Meine Stimme klang gebrochen und irgendwie flehend als ich sagte: »Wir waren nicht weg. Wir sind nie raugekommen.«
In Alis Gesicht bewegten sich die Augenbrauen nach oben. »Ihr wollt mich verarschen. Wir haben doch noch darüber gesprochen. Das ganze System ist zusammengebrochen, als ihr die Tür durchschritten habt.«
Herbst klang genervt. »Hohl uns gefälligst hier raus. Wir hängen schon viel zu lange fest.«
Ali schüttelte erneut den Kopf. »Ich kann euch nicht helfen. Ihr seid rausgekommen und euch geht es gut.«
»Wer auch immer hier rausgekommen ist, waren nicht wir.«
»Euch ging es gut. Wir haben noch einen Tee getrunken und dann seid ihr ziemlich enttäuscht gegangen.«
»Was haben wir gesagt?«
»Dass diese Spur eine Zeitverschwendung und eine Sackgasse war. Ihr wolltet schauen, ob ihr irgendwie anders weiterermitteln könnt.«
Dann stockte Ali und er hob die Hand vor dem Mund. Er sah uns erschrocken und fassungslos an. Dann verwandelte sich seine Mine. Er wirkte verärgert und verdammt sauer.
Seine Stimme zischte. »Wer seid ihr? Es hätte mir gleich klar seien müssen, als meine Firewall durchbrochen wurde. Das konnte keiner von euch sein. Sowas kann nur ein Profi.«
Uhura schnalzte mit der Zunge und sagte: »Das war nicht weiter schwer. Wenn man auf dem Stand der Technik ist, wirkt dieser billige Schutz, wie eine Microsoft Entwicklung aus dem letzten Jahrhundert.«
»Dann sind sie es also, die mich ausfragen will? Was wollen sie von mir? Informationen über Bob? Das können sie vergessen.«
Uhura klang kalt. »Du hast doch schon alle Informationen ausgeplaudert. Und die beiden sind hier und nirgendwo anders. Da kann ich, alles was ich wissen will, auch selbst erfragen.«
Dann wandt sie sich zu uns und sagte: »Was ist das überhaupt? Mit wem sprecht ihr da? Dieser Schnösel kann euch nicht helfen. Warum braucht ihr überhaupt Hilfe? Bisher habt ihr doch auch alles gut geschafft.«
Immer wieder zum Monitor und Uhura sehend, wurde mir gleichzeitig heiß und kalt. Herbst schlug mit seiner Faust in seine flache Hand. Er wirkte aufgebracht.
»Diese ganze Scheiße geht mir gehörig auf die Nerven.«
So hatte ich ihn noch nie erlegt. Im letzten Jahr hing er eher abwesend in seinem Bürostuhl ab. Bisher tendierte er immer zwischen melancholisch und depressiv, mit leichten Tendenzen zur Paranoia.

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