Ja, aber… Ein Aufruf an alle Verschwörungstheoretiker im Land

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Deutschland lernt langsam. Was schon PISA zeigte, äußert sich ebenfalls in vielen anderen Bereichen. Wir sind einfach nicht gut darin, ordentliche Verschwörungstheorien in die Welt zu setzen.
Die Beliebteste im Land ist zurzeit das Märchen, dass die Flüchtlinge die uns erreichen, unsere Kultur zerstören wollen. Dabei wird einfach nicht zu Ende gedacht.

Hier einmal der Aufruf an alle Leute da draußen, den Bogen noch ein wenig weiter zu spinnen.

Ich gebe euch mal ein paar Dinge an die Hand, die man sicherlich weiter entwickeln kann.

Die wichtigste Frage bei einer guten Verschwörungstheorie ist immer:

Wem nützt die Lage am Meisten?

Eine Frage, die die meisten akuten Theorien z.B. auf Facebook nicht beantworten – was sie als unwahrscheinlich entlarvt. Die Leute flüchten vor Bürgerkriege und wollen sicherlich nicht neue entfachen. Außerdem haben sie nichts gegen unsere Kultur, sonst würden sie woanders hin flüchten.

Daher hier zwei Theorien, die weitaus plausibler klingen.

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Wat is’n ne Perle?

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Also – (so beginnen fast alle Monologe aus einem Ort in meiner Nähe) – also, ne Perle is ne Frau, wenn’e von Gelsenkirchen wechkommst. Nich irgendne Frau, sondern Dein persönliches Problem, will ich ma gesagt haben.
Dann hört das mit dem Fisch aber auch schon wieder auf.
Perlen haben in unserer Zeit nicht mehr ganz die Bedeutung, die sie einmal hatten. Seitdem man sie züchten kann, ist der Stoff, auf dem die Träume waren fast schon beliebig und gewöhnlich.
Trotzdem sagt man (der Bibel sei dank), das wäre so, als würde man »Perlen vor die Säue werfen«. Zum Glück hat man das noch nicht geändert z.B. in »Sein Handy an einen Affen verschenken«, auch wenn das der jüngeren Generation vielleicht eingängiger erschien.
Perlen sucht man im Internet meist vergebens. So wie der einst sehr teure Tand ist die Beliebigkeit von einigen Usern erschreckend hoch. Man möchte fast sagen, sie wären…

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Ein unmögliches Thema

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Bei dem Thema dieser Woche fällt mir lediglich der alte Witz ein:

Was versteht man unter einer Autobahnbrücke?
Nichts! Nicht einmal sein eigenes Wort.

Es gibt Themen, über die sollte »Mann« seine vorlaute Klappe halten. Das sind z.B. Themen, wie Abtreibung, Vergewaltigung und ähnliche Dinge, bei denen Mann sich einfach nur peinlich macht. Jedes Wort, welches Mann sagt oder schreibt, kann gegen Dich verwendet werden und in den meisten Fällen auch dazu genutzt.
Ich erspare jedem auch Kommentare zur Homosexualität. Mal ganz davon ab, dass niemand ein Recht dazu hat, sich anderer Leute Sexualität einzumischen, wäre jeder Satz ein falscher Satz.
Genauso kann und möchte ich nicht über Flüchtlinge im Allgemeinen sprechen, da ich selbst nicht geflüchtet habe und sehr froh darüber bin, dass dies bisher nicht nötig war.
Warum sollte ich jetzt etwas zu Behinderungen sagen?
Ich befürchte, dass jeder Jugendlicher in seiner altersgemäßen trübsinnigen Laune, sich selbst mal…

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Kindheitserinnerungen -jetzt Wirklich?

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Kindheitserinnerungen ist ein Thema, welches ich mir als aller letztes ausgesucht hätte. Das liegt besonders daran, dass ich an meine Kindheit nicht gerne zurückdenke.
Ich war als Kind eine Mischung aus Brillenschlange, Klugscheißer und hoffnungsloser Versager, was sich durch das fehlende Talent in der Rechtschreibung äußerte (ich habe Legasthenie, obwohl das nie bewiesen wurde). Dazu kam noch ein starker Hang zur Religion – ich rannt mit »Jesus lebt«-Broschen herum – was mich zum Außenseiter einer jeden Gemeinschaft titulierte.
Die echten Streber hatten ein Problem mit mir, weil ich nicht gut in der Schule war, die Anderen, weil ich redete und aussah wie ein Steber und Alle, weil ich ihnen mit Gott auf den Geist ging. Meine Fantasy in der Rechtschreibung führte schließlich sogar zu meiner frühzeitigen Entlassung aus dem Gymnasium und dem Gang zur Realschule in der Bronx meiner Heimatstadt.
Das Ding hatte einen sehr schlechten Ruf, dem alle Schüler…

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Verfolgt?

