Kapitel 4: Savehouse

Das Haus, vor dem wir aus dem Bus stiegen, war ein Altbau, mit reich verzierter Fassade. Winter kramte in ihrer Tasche und zog einen Schlüssen hervor.
Sie lächelte mich an und öffnete die Tür. Wir mussten in den dritten Stock, was mich, wahrscheinlich begründet durch den Schlafmangel, den ich hatte, das letzte Stück Kraft kostete. Erschöpft ließ ich mich in den ersten Sessel fallen, der mir in die Nähe kam und bestaunte die Umgebung.
Winter hatte es sich hier wirklich nett eingerichtet. Eine gesamte Wand war mit einem Bücherregal bedeckt, welches kunterbunt mit Inhalt gefüllt war. Einen Fernseher konnte ich hingegen nicht erkennen.
»Sag mal Winter, schaust Du nie Fernsehen?«
»Wenn ich Schicht habe, ist immer etwas los. Wenn ich gerade frei habe, kommt nichts Gescheites.«
Eine pauschale Tatsache, die eigentlich jeder Mensch kennt.
»Ich glaub, wir wurden verfolgt.«
»Warum?«
»Ich hab so einen komischen Typ mit Kapuze gesehen. Er tauchte immer wieder auf.«
»Wahrscheinlich ist das der fehlende Schlaf. Du solltest Dich erst einmal ausruhen.«
Mein Kopf fühlte sich schwer an. Sie hatte bestimmt recht. Doch eine Idee spukte mir noch im Kopf herum.
»Wer hat uns aus dem Gefängnis gebracht?«
Winter zuckte mit den Achseln und sagte: »Keine Ahnung. Wahrscheinlich jemand, der uns nicht dort drin haben wollte. Wir sind ihm außerhalb der Mauern lieber.«
»Wir hätten dortbleiben sollen.«
Winter stand jetzt neben mir und hatte ein Glas einer goldbraunen Flüssigkeit in der Hand, welches sie mir gab.
»Nimm Deine Medizin.«
Ich nahm einen großen Schluck und fühlte die Wärme, die meinen Rachen hinunter rann. Mein Kopf sackte nach hinten und schmiegte sich an der Lehne an. Es wäre trotzdem besser, mich hinzulegen.
»Hast Du kein Bett?«
»Steht im Nebenzimmer, brauch ich allerdings nicht. Du weißt doch, dass ich nie schlafe.«
Ich überlegte kurz, verwarf mehrere Gedanken und sagte anschließend:»Es muss jemand sein, der ähnliche Kräfte hat, wie Du.«
»Das hab ich mir auch schon überlegt. Mir fällt nur niemand ein.«
Das Licht im Raum wurde dunkler – oder meine Augen schlossen sich langsam. Im Moment konnte ich das nicht unterscheiden.
Zum Glück blieben die schlimmen Träume aus.
Als ich morgens wach wurde, vibrierte ein Handy in meiner Tasche.

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