nie wieder Geld in mein Training zu investieren. Ich glaub der Kerl hat damals dabei geheult.
Meine erste Tränerin hielt mich schon für ein Unikat. Sie sagte zu meinen Eltern, dass sie noch nie einen Schüler gehabt hatte, der nach nur zwei Minuten fragt, wann denn endlich Schluss wäre.«
Winter sah an mir hinab und sagte: »Sport würde Dir sicherlich nicht schaden.«
Ich beachtete ihre Beleidigung einfach nicht und sagte: »Das Einzige was ich gerne machte, war Schwimmen und Skifahren. Allerdings immer darauf bedacht, nicht allzu sehr zu schwitzen.«
Winter sagte: »Das war beim Schwimmen sicherlich schwierig.«
Ich sagte: »Tanzen fand ich auch immer gut. Mein Tanzlehrer sagte immer zu mir: ›Junge Du hast den Rhythmus im Blut – aber wisch es bitte hinterher von der Tanzfläche, bevor jemand ausrutscht.«
Winter verdrehte nur die Augen.

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15 Kommentare zu „Sport und ich auf getrennten Wegen

  1. Haha, herrlich! Ich habe am Montag nach dem Tennistraining festgestellt, dass ich weniger Sport treiben sollte. Meine Beine waren danach so schwer, dass ich nicht mehr zwischen Fleisch und Blei unterscheiden konnte. Tanzen allerdings finde ich nicht so toll. Zumindest den traditionellen Tanz – es ist nicht so, dass ich nicht musikalisch wäre, nein, aber ich verabscheue diese ganze Tradition von Frau und Mann und das Förmliche daran („Alles muss sitzen!) Freestyletanz liebe ich hingegen – weil man sich da so schön zum Affen machen kann. 😀

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    1. Meine Eltern waren immer überzeugt, dass Ballsportarten wirklich toll sind. Bei einem Sohn, der dank Knick in der Optik (oder was weiß ich denn), überhaupt kein Talent zum Zielen hat, war das wohl nicht so toll. Ich wollte immer schwimmen gehen oder Karate oder sowas – das wollten allerdings meine Eltern nicht. Das war ihnen viel zu gewalttätig. Als ob Fußball oder Tennis pazifisch wären.
      Ich kann mir nur dadurch meinen großen Abscheu vor Sport erklären.

      Na ja – oder ich bin einfach zu faul…

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      1. Ja. Eltern wählen die Hobbies aus… das habe ich nie verstanden. Wobei Tennis wirklich gefährlich ist: Ich glaube einzig und allein durch die gnadenlos straffen Schüsse meines Trainers bin ich so unglaublich schreckhaft geworden. Meistens reagieren dann meine Reflexe. Ich mochte Reiten früher, aber dann wurde mir das zu langweilig, ich wollte lieber Tennis, jetzt wird mir dieses wiederum unsympathisch weil in diesem Verein nur geldgeile Poser zu finden sind… ich bin, nun ja, recht schnelllebig.

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      2. Ich kenne Leute, die alle paar Jahren ihren Job wechseln und dabei auch glücklich sind. Für mich wäre das nix. Etwas mehr Sicherheit ist mir lieber. Aber Hobbys kann man schon mal ändern.

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