Träume

Als ich am nächsten Morgen aus der Haustür kam, erwartete mich Winter.
Sie hatte sich eins ihrer weißen, fließenden Kleider angezogen, die ein wenig nach Hochzeit aussahen und wirkte ausgeruht.
Mit einem Lächeln sagte sie: »Was machst Du heute, Junge?«
Ich sagte: »Das Selbst wie die meisten Tage. Ich gehe arbeiten. Irgendwer muss ja das Geld verdienen.«
Winter sah mich ungläubig an, als hätte ich etwas verdammt Dummes gesagt. Sie sagte: »Darum gehst Du arbeiten?«
Ich sagte: »Es gab mal früher das Ziel, mein Hobby zum Beruf zu machen. Natürlich wäre ich gerne Schriftsteller geworden oder Rock-Star. Wer träumt da nicht von?«
Winter lachte trocken und sagte: »Das sind die typischen Träume meines Vetters Morpheus. Der macht sich ein Spaß daraus, euch Menschen solche Ziele in den Kopf zu pflanzen.«
Ich sagte: »Muss ein spaßiger Geselle sein.«
Sie sagte: »Glaub mir, er ist spaßiger als Frühling. Du solltest Dich vor ihr wirklich in Acht nehmen. Sie kann ziemlich übertreiben.«
Ich sagte: »Den Sandmann kenn ich nur aus dem Comic. Wie ist er denn so?«
Winter sagte: »Neben seinem Spaß an seinem Job, ist er ein großartiger Geschichtenerzähler.«
Ich sagte: »Das wäre ich auch.«
Winter lächelte und sagte: »Vielleicht solltest Du mehr träumen und weniger leben.«

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9 Kommentare zu „Träume

  1. Es gibt so viele Menschen, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie definitiv mehr träumen und sich nicht so sehr vom Leben ablenken lassen sollten! Warum denn die Fantasie einsperren, die hält wunderbares für uns bereit. Wenn wir sie lassen.

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  2. Aber sind denn Leben und Traum so klar voneinander zu trennen? Gehören sie nicht zusammen? Ist der Traum nicht nur eine Parallelwelt zum Leben, also genauso Realität wie die scheinbar wirkliche „Realität“?
    Warum dann nicht in der wachen Realität, sowie in der geträumten Realität das machen, was man wirklich will? Wie kann die wache Realität sonst DEIN Leben sein?

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    1. Leben / Traum – ich werde gerade schwindelig. Es würde mir nicht unbedingt gelingen, meine Träume zu leben, da ich fast grundsätzlich nicht der Protagonist meiner Träume bin. Meist sehe ich anderen Leuten bei der Handlung zu. Da erkennt man schon recht leicht, was Traum ist und was Realität. Nur in der einem bin ich der Ich-Erzähler. 😉

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      1. Du klingst wie der geborene Schriftsteller. Selbst in den Träumen ein Beobachter. 😉
        Aber sehr interessant. Ich finde mich meist als Protagonist wieder, aber mehr in meinen Augen, als in denen anderer. Also wahrscheinlich wie im echten Leben.
        Träumst du gern? Kennst du dich mit luzid träumen aus? Sehr coole Sache, rückt dich vielleicht von einem Zuschauer mal in die Position des Handelnden. Wer weiß, vielleicht würde es dir ja gefallen.

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      2. Ich träume unendlich gerne. Zwei Mal waren schon die Handlung für ein ganzes Buch dabei (leider mit Schwächen im Mittelteil, was ich erst bemerkte, als ich es schreiben wollte)..,
        Allerdings träume ich nur sehr selten. Wahrscheinlich hab ich auch so eine Schlaf Abnoe (oder so – ich schnarche halt viel und laut).

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      3. Jetzt hat doch glatt das Internet die Frage abgeschickt, bevor ich zu Ende war.
        Ne das mit dem luzid bekomm ich nicht hin. Weiß aber auch nicht ob das geht mit dem Schnarchen und so. Muss einfach mal ein paar Kilo abnehmen…
        Aber in meine Träume bewusst eingreifen, das habe ich schon mehrmals geschafft. An Alpträume kann ich mich nicht erinnern. Bis auf den, den ich als Kind hatte – aber darüber schreibe ich hier bald mal einen Text (kann allerdings dauern…) 😉

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