Noch bevor ich einen weiteren Gedanken fassen konnte, wurde der Zug langsamer. Das Bremsen erhob mich ganz leicht aus dem Sitz.
Winter sah mir in die Augen und sagte: »Alle guten Dinge sind drei.«
Ich sagte: »Mach Dir nicht zu große Hoffnungen. Wenn man etwas sucht, findet man es in der Regel nicht so schnell.«
Winter sah mich an. Ihre Augen waren zu Schlitzen verengt. Diesmal war ich mir keiner Schuld bewusst.
Mit den Achseln zuckend sagte ich: »Es ist nicht gut, wenn man sich zu viel Hoffnung macht.«
Sie sagte: »Ich mache weder mir noch jemand anderen Hoffnung. Wenn meine Mutter nicht hier ist, dann gehe ich davon aus, dass sie nicht gefunden werden will und breche die Suche ab.«
Ich sagte: »Das kommt mir irgendwie nicht richtig vor. Wenn man etwas wirklich will, sollte man mehr als nur drei Versuche in Kauf nehmen.«
Während sie sich erhob, sagte sie: »Aus Prinzip gebe ich nur drei Warnungen. Wer diese drei Warnungen ignoriert, muss mit den Konsequenzen leben. Schließlich bin ich nicht die Wohlfahrt.«
Ich sagte: »Das sehe ich ähnlich. Wer es bis dahin nicht hören wollte, der wird es auch nach dem zehnten Mal nicht hören. Das sind aber zwei verschiedene Paar Schuhe. Wenn man verstecken spielt, dann sollte man suchen.
Wer nur ein paar Runden aushält, ohne die Leute gefunden zu haben, der hat verloren.«
Winter sah mich sehr ernst an und sagte: »Ich werde meine Mutter niemals gewinnen lassen.«
Ich sagte: »Das ist die Einstellung, die ich hören wollte!«

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