Nachtrag zum gestrigen Text

Ok, ich sehe es ein. Der letzte Text war missverständlich …
Mir wurde zwei Mal vorgeworfen, dass er extrem trostlos wäre. Dabei war er eigentlich als das Gegenteil gemeint.
Wie soll ich es beschreiben? Mir gibt es ungemeine Hoffnung, dass das Leben irgendwann einmal ein Ende findet. Für mich ist das sowas wie ein Licht in der Dunkelheit.
Dabei ist das Leben nicht schlecht. Es macht jeden Tag Spaß. Wer mich privat kennt, weiß, dass ich ein ziemlich lustiger Mensch bin. Die Langeweile von der ich im letzten Beitrag sprach, macht mir eigentlich nichts aus.
Ich sehe nur in einer Ewigkeit voller Wiederholungen eine unendliche Qual.
Kennt jemand die Vampir-Bücher von Anne Rice?
»Interview mit einem Vampir« wird der ein oder andere bestimmt auch mal als Film gesehen haben.
In den Romanen wird die Ewigkeit als etwas extrem Langweiliges beschrieben, den die Vampire immer wieder durch lange Ruhephasen in denen sie Schlafen zu entfliehen hoffen. Keiner von ihnen hält es ewig auf der Welt aus. Einige Ur-Vampire drehen durch oder bringen sich selbst um.
Diese Darstellung kommt mir verdammt plausibel vor.
Wir sind nicht dazu geschaffen ewig zu leben. Der Tod bringt uns einen Ausweg, den wir auch als solchen verstehen sollten.
In meinem Text ging es um Hoffnung.

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14 Kommentare zu „Nachtrag zum gestrigen Text

    1. Warum? Was macht Dir daran so Angst? Stell Dir vor Du müsstest unendlich lange arbeiten. Mir macht ja manchmal schon Angst, dass ich noch mehr als 20 Jahre bis zur Rente habe. Dabei gehe ich gerne Arbeiten, Ich frag mich halt nur, wie lange das anhalten wird.

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      1. Was mir an meiner eigenen Nichtexistenz Angst macht? Meine Nichtexistenz natürlich, ich hab doch nur die eine! 🙂 Wer die Vorstellung, nicht mehr da zu sein, nicht ein klein wenig gruselig findet, muss schon hart im Nehmen sein. 🙂

        Gegen unendlich lange Arbeit hätte ich da auch wenig einzuwenden, gehe ich doch bei meiner Unendlichkeit auch von einer unendlich anhaltenden Gesundheit aus, ohne jeglichen Abbau des Körpers im Alter und was damit sonst noch so einhergeht.

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      2. Ich finde es befremdlich, dass niemand Angst hat, weil er nicht weiß, was vor seiner Geburt war. Da hattest Du doch schon die „Nichtexistens“.
        Ist man da auch hart im Nehmen, wenn man davor keine Angst hat, dass man nicht wissen kann, was vor der Geburt war?
        Warum ist das Eine so verdammt anders, als das Zweite?
        Mir ist beides gleich egal. Na klar, ich existiere jetzt. Ich mach etwas dagegen vergessen zu werden. Ich hab Kinder und versuche zu schreiben. Ich will auch ewig leben – aber in meinen Werken und in meinen Nachkommen, nicht in meinem Leben. Das wird auf jeden Fall eine Qual, wenn es sich ewig ziehen würde.

