Ungebetener Besucher

Er stand vor einem Reihenhaus und blickte zur Haustür. Das Haus sah aus, als hätte es beide Weltkriege erlebt, und wäre bisher nicht einmal renoviert worden.
Die Tür war irgendwann einmal lackiert worden. An vielen Stellen war die Farbe abgeblättert, an anderen Stellen hing sie in Lackstücken wie Birkenrinde in alle Richtungen.
Ein Blick zu den benachbarten Häusern zeigte, dass der Eindruck des extremen Alters dieses Anwesens, auf keinen Fall stimmen konnte. Die Gebäude konnten erst kürzlich fertiggestellt worden sein.
Sommer konnte erkennen, dass einige Häuser noch nicht einmal bezogen waren.
Er schüttelte den Kopf und ging auf die Tür zu.
Die Klingel sah gefährlich aus. Blanke Drähte hingen aus der Wand und waren nur notdürftig am Gehäuse befestigt.
Sommer näherte seinen Finger sehr vorsichtig dem schwarzen Knopf. Als er ihn endlich drückte, konnte er von drinnen keine Geräusche hören.
Er schüttelte erneut den Kopf.
Einige Minuten vergingen, in denen rein gar nichts passierte. Dann drückte Sommer den Knopf mit wesentlich mehr Elan.
Minuten verstrichen, in denen Sommer von einem Bein auf das andere wechselte.
Dann schlug er mit der Faust gegen die Tür.
Das Holz gab einen merkwürdigen Klang von sich. Es erinnerte an einen nassen Waschlappen, den man mit voller Wucht gegen die Wand schlug.
Von drinnen konnte man eine Stimme hören.
Die Tür öffnete sich von allein und gab einen dunklen Flur frei.
Sommer blickte sich noch einmal draußen um, bevor er das Haus betrat.

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