Es dauerte, bis wir am Zug waren. Bemerkenswerter Weise wartete dieser die gesamte Zeit auf uns.
Als wir zurück im Abteil waren, sagte ich: »Wie viele Wohnungen von Natur müssen wir noch aufsuchen?«
Winter schüttelte nachdenklich den Kopf. Dann sagte sie: »Ich glaub, dass aller guten Dinge drei sind.«
Ich grinste und sagte: »So wie bei den Jahreszeiten?«
Das Gesicht von Winter verfinsterte sich. Sie sagte: »Ich habe keine Lust, mich durch all die Behausungen meiner Mutter zur quälen. Eigentlich hat sie nur ein paar, die sie häufiger frequentiert.«
Ich sagte: »In Romanen und Filmen ist es üblich, dass der Held ein paar mal scheitert, bis er endlich zum Ziel kommt. Diese sogenannten ›Try-Fail-Cycles‹ sind das Salz jeder guten Geschichte.
Allerdings streiten sich die Gelehrten darüber, wie oft der Held scheitern muss. Einige schwören auf drei, andere auf vier Mal und einigen kann es gar nicht oft genug sein. Schließlich lassen sie den Helden so sehr daran zerbrechen, dass das Scheitern vorprogrammiert zu sein scheint und dann klappt es plötzlich doch noch.
Das Scheitern ist aber ein wichtiger Schritt und sollte niemals ausgelassen werden.«
Winter sagte: »Mir reichen zwei Mal. Das Dritte muss klappen. Ich habe wirklich keine Energie das länger durchzustehen.«
Ich sagte: »Trotzdem solltest Du doch davon reden, dass alle guten Dinge vier sind.«
Winter sagte: »Spare Dir Deine guten Ratschläge.«

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4 Kommentare zu „Try-Fail-Cycles

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