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  1. Man weiß ja, was vor der Geburt war. Das ist Geschichte. Kann man überall nachlesen und sich, je nachdem wie lange vor der eigenen Geburt, auch erzählen lassen. Wenn wir nicht mehr sind, können wir eben am Leben nicht mehr teilhaben. Sehen eventuell nicht, wie Enkel groß werden, oder ob man überhaupt welche bekommt.
    Ich denke, jeder, der früh gestorben ist, hätte sich sehr gern gewünscht, es wäre nicht vorbei. Er könnte die „Langeweile“ noch länger genießen.
    Wenn man ein langes Leben hinter sich hat, dann mag es sein, dass man irgendwann auch keinen Bock mehr hat. Wenn man nicht gesund ist, ist das noch mehr verständlich.
    Ich verstehe nur überhaupt nicht, wie man das Leben an sich langweilig finden kann? Wenn ich mir vorstelle, ich würde auf die Rente warten, bis es endlich besser wird, wäre das für mich ein verschwendetes Leben.
    Mich macht dein Eintrag eher nicht nachdenklich. Vielmehr finde ich ihn noch immer trostlos.
    Ich verstehe durchaus, dass derjenige der stirbt, es hinter sich hat. Gut, so ist das. Er braucht sich nicht mehr über irgendwas Gedanken zu machen. Aber vielleicht hätte er das ja gern.
    Nicht alle empfinden das Leben als endlose Langeweile. Wir leben eben nicht wie Vampire für immer. Für uns hat das Leben ein Ende. Vielleicht genießen wir es deshalb. Nein, nicht vielleicht. Wir sollten es gerade deshalb genießen. Gerade weil die Zeit begrenzt ist.

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    1. Die Moral Deiner Antwort würde ich blind unterschreiben. Das Leben ist nur einmal da – also genießt es gefälligst und macht daraus kein Problem.
      Mein Text beschäftigt sich auch eher mit der irrigen Ansicht, dass es ein ewiges Leben nach diesem hier gibt. Das wäre für mich die Hölle!!! Egal wie es wäre. Dann lieber Wiedergeburt und Alles auf Neu.
      Wir hinterlassen Geschichten und leben in ihnen weiter. Der Trost – „wir sehen uns im Jenseits wieder“ ist für mich keine Option. Ganz im Gegenteil finde ich diese Alternative schrecklich – sogar trostloser als alles Andere.
      Die Angst vor dem Tod ist nur menschlich. Biologisch gut zu erklären. Hätten wir keinen Überlebensinstinkt wäre unsere Rasse schön ausgestorben. Das Extrem (Todesphobie oder wie man es auch nennen will) verhindert dass wir leben (s.o.).
      Wir sollten es genießen und nicht danach streben es auf alle Fälle zu verlängern. Das raubt den Spaß und kann nur in Langeweile enden. Eine Langeweile die uns ersticken wird. Das wäre das ewige Leben für mich. Seh den Text eher als religiöses Statement…

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      1. Das stimmt und da gebe ich dir vollkommen recht. Ich sehe es auch so. Die Vorstellung, ich sehe im Jenseits die ganzen Arschlöcher wieder … nein Danke. Der HORROR! Mir gefällt die Vorstellung, dass ich nach meinem Tod einfach weg bin. Was anderes finde ich auch grauenvoll.
        Deine Gedankengänge sind ähnlich wie die, ob es sinnvoll wäre nochmals jung zu sein und alles nochmal zu erleben. Für mich auch der HORROR! Das war ja beim ersten Mal schon schlimm. Wer will das alles nochmals erleben?

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      2. Komisch den letzten Gedankengang fände ich verlockend – Jung zu sein, mit dem Wissen von heute und der Möglichkeit Fehler wieder gut zu machen oder einfach andere Wege zu gehen – einfach auszuprobieren was dann passiert, wäre schon verlockend für mich.

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      3. Ja, wenn man wüsste, dass man die Erfahrung behält, das wäre reizvoll. Aber gut, wenn wir nochmals von vorn beginnen, ohne die Erinnerung, dann wäre es auch wurscht, dann fängt man eben noch mal bei Null an. Sehr philosophisch das Ganze 😉

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      4. Ne das wäre nicht so positiv. Wir kommen gleich zurück zur Langeweile…
        Die Prämisse – „ich versetze mich zurück in meine Kindheit und erzähl alles noch viel cooler als es wirklich war“ – hab ich in meinem letzten Buch verwurstet. Das macht ich auch absichtlich, weil viele Schreibratgeber davor warnen zu autobiografisch zu werden (schon wieder eine Warnung vor Langeweile!).
        Warnungen fand ich schon immer sehr reißend. 😉

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