Herbst hatte sich auf den Rand des Sandkastens gesetzt. In der Zwischenzeit schlug Herr Franke mit den Fäusten auf die Wände ein, die uns umgaben. Dabei schrie er immer wieder: »Lasst mich raus.« Seine Bewegungen waren manisch. Seine Stimme überschlug sich.
Vorsichtig näherte ich mich und wollte ihm gerade meine Hand auf die Schulter legen, als er sich umdrehte. Sein Blick konnte ich nicht deuten. Bisher hatte ich noch nie in eine Mine geblickt, die so viel Panik ausdrückte.
Er sprang auf mich zu und schlug mit seinen Fäusten auf mich ein. Seine Rechte traft meinen Kopf mit voller Wucht. Die Linke drückte sich mir in den Magen.
Der erste Schlag musst mir die Nase gebrochen haben. Ich sprang viel zu spät aus der Schussbahn und gab damit den Weg zu Herbst frei. Dieser erhob sich blitzschnell.
Mit ein paar Schritten war Herr Franken bei Herbst. Der hob seine Fäuste zum Schutz. Alle vier Fäuste trafen einander. Es entbrannte ein wilder Kampf.
Derweilen hatte ich mich gesammelt und tastete nach meiner Nase. Zum Glück konnte ich kein Blut entdecken. Vielleicht war ja noch alles heil?
Ich drückt vorsichtig auf alle Seiten meiner Nase, konnte allerdings keine Veränderung feststellen. Ganz im Gegenteil konnte ich überhaupt keinen Unterschied merken. Was mich allerdings am Meisten überraschte, war die Tatsache, dass die Schmerzen ausblieben.
Bei dem zweiten Schlag hätte ich eigentlich zusammenklappen müssen. Allerdings war auch dies ausgeblieben. Die Schläge hatten auf mich genauso wenig Auswirkungen, wie die Fliege Einfluss auf die Glasscheibe nahm, gegen die sie pausenlos flog.
Ich sah den beiden Kämpfern zu, wie sie unbeeindruckt aufeinander einschlugen. Ein paar der Schläge hätten selbst einen Profiboxer auf den Boden geschickt. Herbst konnte extrem gut austeilen. Sein Gegner war hingegen ganz Naturkraft und nicht berechenbar. Es war nicht sicher, wie der Kampf ausgegangen wäre, allerdings bezweifele ich, dass die Beiden überhaupt irgendwann aufgehört hätten.
Ich rief: »Es hat keinen Zweck. Hier drin habt ihr weder Gefühle noch Blut. Ihr seid beide unverletzlich.«

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