Das Treppenhaus

Ein paar Meter trennten mich nur noch vom Weg nach unten, da war ich mir sicher.
Ich schritt zur Fensterseite und prüfte, ob ich hier durchkommen würde.
Das Holz unter mir protestierte zwar, schien mich allerdings zu halten.
Schritt für Schritt kämpfte ich mich näher. Bald müsste ich um die Ecke blicken können.
Ich überlegte, wer ein so tolles Schloss einfach so verfallen lassen würde. Es war eine Schande mit so einem Schatz so fahrlässig umzugehen.
Endlich konnte ich etwas erkennen.
Es war kein wirkliches Treppenhaus, was sich dort vor mir öffnete. Es mochte vielleicht irgendwann einmal eins gewesen sein, aber jetzt war die Treppen fast vollständig in sich zusammengefallen.
Dies hier war eher ein Fallrohr, als ein Weg.
Die Wände waren einmal schön dekoriert gewesen, was sich an einigen Stellen noch zeigte. Mittlerweile war der Putz an vielen Stellen abgebröckelt und in der Mitte der Mauer verlief ein Riss, der das Licht von außen hineinließ.
Die schwere Sonne, die sich durch eine dichte Wolkendecke gekämpft hatte, schien aus dem Spalt zu tropfen.
Langsam bewegte ich mich auf das Loch im Boden zu. Ich hoffte, dass es eine Möglichkeit gab, nach unten zu klettern.
Wenn nicht anders möglich, würde ich springen.
Plötzlich gaben die Dielen unter mir nach. Ein großes Stück hatte sich gelöst und riss mich auf das Loch zu.
Keinen Halt findend, wurde ich immer schneller, bis ich über den Rand kippte.
Unter mir klaffte die Dunkelheit.
Es ging vielleicht dreißig Meter in die Tiefe und ich fiel.
Dann klatschte ich mit voller Wucht auf den Boden.
Ich muss kurz ohnmächtig geworden sein, denn ich hatte nicht bemerkt, wie die Trümmer auf mir landeten, die mich jetzt auf die Erde drückten.
Es dauerte eine Ewigkeit, bis ich mich befreien konnte. Immer wieder musste ich kleinere Stücke von mir schaufeln. Meine Unsterblichkeit hatte sich erneut ausgezahlt.

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