Ich stand in dem kleinen Büro, in dem wir unsere Ermittlungen angefangen hatten. Maria, mit ihrer nahezu rechteckigen durchtrainierten Figur, saß hinter ihrem Schreibtisch und war in den Bildschirminhalt vertieft.
Hinter ihr stand Frühling und lachte hinter vorgehaltener Hand.
Ich sagte: »Was ist denn so lustig?«
Frühling sagte: »Sie guckt sich Hochzeitbilder von Promis an.« Dann bog sie sich vor Lachen.
Durch die Tür, vor der ich stand, vernahm ich die bekannte Stimme von Winter. Sie sagte: »Das kann ja ein heiterer Traum werden, wenn er mich an vergangene Zeiten erinnert und meine Schwester darin vorkommt.«
Sie ging an mir vorbei, ohne auf mich zu achten, und baute sich vor Frühling auf. Maria sah überrascht nach oben, schien allerdings nur Winter wahrnehmen zu können.
Frühling sprang zunächst auf der Stelle in die Luft und dann ihrer Schwester um den Hals.
Ich sagte: »Als ich euch das letzte Mal zusammen gesehen habt, war euer Verhalten wesentlich kühler.«
Frühling sagte: »Da war auch noch Winter. Außerdem weiß sie ja nicht, dass wir uns absichtlich in ihren Traum geschmuggelt haben. Ich kann Ihr also ein schlechtes Gewissen einreden und mich positiver darstellen.«
Winter sah mich an. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ihr Blick durch mich durch ging. Allerdings war ich mir sicher, dass sie wusste, dass ich im Raum stand.
Ihre Stimme klang kalt, als sie sagte: »Ihr habt euch absichtlich in meinen Traum gehackt?«
Frühling sagte: »Ach ich glaub, sie kann uns hören. Herbst konnte das nicht.«
Ich sagte: »Da sie uns wahrnehmen kann, wäre es nett, wenn Du nicht weiterhin von ihr sprichst, als könnte sie uns nicht hören. Das könnte sie eventuell als unfreundlich beurteilen. Aus Erfahrung kann ich mir gut vorstellen, was dann passiert.«
Zu Winter gewandt sagte ich: »Hallo Winter.«
Winter sagte: »Ich würde Dir gerne die Hand geben, aber ich kann Dich nicht sehen. Ich kann nur hören, was Du sagst. Soweit ich mich erinnere, ist das kein großer Verzicht, sonder eher ein Vorteil. Es ist aber trotzdem dubios.«
Ich sagte: »Wir wollen wissen, was Du damals bei Deinen Ermittlungen im Fall der alten Frau gemacht hast.«
Winter setzte sich an einen freien Schreibtisch und blickte verwirrt in meine Richtung. Sie sagte: »Da gibt es kaum etwas zu erzählen. Das hatte ich Dir doch schon klar gemacht.«

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