Die Damen rückte immer näher an mich und ich rückte immer weiter in das Bett, bis ich platt an der Wand saß. Kissen lagen um mich verstreut und ich zog eins davon schützend vor mich.
Die Art, wie die Dame langsam auf allen vieren auf mich zu krabbelte, machte mir Angst. Sie öffnete ihre nach hinten zugebundenen Haare und blickte mich gierig an.
Ich sagte: »Irgendwie ist mir die Lust vergangen. Können wir nicht doch lieber Karten spielen?«
Sie lachte mich aus und sagte: »Ich kenne Mittel und Wege, wie man ein Kartenspiel vergessen kann.«
»Prima, es gibt bestimmt viele Süchtige, die der Trick brennend interessiert.«
»Ich kann Dich auch gefügig machen, wenn Du darauf bestehst. Es gibt diverse Zaubertränke.«
Den Kopf schüttelnd sagte ich: »Viagra aus dem Mittelalter wollte ich noch nie ausprobieren. Man muss nicht unbedingt mit Drogen experimentieren, um zu wissen, dass das schlecht für die Gesundheit ist.«
»Du scheinst sehr standhaft zu sein.«
»Ich versuche gerade, dies im Moment nicht zu sein.«
Ilona öffnete langsam ihre Bluse und weißes Fleisch kam zum Vorschein. Sie sagte: »Wenn Dir dieser Körper nicht passt, kann ich auch alles sein, was Du Dir wünschst. Hast Du irgendwelche Fantasien, die Du gerne ausleben würdest?«
Schnell kam mir ein ziemlich dummer Gedanke. Ich krallte mich noch ein wenig fester an das Kissen und betastete dabei den Bezug.
Ich sagte: »Kannst Du Dich in alles verwandeln was ich mir wünsche?«
Sie nickte und sagte: »Ich kann mich jünger machen oder ganz alt aussehen, was auch immer Du bevorzugst. Wenn es sein muss, verwandel ich mich auch gerne in einen Mann.«
»Gehen auch Tiere? Ich hab ja schon immer davon geträumt, mit einer kleinen Katze im Bett zu liegen.«
»Das ist ein Scherz oder?«
»Nein – nur ein Wunschtraum. Aber wenn Du das nicht kannst, überlege ich mir etwas anderes.«
Ilona sah mich fassungslos an. Sie schüttelte den Kopf und ganz plötzlich änderte sich etwas an ihr.
Schnell öffnete ich den Verschluss des Bezuges. Anscheinend hatte die Dame noch nie vom Gestiefelten Kater gehört, denn ihr wuchsen spitze Ohren am Kopf und sie schrumpfte immer weiter.
Als sie nur noch ein kleines Kätzchen war, riss ich den Federkern aus dem Bezug, packte mir die Katze und stopfte sie hinein. Dann sprang ich auf die Füße und rannte zur Öffnung des Vorhangs.
Ich riss sie auf und war erleichtert, dass der Graf nirgends zu sehen war. Schnell rannte ich zum Fenster, öffnete es und schmiss den Bezug samt Inhalt nach draußen.

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2 Kommentare zu „Standhaft sein

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