Should I stay or should i go

»Soll ich uns hier herausholen?«
Immer wieder den Kopf schüttelnd sagte ich: »Nein bitte nicht! Es würde uns nicht viel bringen und wir müssten ständig über unsere Schulter schauen, ob dort die Polizei auf uns lauert. Ich habe da überhaupt keine Lust drauf.«
»Ich kann mich als Wolke durch Gitterstäbe gleiten lassen und hol dann den Schlüssel. Du wirst sehen, das ist kein Problem für mich.«
»Lass uns doch erst einmal hier bleiben. Sie finden vielleicht Beweise für unsere Unschuld.«
»Die finden nicht einmal ein Kamel, welches direkt vor ihnen im Salat steht. Besonders dieser Paul ist ein absoluter Versager.«
Ich konnte eine weitere Stimme im Gang hören. »Interessante Beobachtung. Ich würde den Herrschaften allerdings raten, keine Dummheiten anzustellen, auch wenn ich das mit der Wolke gerne sehen würde. Wir werden uns morgen um sie kümmern.«
Zusammenzuckend ging ich einen Schritt von der Tür weg. Ich schrie Winter noch zu: »Mach bitte keinen Blödsinn und schlaf erst einmal.«
»Muss ich nicht.«
»Dann tu wenigsten so, als würdest Du schlafen, und lass mich ein wenig schlummern.«
Das Bett wirkte plötzlich einladend auf mich, auch wenn es sich dazu sehr viel Mühe geben musste. Zumindest waren die Kissenbezüge neu oder zumindest frisch gewaschen.
Ich blickte unter die Bettdecke und suchte nach Flöhen oder Wanzen. Als sich keine finden ließen, legte ich mich auf die Matratze. Sie war angenehm hart.
Nachdem ich die Socken und die Hose abgestreift hatte, schloss ich als Versuch die Augen. Dort lief gerade ein abartiger Kopfkino-Film, in dem tausende Dinge durch die Luft flogen. Ich sah erneut abgerissene Arme und blickte in das Gesicht von Maira, die mich mit leeren Augen anblickte. Ihre Schläfe wies ein riesiges Loch auf. Das hatte ich bisher gar nicht gesehen.
Ihr Mund öffnete sich und sie sagte: »Du hast mich umgebracht.«
So laut ich konnte, schrie ich: »Das war ich nicht.«
»Du und Deine Freundin bringt nur Leid in die Welt. Jeder der euch kennt, ist in Gefahr.«
Ich schüttelte den Kopf und sagte leise: »Sie ist nicht meine Freundin. Sie ist nur eine Bekannte.«
Marias Rachen öffnete sich weiter und eine schwarze Wolke aus Rauch stieg aus ihr auf. Sie füllte innerhalb von Sekunden mein gesamtes Blickfeld.
Von überall drangen Stimmen auf mich ein. Viele sagten: »Mörder«, andere schrien »Verräter« und einige »Du bringst den Tod«.
Entsetzt riss ich meine Augen auf. Irgendetwas Kaltes hatte meine Wange gestreift.

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