Wir traten auf die Straße. Natürlich fehlte jede Spur von meinem Auto. Außerdem fehlten mir die Schlüssel.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sah ich eine Gestalt, die die Kapuze ihres Regenmantels tief ins Gesicht gezogen hatte.
Mit einem Kopfnicken in die Richtung des komischen Kerls, deute ich Winter an, dass wir beobachtet wurden. Sie sah mich irritiert an und schüttelte den Kopf.
Ich zischte: »Da drüben.«, und deutete erneut in die Richtung.
Winter drehte ihren Kopf und sagte: »Was ist da?«
Als ich hinsah, konnte ich niemanden mehr sehen.
»Da stand gerade noch so ein Kerl, der uns beobachtete.«
»Du spinnst. Wahrscheinlich leidest Du unter Verfolgungswahn.«
»Das ist lustig, dass Du das bemerkst. Wusstest Du, dass die Wahrscheinlichkeit unter Paranoia zu leidet, bei Menschen, die in Wintermonaten geboren wurden, höher liegt, als bei anderen?«
»Willst Du mir jetzt was anhängen?«
Ich schüttelte den Kopf und sagte: »Fahren wir mit dem Bus?«
»Wohin?«
»Das ist eine gute Frage.«
»Die Frage stammt ja auch von mir.« Winter lachte spitz auf.
»Könntest Du das bitte lassen – dieses Lachen erzeugt Aufmerksamkeit, die wir jetzt nicht brauchen.«
Nickend sagte Winter: »Zunächst einmal weiß niemand, dass wir raus sind. Die Einzigen, die es interessiert, liegen drinnen im Tiefschlaf. Des Weiteren können wir zu mir fahren. Die Bude kennt niemand.«
»Du meinst diese Wohnung, in der ich Dich im letzten Herbst besucht habe?«
»Nein ich hab schon etwas anderes. Du wirst es lieben.«
Wir stellten uns an eine Bushaltestelle und warteten. Eigentlich war die Idee den Bus zu nehmen für eine übereilte Flucht ziemlich dumm. Allerdings hatte ich keine Lust, Winter darauf hinzuweisen.
Der Bus hatte Verspätung. Wir warteten eine dreiviertel Stunde, in der ich immer nervöser wurde. Unter ein paar dunklen Bäumen meinte ich, die Umrisse einer Person mit Regenmantel zu erkennen. Als ich jedoch noch einmal hinsah, war sie verschwunden.
Dann sah ich den Kerl hinter einer Litfaßsäule. Ich konnte fast sein Gesicht erkennen. Als ich dann blinzelte, war er verschwunden. Ich glaubte langsam, unter schwerem Stress zu stehen – als Folge des Schlafmangels oder irgendeiner anderen Begebenheit der letzten paar Tage.
Endlich hielt der Bus vor uns und öffnete seine Türen. Ich stapfte am Busfahrer vorbei und sagte: »Meine Begleitung kümmert sich um die Fahrkarten.«
Eine Brieftasche hatte ich natürlich nicht mehr.
In der letzten Reihe sah ich jemand sitzen. Bei der abgedunkelten Beleuchtung konnte ich sein Gesicht jedoch nicht erkennen. Als ich näher kam, sah ich, dass er einen schwarzen Regenmantel an hatte. Schnell drehte ich mich zu Winter, die immer noch mit dem Fahrer diskutierte. Es war sinnlos, sie jetzt zu unterbrechen, deshalb drehte ich mich wieder zurück.
Der Platz, an dem jemand gerade noch gesessen hatte, war leer.

