Ein Kampf – nichts für schwache Nerven

Weitere Pfeile surrten um uns durch die Luft. Der erste Riese trampelte bis auf 2 Meter auf uns zu, als der Zeitlupen-Effekt einsetzte. Er hatte einen Arm über dem Kopf erhoben. In der Hand hielt er etwas Unförmiges, in der Größe eines Vorschulkindes.
Herbst stand in Reichweite des Riesen und hätte den Schlag abbekommen, der wahrscheinlich zu mehr als leichten Kopfschmerzen geführt hätte. Er duckte sich, sprang im selben Augenblick nach vorne, den Morgenstern knapp hinter sich herziehend. Noch während des Flugs holte er aus und traf das stinkende Wesen mit der schweren Kugel direkt in die Weichteilen.
Die ganze Szene war etwas unorthodox, allerdings sehr wirkungsvoll. Der Ork klappte hinter Herbst zusammen, wobei er seinen Unterleib mit beiden Händen umschlossen hielt.
Das Ungetüm welches soeben auf mich zurannte, war dem Ersten wie aus dem Gesicht geschnitten. Ich dachte kurz darüber nach, dass der Programmierer anscheinend keine Zeit gehabt hatte, jedem Gegner individuelle Züge zu verpassen, als ich mich zum Sprung bereit machte.
Das Ding welches auf mich zu schwankte, wirkte auf mich wie eine Mischung aus Dampfwalze und Wand. Das rechte Bein war im Lauf geknickt und ich erkannte meine Chance.
Ich sprang auf das Knie meines Gegners, zog mich an seiner Fellbekleidung hoch, bis ich auf der Höhe seines Kopfes ankam und rammte ihm mit aller Kraft mein Messer ins Ohr.
Der Kollos geriet ins Schwanken, unterdessen ich bemerkte, dass dies genau der richtige Zeitpunkt war, meine Waffe wieder zu entfernen. Noch bevor ich reagieren konnte, war der Moment verstrichen und ich wurde mit dem sterbenden Titan nach unten gerissen.
Als wir zusammen dem Boden entgegenrasten, sah ich, wie Herbst von zwei Gegnern gleichzeitig attackiert wurden. Er hatte nur einen von ihnen im Blickfeld. Dass jemand hinter ihm stand, konnte er aus seiner Perspektive nicht erkennen.
Ich wollte ihn warnen, wollte schreien, wurde allerdings herumgeschleudert und hatte jetzt mein Gesicht genau vor dem Gesicht meines Opfers.
Glasige Augen sahen mich an, die erahnen ließen, dass dahinter schon nichts mehr funktionierte. Mit aller Kraft zog ich am Messer. Wir prallten auf den Boden, wie ein Auto, welches von einem Baum auf die Erde fällt. Alle Luft wurde aus meinem Brustkorb gepresst. Der Kopf meines Gegners knallte gegen meinen. Dann wurde es auf einmal dunkel.

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2 Kommentare zu „Ein Kampf – nichts für schwache Nerven

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