Einkauf

Vor der Stadt war ein Supermarkt der besonders günstigen Sorte. Zwischen den Regalen wirkte Sommer genauso verloren, wie ein Eisbär in der Sauna. Er trottete von einer Ware zur anderen, nahm ab und an etwas in die Hand, prüfte die Aufschrift und legte es dann ruckartig wieder zurück.
Er sagte: »Was ist das denn hier?«
Ich sagte: »Ein Supermarkt.«
Er sagte: »Kann mich nicht daran erinnern, mal in einem gewesen zu sein. Warum sieht das hier alles so billig aus?«
Einen Wein aus dem Regal nehmend sagte ich: »Das scheint nicht nur so, es ist auch preiswert. Man erreicht diese Preise nur, in dem man Lagerbestände aufkauft. Diese werden dann ohne viel Marketing und Produktmanagement eingefrachtet.
Das ist gar nicht so schlecht für den Kunden.«
Sommer sagte: »Die Wirtschaft wird es lieben.«
Ich sagte: »Soweit ich weiß, haben einige Wirtschaftszweige stark daran zu kämpfen. Ein Typ von Henkel sagte mal, dass man weltweit ihre Waschmittel für einen wesentlich höhren Preis verkauft. Nur in Deutschland machen die Supermärkte den Gewinn kaputt. Aus dem Grund versucht man auch, dieses Konzept in andere Länder zu exportieren.«
Sommer gähnte. Er blickte mich mit großen Augen an und sagte: »Das waren jetzt zu viele Informationen. Ich glaube, ich schlafe gleich ein, wenn Du mich weiter mit so einem Müll quälst.«
Ich sagte: »Du hattest danach gefragt, also beschwer Dich nicht.«

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3 Kommentare zu „Einkauf

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