Auf der Flucht

Sie zog an meinem Arm, während ich protestierte. »Das ist nicht richtig. Wir sollten hierbleiben. Sie werden uns verfolgen und wenn sie uns haben, werden wir sehr lange hinter Gittern sitzen.«
»Stell Dich nicht so an. Du hast alle Zeit der Welt. Außerdem schau Dich um. Das hier ist nicht normal. Sie schlafen alle.«
Erstaunt blieb ich stehen. Tatsächlich lagen die Köpfe der Beamten, die im Zimmer hinter dem Gefängnistrakt arbeiteten, auf dem Tischen. Ihr Schnarchen war das leise Brummen, welches ich vorhin gehört hatte. Sie sahen nicht so aus, als wären sie bei der Arbeit eingeschlafen. Eher so, als hätte man Lachgas in den Raum geleitet.
Ich sagte: »Wusstest Du, dass man von Lachgas gar nicht lachen muss? Es wurde nur so genannt, weil man es früher als Partie-Droge bei feuchtfröhlichen Zusammenkünften eingesetzt hat. Die Leute hatten dabei so viel Spaß – das Zeug macht in leichter Konzentration stark euphorisch – dass man ihm den Namen gab.«
»Das hier war nicht Lachgas. Das hier ist Magie.«
»Du meinst die dunkle Soße, mit der jede Suppe besser schmeckt?«
»Nein, das Zeug, was Harry Potter bekannt gemacht hat.«
»Du meinst, es war Blondi?«
Winter spitze die Lippen und sagte: »Es wäre schön, wenn Du sie nicht so nennen würdest.«
»Zu sexistisch für Dich?«
»Ja, so könnte man das auch ausdrücken.«
Sie hielt kurz inne und sagte: »Sollen wir jetzt gehen? Irgendjemand hat sich sehr viel Mühe gegeben, um uns alle Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen.«
Ich schüttelte den Kopf: »Das ist überhaupt keine gute Idee.«
»Jetzt hör auf zu jammern und komm endlich.«
»Aber ich jammer gerne und viel. Das ist mein liebstes Hobby.«
Winter nahm meine Hand und zog mich weiter.
Tatsächlich standen alle Türen auf. Der Weg aus dem Revier, war so einfach wie ein Spaziergang im Park, wenn man mal davon absieht, dass man für einige Parks viel Eintritt bezahlen musste und es Nachts weniger sicher war. Hier würden wir die Rechnung erst nachträglich erhalten.
Ich riss mich erneut los und sagte: »Wir sollten das nicht machen.«
Mit einer schnellen Drehung hatte Winter ihre Hand wieder an meinem Ärmel und zog mich los. Sie sagte: »Mach Dir hinterher Gedanken darüber. Wir müssen diese Attentäterin finden.«
»Wäre es dann nicht besser, die Polizei auf unserer Seite zu haben?«
»Die werden den Fall nie lösen, wenn sie glauben, schon Schuldige zu haben. Also komm jetzt und trödel nicht.«

Ein Wunder

Um mich herum war es dunkel geworden. Zwei kleine glimmende Lichter erhellten den Raum nur ungenügend. Von meiner Position konnte ich die Toilette sehen, die im Halbdunklen hinter der Türöffnung lauerte. Ihre Klobrille wirkte wie die untere Zahnreihe eines Totenschädels, der mich lächelnd anblickte.
Ich schaute zur anderen Seite. Dort hatte sich vor Kurzem etwas bewegt, das mich geweckt hatte.
Allerdings konnte ich niemanden erkennen.
Langsam stand ich auf, zog meine Hose und meine Socken an und schlich zur Tür. Vielleicht war das, was mich wach gemacht hatte, gerade hinaus?
Mit ein paar Schritten auf Zehenspitzen tänzelte ich zum Eingang, immer bemüht keinen Lärm zu machen. Ich hielt den Atem an, um mich nicht zu verraten.
Die Tür stand in einem merkwürdigen Winkel. Ich zuckte zusammen, als ich merkte, dass sie offen stand. Wer lässt im Gefängnis denn die Türen auf? War hier gerade Tag des offnen Tors?
Wahrscheinlich wartete hinter dem Ausgang ein Polizist auf mich, der sich dafür revanchieren wollte, dass ich eine Polizistin umgebracht hatte. Sie warteten bestimmt mit langen Stöcken, und aus ihren Münder rann der Geifer auf den Boden.
Es wäre besser, wenn ich die einfach zuschließen würde. Vielleicht merkt keiner, dass was passiert war. Wenn sie dann hier rein wollen, müssen sie erst einmal den Schlüssel finden und ich konnte das Bett vor den Eingang schieben.
An dem Ort, an dem ich stand, zog ein eisiger Windhauch an mir vorbei. Ich musste mich schnell entscheiden. Wenn man mich morgens so erwischte, würde man mir Fragen stellen, die ich nicht beantworten konnte.
Vorsichtig setzte ich einen weiteren Fuß, vor den anderen. Jetzt war es noch wichtiger, keinen Laut zu machen. Angestrengt lauschte ich nach draußen. Hatte ich da eine Stimme gehört, die leise flüsterte?
Ich gefror erneut auf der Stelle und lauschte. Es war nur der Wind. Ein leises Brummen kam aus dem Gang.
Erneut ein paar Schritte weiter – da war wieder dieses Flüstern. Ich hatte es jetzt deutlicher gehört. Irgendetwas unterhielt sich da. Das mussten die Polizisten sein, die auf mich warteten.
Nur noch ein Katzensprung, bis ich die Tür zuschlagen konnte. Natürlich ging sie zum Gang auf, ich musste mich also ein kleines Stück nach draußen lehnen.
Ganz langsam streckte ich meinen Arm aus. Er reichte nicht ganz, bis zum Türgriff. Noch einen Millimeter mit meinem Fuß nach vorne. Ich stand jetzt auf einem Bein und streckte mich, wie ich es schon lange nicht mehr gemacht hatte.
Meine Finger berührten das kalte Metall des Knaufs. Schnell umschloss ich ihn mit meiner Faust.
Langsam zog ich.
Dann landete ich plötzlich unsanft auf dem Boden. Jemand hatte die Tür ganz aufgerissen und stand jetzt direkt über mir.
Schnell legte ich die Hände über meinen Kopf und wartete auf die Schläge, die mich sicherlich gleich treffen würden.
Als sie ausblieben, blickte ich langsam nach oben.
Über mir stand Winter und sagte: »Sollen wir jetzt rausgehen? Mir wird langsam langweilig.«

