Wofür?

Ich sagte: »Wo ist eigentlich Winter? Ich dachte, dass sie besiegt und von ihnen verschleppt wurde.«
Der Graf verzog den Muntwinkel und er sagte zischend: »Mina ist mir entkommen. Ich hatte sie für ein paar Minuten, doch dann war sie fort.«
»Und jetzt brauchst Du mich als Ersatz?«
»Was soll das für ein Ersatz sein? Nein ich brauche Euch, damit ich sie für immer fangen kann. Es muss ihr irgendetwas an euch liegen, sonst hätte sie euch nicht das ewige Leben geschenkt.«
»Das mit dem Euch wird mir immer sympathischer, je öfter Du es sagst. Da schwingt was Königliches mit.«
Der Graf hörte mich gar nicht. Im Stil der großen Bösewichte, aus allen klischeeverseuchten Geschichten, schien er mir unbedingt seinen Plan verraten zu wollen. Solange der Plan erzählt wurde, hatte der Protagonist jeweils eine gute Chance, die Geschichte mit einem blauen Auge zu entkommen. Allerdings mag ich persönlich keine Klischees und noch bevor er mir etwas erzählen konnte, sagte ich:»Du willst mit meinem Blut und meinen Haaren ein Zimmer tapezieren, damit Winter sich darin wohlfühlt und zu Dir zurück kommt?«
Der Graf schüttelte den Kopf und sagte: »Nein.«
»Du willst meine DNS, um eine Legion Superkrieger zu erschaffen, die die Welt überrennt und Rumänien endlich wieder zu einer Weltmacht erstarken lässt, getreu dem Motto „Rumänien First“.«
»Nein.«
»Du bewunderst mich so sehr, dass Du glaubst, dass jemand für meine Körpersäfte irgendwann einen verdammt hohen Preis au EBay zahlen wird?«
»Nein.«
»Meine Körpersäfte besitzt die Kraft, Blei in Gold zu verwandeln?«
»Nein.«
»Du willst Dich in mich verwandeln, weil Du meinst, dass ich besondere Anziehungskraft auf Winter ausübe?«
Der Graf sah mich an und sagte: »Ihr kennt den Zaubertrank?«
»War nur geraten, allerdings sehr naheliegend, da ich tatsächlich besser aussehe als Du.«
Die Dame hauchte mir ins Ohr: »Wir müssen uns noch um die letzte Zutat kümmern.«
Ich sagte: »Schon seit dem ich das erste Mal einen Film über den lustigen Graf aus Transsilvanien gesehen habe, war es immer mein Traum, vom verrückten, jedoch in diesem Fall weiblichen Renfield verführt zu werden. Wir können uns ja hinterher ein paar Insekten teilen.«
Die Dame zischte: »Wie kannst Du es wagen, mich mit dem Irren zu vergleichen? Ich bin Ilona die Braut des Grafen.«
»Du bist noch nicht einmal seine Geliebte. Das bleibt Winter, die er immer noch Mina nennt, als ob das etwas ändern würde. Außerdem würde der Graf bestimmt neidisch werden, wenn Du mir den Saft aussaugst.«
»Er hasst sie und wird sie vernichten.«
Ich lachte spitz auf und sagte: »Das möchte ich sehen.«

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