Die Edelstein Trilogie – Eine Abrechnung

Ich habe gerade die Trilogie der Edelsteine hinter mich gebracht. Da die cineastische Version auf einer Plattform meiner Wahl zur Zeit unentgeltlich angeboten wird, waren die Kosten relativ überschaubar. Sie beliefen sich lediglich auf einen Haufen verschwendeter Zeit.
Die Gründe, mich dieser Qual hinzugeben, sind eher trivial. Zunächst schreibe ich gerade ein Kinder- bzw. Jugendbuch. Daher gilt es als Vorteil, sich im selbst gewählten Metier auszukennen. Egal ob die Spottdrossel, die Labyrinthe, Dämonenjäger oder ähnlichen Quatsch – es gibt Unmengen an Büchern, die erfolgreich Grundpfeiler gelegt haben.
Dazu zeigen die Edelsteinchen eine weitere Parallele: Sie beschäftigen sich mit Zeitreisen. Genau dieses Thema prägt meine Geschichte ebenfalls.
Warum rege ich mich jetzt eigentlich so sehr über gerade diese Fiktion auf?
Zunächst nervt mich die Liebesgeschichte extrem. Natürlich bin ich nicht das Zielpublikum, d.h. ich bin weder weiblich noch jung genug, um die Seelenqualen erster Liebe nachvollziehen zu können. Mich ärgert allerdings grundsätzlich, wenn die Handlung viel zu vorhersehbar ist. Hier ist sie so vielschichtig, wie die dünne Haut unter der Eierschale, die mich regelmäßig ebenfalls nervt.
Noch viel schlimmer sind jedoch die Löcher, die diese Geschichte aufweist.
Da wäre einmal die pure Physik. Wenn sich etwas materialisiert, dann muss es zunächst die Luft am Ort verdrängen. Dieses Phänomen kennt man vom Blitz und Donner. Der Lichtbogen vertreibt die Luft. Die Luft zieht sich nach Verschwinden des Blitzes wieder zurück. Es entsteht ein Knall.
Die Erschafferin unseres Lieblings-Zauberers in Ausbildung hat es damals schon recht treffend erkannt, als sie ihre Magier immer mit einem Donnern verschwinden, bzw. auftauchen ließ. Warum hat sich dieser Effekt aus dem fernen England nicht bis zum Festland rumgesprochen?
Nach einem plötzlichen Erscheinen schlägt die Protagonistin in großer Regelmäßigkeit vor Einrichtungsgegenständen. Soweit ist das vorstellbar. Dagegen erscheint sie nie genau in einem Gegenstand, was auf jeden Fall Schmerzen hervorrufen würde, wenn nicht gar einer Amputation förderlich wäre. Befragt man seine eigene Logik, so kann so etwas sehr wohl passieren. Hier gibt es allerdings noch nicht einmal eine Sicherung.
Sicherheitstechnisch würden Zeitsprünge sicherlich niemals erlaubt werden
Der fehlende Umgang mit der Physik mag mich als Wissenschaftler noch alleine ärgern. Das geringe Verlangen der Handelnden ihre Gehirne auch ausnahmsweise einzuschalten, sollte jedoch jeden Zuschauer stören.
Das beste Beispiel dafür ist der Schluss des dritten Filmes. Wer bitteschön ist so doof?
Ich will die Situation nicht Spoilern – habe aber das starke Bedürfnis meinen Kopf immer wieder gegen die Tischplatte zu schlagen, bis der Schmerz nachlässt. Wer den Schluss kennt, sollte sich die Frage stellen, ob der Trank nicht auch jemand anderes hätte einnehmen können?
Diese Augenblicke häuften sich gravierend und inflationär während des Zuschauens.
Dem Leser bzw. Betrachter wird hier keine Möglichkeit eingeräumt, sich in die Protagonistin hineinzuversetzen, weil er, nachdem er die Denkfehler durchschaut hat, einfach nur noch von ihrer Blödheit überzeugt ist. Das gilt hoffentlich auch für Leserinnen und Betrachterinnen.
Die Antagonisten fallen übrigens durchweg durch ihre unendliche und uncharmante Frauenfeindlichkeit auf. Dies ist oft der einzige Grund ihrer Boshaftigkeit.

Ich frage mich ernsthaft, für wie dumm man die jungen Zuschauerinnen hält? Warum glaubt man, dass sie die unzähligen Löcher in der Handlung nicht erkennen?
Wenn ich etwas schreibe, darf es auf keinen Fall löchriger sein, als meine Golf-Socken mit 19 Laufmaschen.

