Beim Abendessen schaffte es Anja, die Dreiecke  am Stift zu befestigen. Der feine Draht, der die einzelnen Teile zusammenhielt, knotete sie so zusammen, dass er dem Ganzen Stabilität verlieh.
Wir reichten das Gebilde unter dem Tisch zwischen uns weiter, so dass Daniel, Jörg und Heiko nichts von unserer Arbeit mitbekamen.
Herr Berkowitz beschloss, dass unsere kleine Tischgemeinschaft bei diesem Abendessen den Abwaschen machen durfte. Jörg machte das gar nicht glücklich.
Er wollte gerade einen Einwand einbringen, als Herr Berkowitz ihn strafend ansah. »Vielleicht glaubt ihr, dass ich eure veränderte Sitzordnung nicht bemerkt habe, allerdings halte ich viel von Gerechtigkeit und jeder von euch sollte zumindest einmal den Tischdienst durchführen.«
Mir machte die Entscheidung nichts aus. Wir Drei konnten uns in der Küche prima unterhalten, während die Anderen das Geschirr brachten.
»Sag mal, müssen wir denn heute Abend überhaupt raus? Wir haben den Schlüssel doch jetzt fertig. Warten wir doch auf das Geländespiel morgen.«, sagte ich, während ich den ersten Teller in das Spülwasser hielt.
»Wir müssen auf jeden Fall raus. Ich will wissen, ob das Ding funktioniert. In der Nacht sind wir sicherer vor Besuchern. Interessiert es Dich gar nicht, was hinter der Tür liegt?«
»Aber wir haben doch noch genügend Zeit. Was soll denn die gesamte Hetze.«. Anja trocknete den Teller ab, den ich ihr gereicht hatte. Sie sah Boris fragend an.
»Ich habe Angst, dass man mich findet. Ich bin hier nicht gut genug versteckt. Meine Verfolger könnten zu jeder Zeit hier erscheinen.«
»Du kannst uns ruhig mehr über sie erzählen.«
Boris schüttelte den Kopf. »Ich kann euch nicht wirklich etwas sagen, da ich die Typen selbst nicht verstehe. Sie erscheinen immer irgendwann, sobald ich an einem Ort zu lange bin. Bis auf die schwarze Kleidung ist immer Alles an ihnen anders. Sie suchen mich. Es sind niemals zwei Gleiche.«
Anja schüttelte den Kopf. »Das ist mir viel zu mysteriös. Uns über die Männer in Schwarz zu unterhalten, bringt uns nicht weiter, solange Du nichts über sie weißt oder nichts erzählen willst. Sag uns lieber, wann wir uns treffen.«
»Ich würde sagen, dass wir abwarten, bis unsere Jungs schlafen. Danach holen wir Dich ab. Bis dahin müssten auch Deine Mädels tief schlummern. Wir treffen uns vor Deinem Zimmer und gehen dann gemeinsam los.«
Ich sah Boris an. »Ist die Haustür nicht abgeschlossen?«
»Von Innen müssen die Türen als Fluchtwege immer offenbleiben. Es wird schwerer erneut hineinzukommen. Entweder lassen wir ein Fenster offen, oder wir verhindern, dass sich die Außentüren fest hinter uns schließen.«
»Vielleicht wäre es besser, uns beide Wege offen zu halten?« Der Gedanke, die gesamte Nacht draußen zu bleiben, gefiel mir nicht.
Boris nickte nachdenklich. »Können wir so machen.«
Wir sahen gleichzeitig Anja an, die nickte. Damit war der Plan abgemacht.

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