Aus der Traum

Frühling sah mich an und sagte: »Herbst scheint uns aus seinem Traum geschmissen zu haben.«
Ohne den Vorwurf aus meiner Stimme zu entfernen, sagte ich: »Wahrscheinlich hast Du ihn ein wenig zu viel geärgert. Ich habe sowieso keine Ahnung, wie diese Träume funktionieren.«
Frühling sagte: »Bisher hatte ich auch keine Ahnung. Aber ich muss sagen, dass es mir Spaß gemacht hat. Wir sollten das wiederholen.«
Ich sagte: »Die Chancen, dass uns Morpheus noch einmal in einen Traum lässt, sind wahrscheinlich so realistisch, wie einen Islamisten auf einer Play-Boy-Party anzutreffen, der sich in einer Ecke mit dem Papst unterhält.«
Frühling lachte und sagte: »Dann müssen wir wohl selbst lernen in anderer Leute Träume zu kommen. Im Schlaf ist doch alles möglich.«
Ich sagte: »Seine eigenen Träume aktiv zu gestalten ist möglich, allerdings nicht trivial.«
Frühling sagte: »Du klingst wie langweiligstes Bildungsfernsehen kurz nach Acht.«
Ich sagte: »Bisher ist es mir selten geglückt, aber einmal hab ich tatsächlich mal einen Typen, der meinen Traum zu einem Alptraum werden ließ, an meinem ausgestreckten Arm nach oben gehalten und ihn angebrüllt, dass es mein Traum wäre und er sich gefälligst zu verpissen hätte.«
Frühling sagte: »Meine Träume gestalte ich grundsätzlich aktiv. Ich kann Dir ja jetzt ein paar davon zeigen.«
Ich sagte: »Du weißt genau, dass ich auf Deine Scherze nicht stehe. Außerdem haben wir uns doch darauf geeinigt, diesen Mord aufzuklären.«
Frühling sagte: »Dazu habe ich jetzt überhaupt keine Lust mehr. Wenn Du das machen möchtest, dann kannst Du das auch alleine machen. Ich werde mich dann um Lustigeres kümmern.«
Ich sagte: »Wie kommen wir denn aus diesem dunklen Raum raus?«
Frühling sagte: »Wach erst einmal auf.«
Erschrocken riss ich die Augen auf. Wir saßen in meiner Wohnung auf der Couch und sahen uns an.
Dann nickte mir Frühling zu und ging.

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4 Kommentare zu „Aus der Traum

  1. Haha! Das erinnert mich an eine Sendung über Klarträumen neulich im Bildungsfernsehen. Die war ganz OK. Aber irgendwie auch bißchen verkrampft. Die Beteiligten drückten sich nämlich krampfhaft darum den eigentlichen Sinn der Übung klar zu benennen: Fliegen&Ficken. Und vorher die Alptraumwesen ordentlich vermöppen. Oder alles gleichzeitig..? Muß das mal mit Frühling bereden…

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      1. Ich glaub die hab ich schon mal getroffen. LSA, also LSD ohne zwei Ethylgruppen. Die liefernde Pflanze heißt passender weise Hawaiian Baby Woodrose. Und die Wirkung ist so schön, dass ich mich nicht traue, das nochmal zu machen. Wer da verarscht wird, ist nicht mehr in der Lage, sich zu beschweren.

        Gefällt 1 Person

  2. Liebender Sebastian

    Frühling müsste eigentlich Bauarbeiterin sein so wie Sie mauert
    Denn luzide Träume sind die Methaphysik unserer sogenannten Realität
    Wer von Uns kennt die Wirklichkeit aus eigenem Erleben
    Ist Sie eigentlich konservativ oder nur Katholikin
    Nun was mich betrifft erlebe ich die Traumsphäre als um einiges wahrhaftiger
    als die Seifenopern und Schmierenkomödien hier in der dritten Dimension
    Also lass Dich nicht ins Boxhorn jagen im Vertrauen sag an was ist ein Boxhorn
    wo ich mich doch gerade dabei ertappe eine Phrase zu bemühen
    Die „Rote Pille“ wirkt noch immer und ich habe bald ja schon heute Nacht
    Eine Verabredung mit dem Orakel und frage Sie wer denn den unsäglichen Mord
    begangen hat…

    dankenswert
    Dir Joachimsherz

    Gefällt 2 Personen

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