Boris trommelte mit seinen Fingern auf dem Tisch. »Zurück zum Thema. Ich weiß nicht genau, wie dieser Schlüssel funktioniert. Außerdem brauche ich Hilfe, um das Gold aus der Höhle zu holen.«
»Du kannst auf mich zählen.«, sagte Daniel. Jörg hielt grinsend einen Daumen in die Luft. Er hatte ebenfalls der Legende gelauscht.
»Mit mir auch.«, sagte ich. Diese Geschichte wollte ich mir nicht entgehen lassen. Anja nickte einmal. Sie sah so aus, als traute sie, der Wundertüte nicht, die man ihr vorhielt. Wir alle blickten zu Heiko, der bewegungslos am Tisch saß und bemerkte, dass er die Aufmerksamkeit aller Beteiligten auf sich zog.
Er schaute uns der Reihe nach an. Dann rutschte er auf seinem Stuhl herum, als suchte er eine bequemere Sitzposition. Leise sagte er: »Wir müssen zurück zum Steinbruch?« Seine Augen huschten unter seinem Pony umher.
Alle am Tisch nickten. Heikos Stimme zitterte: »Wann?«
»So schnell wie möglich. Von mir aus schon morgen Nacht, wenn Alles glatt läuft.«
Heiko blickte auf seinen Teller. Er schob lustlos sein Brot herum. »Siegfried und Herr Berkowitz werden etwas dagegen haben. Keiner weiß, wie die Höhle aussieht. Das hast Du selbst gesagt! Es könnte gefährlich werden.«
Boris rieb sich die Hände. »Wenn sie das Gold reingebracht haben, können wir es auch rausholen. Sehr weit von der Tür kann es nicht stehen.«
Anja lachte. »Das wird ein Kinderspiel. Wir müssen nur hier raus, mitten in der Dunkelheit, ohne jemand zu wecken, durch den Wald schleichen, eine Tür öffnen, von der keiner weiß, wie man sie öffnet und abschließend Goldbarren aus einer einstürzenden Höhle ziehen. Klingt nach einem Kinderspiel.«
Boris sah sie fragend an. »Du glaubst, dass wir das nicht schaffen?«
»Ihr braucht mich auf jeden Fall.« Anja lehnte sich mit gekreuzten Armen zurück.
Heiko blickte von seinem Teller auf. »Ihr wollt, dass ich dabei bin?«
Jörg nickte. »Du gehörst dazu. Wir sind ein Zimmer.«
»Dann komme ich mit.« Während er das sagte,  sah Heiko so aus, als hätte er gerade eine Schnecke verschluckt.
»Er hat viel zu viel Angst. Wir brauchen keine Babys.«, sagte Anja.
»Erspar uns Deine Einschüchterungen. Du könntest uns besser helfen, noch mehr Leute zu finden. Je zahlreicher wir sind, desto eher werden wir es schaffen.«, sagte Boris.
Ich schüttelte den Kopf. »Je mehr Leute dabei sind, desto eher wird man uns verpfeifen. Keine gute Verschwörung funktioniert mit zu vielen Mitwissern.«
»Aber wir brauchen die Leute um den Schatz aus der Höhle zu bringen. Mit nur 6 Personen werden wir wahrscheinlich ewig brauchen.«
Daniel sagte: »Was machst Du mit dem Gold, wenn Du es draußen hast?«
»Darum kümmere ich mich dann. Ich habe einen Plan.«
Mir fiel auf, wie Anja Boris misstrauisch anstarrte. Heiko lachte heiser auf. Daniel und Jörg nickten. Sie bemerkten die Zustimmung des Anderen und funkelten einander böse an. Das Spiel heute Nachmittag war noch nicht vergessen.
Ich sah zu Julia hinüber. »Anja, kannst Du nicht im Mädchenzimmer fragen, ob jemand mitmachen will?«
»Sarah wäre bestimmt gerne dabei.«, sagte Heiko.
Mit einem Kopfschütteln sagte Anja: »Die drei Weichspüler wollen wir sicherlich nicht dabeihaben. Da könnten wir uns auch Klötze an die Beine binden und unser Abenteuer in der Zeitung ankündigen.«

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