Wo sind wir?

Nach gut einer viertel Stunde sah mich Herbst an und sagte: »Überlichtgeschwindigkeit ist ja ganz toll. Aber sollten wir nicht langsam irgendwo ankommen?«
Lieutnant Uhura betätigte die Knöpfe auf ihrem Mischpult so schnell, dass mir vom Zusehen schwindelig wurde. Dabei wirkte sie angespannt, fast schon panisch.
Ich stellt mich hinter sie und fragte: »Lieutnant, kommen wir zufällig irgendwo an?«
Sie schien in Gedanken ganz woanders zu sein. Als ich näher trat, hörte ich, dass sie irgendwelche Worte murmelte. Ich beuge mich noch näher, nur um von ihrem schweren Parfum in die Nase gebissen zu werden.
Sie sagte: »Meine Mutter hat mich gewarnt. Ein Raumschiff voller Typen, die keine Ahnung haben. Aber nein, ich musste ja unbedingt diesen Karren hier betreten. Bisher habe ich noch nie so große Stümper in meinem Leben getroffen. Dabei sollten es doch die Vorzeige-Vorgesetzten Spock und Kirk sein. Aber wen bekomm ich?«
Schnell drehte ich mich zu Herbst und sagte: »Ich glaube, ich lasse sie ihre Arbeit machen. Wahrscheinlich ist das besser. Sollen wir uns mal im Schiff umschauen? Bisher habe ich noch nichts gesehen, außer einer Abstellkammer und der Brücke.«
Herbst sah mich gähnend an und sagte: »Vielleicht vertreibt mir das die Langeweile.«
Die Tür glitt mit einem Zischen vor uns auf und wir verließen die Brücke. »Hast Du bemerkt, dass kein Anderer etwas sagt, außer Uhura? Auch hier scheine noch nicht alles fertig. Vielleicht finden wir im Raumschiff ja eine Möglichkeit herauszukommen.«
Herbst nickte abwesend und schaute sich die Gänge an. Hier war alles reichlich bunt gestrichen, sah allerdings auch trostlos und steril aus. Der Gang zu beiden Seiten wirkte absolut identisch.
Ein paar Details zur Enterprise fielen mir ein. Ich sagte: »Ich habe mal einen Plan aller Zimmer in diesem Raumschiff gesehen. Interessant war, dass man nicht an die Toiletten gedacht hat. Wahrscheinlich wird das Ausscheiden hier anders geregelt.«
Ein verächtliches Schnaufen erklang von meiner Seite. Herbst trabte neben mir den Gang entlang, welcher sich alle paar Meter weiter verzweigte und scheinbar ins Unendliche führte.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s