Grenzenlose Langeweile

Sommer versprühte erneut eine Flut kleiner Chips-Partikel über sein Hawaii-Hemd. Er verströmte dabei die gleiche Anmut, die ein Elefant während seines Bades in mir erweckte. Seine struppigen Haare fielen ihm immer wieder in die Augen. Er wischte es dann mit einer lässigen Handbewegung aus seinem Sichtfenster.
Ich sagte: »Ihr müsst doch schon verdammt lange auf diesem Planeten rumhängen.«
Sommer nickte und blickte mir in die Augen. Er zog die Brauen hoch und zuckte mit den Schultern.
Ich sagte: »Wie kommt es, dass Du Dich immer noch für Menschen interessierst? Bisher hatte ich das Gefühl, dass euch die Menschheit reichlich egal ist. Eigentlich waren Deine Geschwister und der Rest Deiner Verwandten eher negativ auf uns zu sprechen.«
Ein paar Minuten musste ich mich gedulden, bis Sommer den Mund leer genug hatte, um mir antworten zu können.
Er sagte: »Ich mochte die Menschen schon immer. Sie sind ein lustiges Volk und nach Jahrmillionen ohne Bewusstsein und der Möglichkeit sich mal zu unterhalten, sehe ich in euch, eine perfekte Gelegenheit sich abzulenken.«
Erneut wanderte seine Pranke in die Tüte. Wenn er in der gleichen Geschwindigkeit weitermachte, müsste das Ding bald leer sein.
Ich sagte: »Es muss langweilig gewesen sein, so lange ohne Gesprächspartner zu leben.«
Sommer nickte.
Es war wenig sinnvoll, sich weiter mit ihm zu unterhalten, solange er die Tüte umklammert hielt, als wäre sie der Heilige Gral.
Ich ging in die Küche, um mir einen Tee zu machen.

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