Ali schüttelte den Kopf und sagte: »Das ist ein Himmelfahrtskommando.« Trotzdem nahm er eins der Geräte und gab es mir.
»Dich interessiert zu sehr, was passiert, wenn man es benutzt.«
Er nickte und gab Herbst das Zweite. Dann schaltete er seinen Computer an.
Das Hintergrundbild zeigte ihn, in einer innigen Umarmung mit Judith, wie sie beiden vor dem Eiffelturm standen und extrem verliebt aussahen. Als ich es sah, musste ich lächeln.
»Ich werde von hier eure Reise begleiten. Allerdings weiß ich nicht, wie viel ich davon aufzeichnen kann. Die Dinger sind per WLan mit meinem Netzwerk verbunden und es war schwer überhaupt die Verbindung zwischen Rechner und Interface herzustellen. Ich musste zunächst einen HTML Client installieren. Der USB-Anschluss ist letztlich nur eine Stromzufuhr. Ich hätte die Dinger auch gleich an die Steckdose anschließen können. Jedoch war mir die Sache zu suspekt. So können keine tödlichen Ströme fließen.«
Mit einem Kopfschütteln sagte Herbst: »Uns wird schon nichts passieren. Wie funktionieren die Dinger überhaupt?«
»Sie sind vollständig autark. Als ich sie zum ersten Mal ans Netz angeschlossen habe, haben sie sich eine riesige Datenmenge gekrallt. Anscheinend ist irgendwo eine Art Betriebssystem hinterlegt, auf das die Hardware automatisch zugreift. Woher die Daten jedoch stammten, konnte ich nicht ermitteln. Ich habe keine Ahnung, was da vor sich ging. Mein Rechner meldete mir nur, dass sie jetzt einsatzbereit sind.«
Herbst legte sich das Stirnband auf die Schläfen und wartete gespannt darauf, dass irgendetwas passierte. Als nach ein paar Sekunden immer noch keine Reaktion eintrat, sagte er: »Was ist jetzt?«
Ali schmunzelte und sagte: »Du musst das Ding auch noch anschalten. Allerdings wäre es ratsam, sich vorher hinzusetzen.«
Ich war noch unentschlossen und sagte: »Hast Du nicht doch noch etwas über die Funktionsweise herausbekommen?«
»In der letzten Zeit wurden immer mehr solcher Geräte entwickelt – meist medizinische – die Impulse des Gehirns elektronisch auswerten und darauf reagieren. Die meisten Forschungen stehen jedoch noch in den Kinderschuhen.
Ich glaube, dass dieses Gerät, die Impulse am unteren Stamm des Gehirns manipuliert und damit irgendetwas anstellt. Was das genau ist, kann ich allerdings nicht sagen.«

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2 Kommentare zu „Die Reise

  1. Aha, deshalb kann einem so schnell das Licht ausgehen. Paßt bloß auf. Klingt erst mal komisch, daß ausgerechnet eine Software lieber über die basalen Emotionen kommuniziert. Aber dann macht es Sinn: Wie anders sollte Kommunikation mit Menschen sonst vernünftig funktioneren. Das Großhirn wäre dafür viel zu Verkopft.

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