Warum reist niemand in die Zukunft? Warum braucht man ein Gerät, wenn das Talent doch ebenfalls Sprünge ermöglicht? Warum ist nach der Zerstörung des Gerätes plötzlich das Zeitreisen nicht mehr möglich? Warum enthält das olle Tagebuch des Grafen nur eine wichtige Aussage? Was ist mit dem Wasserspeier? Was ist mit den anderen Geister? Warum gibt es nicht mehr Geister? Wie erlernt man eine Kampftechnik innerhalb weniger Stunden?

Ich habe so viele unbeantwortete Fragen und überhaupt keine Antworten.

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5 Kommentare zu „Die Edelstein Trilogie – Eine Abrechnung

  1. Mal davon abgesehen, dass ich deinen Beitrag sehr amüsant finde, behaupte ich mal, dass die Bücher um Längen besser sind als die Filme. Aber: Ich bin mega neugierig auf dein Jugendbuch. Wird das auch hier veröffentlicht? Oder? Brauchst du Probeleserinnen? Wobei ich null Ahnung von Physik habe (und mich diesbezüglich bei den Edelsteinen wahrscheinlich nie was gestört hat. Aber jetzt wo du die Thematik angesprochen hast ….) …

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    1. Na ja der erste Teil ist ja fertig und man kann ihn im Moment noch hier unter „Frühling 2017“ nachlesen. Ich versuche gerade daraus nen Buch zu schrauben und es zu publizieren – aber bei KDP verstehe ich die „Steuern“ Angaben nicht. Außerdem weiß ich nicht, ob ich diese Seite dann schließen, bzw. die Beiträge auf „privat“ setzten müsste. So viele Fragen.
      Ich hoffe stark, dass die Bücher besser sind. Die Filme bieten zu viele Fragen. Was soll das Ende? Ein unsterbliches Paar, was sich nie beim „Alt-Werden“ zuschauen muss, wäre doch ne bessere Alternative.
      Warum reisen sie nie in die Zukunft? War der Vorfahre des Grafen nicht Mönch und damit Kinderlos? Was wollten diese Florentiner-Idioten? Woher kam der Elektroschocker am Ende (von 1920 wohl kaum)? Warum nur selektives Geistersehen? Warum geht sie nicht öfter zu ihren Großvater, wenn der als Großmeister alle Antworten haben dürfte?
      Das war jetzt nur die Spitze des Eisbergs. Je mehr ich nachdenke, desto mehr Fragen habe ich. Schrecklich !!!!
      Ich kann die ne PDF Version des Ersten Teils schicken (überarbeitet und vom Kontext meiner Seite befreit), wenn Du mir zuvor ne Mail an sackingbob74@hotmail.de schickst.

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      1. Ich befürchte, auch bei den Büchern werden zu viele offene Fragen für dich übrig bleiben. Vielleicht denken Jugendliche einfach nicht über sowas nach (denken Jugendliche überhaupt) und du kannst solche Überlegungen bei deinem Buch einbfach vollkommen außer Acht lassen 🙂 Aber den Grafen habe ich aus als kinderlos im Gedächtnis – komisch.
        Ich lese auch gerne den Frühling im Blog – wußte nicht, dass du darüber redest – und sorry, das Projekt hatte ich hier leider nicht mehr verfolgt. Aber jetzt 🙂 Ich gebe dir dann Rückmeldung, wie es mir gefällt (wenn du möchtest 🙂 )

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      2. Wie gesagt – schicke mir ne kurze Mail und du erhältst den Text als PDF oder einem Format Deiner Wahl (ePub etc).
        Ich bin generell der Meinung, dass man Kinder und Jugendliche nicht verarschen sollte. H.P. unser Lieblingszauberer hinterlässt bei mir nicht dieses ungute Gefühl. Selbst die etwas sehr tränenlastige (ist er jetzt mein Bruder oder nicht)-Dämonenjäger Reihe ist stringenter. Außerdem besitzt die Letztgenannte viel mehr Pep. Fast so viel Talent bei Action-Szenen wie unser Percy Jackson und seine griechischen Halunken. Da war Action allerdings etwas spannender – ist ja auch eine der letzten Jungen-Reihen.
        Ich sehe, ich sollte doch noch mal nen Text dazu schreiben…

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