Die Anderen

Uhura wirkte augenscheinlich entnervt, als sie sich erneut vor uns materialisierte. Gelangweilt fragte sie: »Was kann ich diesmal für euch tun?«
»Wir suchen Leute, die so sind wie wir.«
Ihre Stimme war monoton, als sie sagte: »Niemand ist wie ihr.«
»Ich meine Leute, die hierher gekommen sind und immer noch hier sind.«
Ihre Mine zeigte Verwirrung und Neugier.
Herbst drängelte sich vor und sagte: »Ist zufällig ein gewisser Herr Franken hier?«
Die Augenbrauen von Uhura sprangen nach oben und sie sagte: »Der ist tatsächlich da. Allerdings wird es euch nicht gefallen, mit ihm zu reden. Er ist ziemlich deprimierend, seit dem er da ist.«
»Wir würden ihn wirklich gerne sehen.«
»Gerade das wird schwierig. Er ist meilenweit davon entfernt, sich hier zurechtzufinden. Für einen Hacker ist er eine Katastrophe. Wenn ihr allerdings darauf besteht, hol ich ihn her. Moment!«
Einen Augenblick geschah nichts, dann fragte eine zögernde Stimme: »Hallo?«
Ich dankte Uhura, die sich sofort dematerialisierte.
Herbst sagte: »Hallo Herr Franken.«
Die Stimme fragte erneut: »Hallo? Herr Herbst? Sind sie das?«
In Herbst Stimme lag Resignation. »Bitte einfach nur ›Herbst‹ – ja natürlich bin ich es. Es ist schwer, sich mit ihnen zu unterhalten, wenn sie nur einfach so im Raum hängen. Ich werde unsere Unterhaltung etwas erleichtern.«
Mit ein paar geschickten Griffen formte Herbst eine menschliche Form und erklärte dem Geist detailliert, wie er sich in den Körper niederlassen konnte. Es dauerte eine Ewigkeit, bis sich der Körper vor uns bewegte.
Herr Franken sah Herbst an und sagte: »Sie hätten mir ruhig einen muskulöseren Körper anfertigen können.«
»Ein Dankeschön wäre netter gewesen. Jeder beschwert sich, als mal mit dem zufrieden zu sein, was er bekommt. Dabei gibt es wichtigere Dinge zu besprechen.«
Der Typ vor uns schien immer noch sehr irritiert. Er sagte: »Ich begreife das nicht. Das hier ist zu viel für mich.«
Herbst drehte sich zu mir. In seinem Gesicht spiegelten sich Ungeduld und Gereiztheit. Er sah aus wie ein Vater, der einmal zu oft von seinen Kindern genervt wurde.
In seiner Stimme lag ein bedrohlicher Unterton. »Die ganze Geschichte ist ein einziges Fiasko.«
»Es ist ja nicht so, als wäre es Deine Idee gewesen.«
»Das macht es nicht besser.«

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