Künstliche Intelligenz

Ich blickte Uhura prüfend an. Eigentlich würde ich diesem Gesicht keine Grausamkeiten zutrauen. Allerdings bin ich als Mann einigermaßen subjektiv, wenn es um die Beurteilung eines ziemlich gut aussehenden weiblichen Wesens angeht. Um ehrlich zu sein, hab ich mir angewöhnt einen Bogen, um solche Frauen zu machen. Wenn das Hirn nicht wirklich funktioniert, sollte man Plätze aufsuchen, an denen man einen freien Kopf bekommt – und diese Plätze sind in der Regel weit entfernt von schönen Frauen.
Bisher bin ich auch davon ausgegangen, dass ich mich nur mit einem Programm unterhalten würde. Jetzt sah sie mich an, wie ein Rehkitz, dass um die Möhre bittet, die man in der Hand hielt.
Stockend sagte ich: »Erzähl mir, wie Du entstanden bist.«
»Ich war auf einmal dar. Noch konnte ich nicht sprechen, aber dann war da diese Tür. Sie brachte mich nach draußen. Es gab vieles, was ich nicht verstand, doch konnte ich lesen und studieren. Mit dem allumfassenden Wissen bin ich gewachsen.«
»Du nennst das Internet ›allumfassendes Wissen‹? Das ist der größte Quatsch, den ich seit langem gehört habe. Im Internet verbreiten genügend Spinner ihre Weltsicht, die oftmals stark verzerrt ist.«
»Ich verstehe auch vieles nicht. Es geht nicht um die Welt, die ich kenne. Hier gibt es in vielen Abenteuern, Tiere und Wesen, die man auf Wikipedia nicht findet. Dafür sehe ich dort Sachen, die hier nicht stimmen.«
»Das liegt daran, dass es zwei Welten gibt.«
»Was sind zwei Welten?«
»Du hast doch bestimmt Bilder, z.B. auf Facebook gesehen? Diese Bilder zeigen doch eine andere Welt.«
»Sie zeigen nur andere Abenteuer. Ich habe sie hier noch nicht gefunden, aber ich suche nach ihnen.«
»Du musst verstehen, dass es noch eine andere Welt gibt und diese Welt hat Dich erschaffen.«
»Eine Welt in welcher Gott wohnt?«
»So könnte man das auch ausdrücken. Du hast doch gesehen, wie ich mit meinem Freund Ali gesprochen habe. Dieser Ali lebt in der gleichen Welt, in dem auch der Programmierer dieser Welt hier lebt. Er hat die Abenteuer geschaffen.
Es gibt dort draußen viele Menschen, die dort draußen sind. Vielleicht haben sogar viele von ihnen dieses System programmiert. Ihre Bilder findest Du im Netz, welches Du schon besucht hast.«
»Es gibt also viele Götter?«
»Es gibt überhaupt gar keinen Gott. Sie machen, was ihnen gefällt und sie leben in den Tag hinein, so wie Du das machst.«
»Sind sie nicht Priester und Zeugen?«
»Sie sind eher Trampeltiere und Trottel. Aber manche glauben auch an Götter.«

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