Should I stay or should i go

»Soll ich uns hier herausholen?«
Immer wieder den Kopf schüttelnd sagte ich: »Nein bitte nicht! Es würde uns nicht viel bringen und wir müssten ständig über unsere Schulter schauen, ob dort die Polizei auf uns lauert. Ich habe da überhaupt keine Lust drauf.«
»Ich kann mich als Wolke durch Gitterstäbe gleiten lassen und hol dann den Schlüssel. Du wirst sehen, das ist kein Problem für mich.«
»Lass uns doch erst einmal hier bleiben. Sie finden vielleicht Beweise für unsere Unschuld.«
»Die finden nicht einmal ein Kamel, welches direkt vor ihnen im Salat steht. Besonders dieser Paul ist ein absoluter Versager.«
Ich konnte eine weitere Stimme im Gang hören. »Interessante Beobachtung. Ich würde den Herrschaften allerdings raten, keine Dummheiten anzustellen, auch wenn ich das mit der Wolke gerne sehen würde. Wir werden uns morgen um sie kümmern.«
Zusammenzuckend ging ich einen Schritt von der Tür weg. Ich schrie Winter noch zu: »Mach bitte keinen Blödsinn und schlaf erst einmal.«
»Muss ich nicht.«
»Dann tu wenigsten so, als würdest Du schlafen, und lass mich ein wenig schlummern.«
Das Bett wirkte plötzlich einladend auf mich, auch wenn es sich dazu sehr viel Mühe geben musste. Zumindest waren die Kissenbezüge neu oder zumindest frisch gewaschen.
Ich blickte unter die Bettdecke und suchte nach Flöhen oder Wanzen. Als sich keine finden ließen, legte ich mich auf die Matratze. Sie war angenehm hart.
Nachdem ich die Socken und die Hose abgestreift hatte, schloss ich als Versuch die Augen. Dort lief gerade ein abartiger Kopfkino-Film, in dem tausende Dinge durch die Luft flogen. Ich sah erneut abgerissene Arme und blickte in das Gesicht von Maira, die mich mit leeren Augen anblickte. Ihre Schläfe wies ein riesiges Loch auf. Das hatte ich bisher gar nicht gesehen.
Ihr Mund öffnete sich und sie sagte: »Du hast mich umgebracht.«
So laut ich konnte, schrie ich: »Das war ich nicht.«
»Du und Deine Freundin bringt nur Leid in die Welt. Jeder der euch kennt, ist in Gefahr.«
Ich schüttelte den Kopf und sagte leise: »Sie ist nicht meine Freundin. Sie ist nur eine Bekannte.«
Marias Rachen öffnete sich weiter und eine schwarze Wolke aus Rauch stieg aus ihr auf. Sie füllte innerhalb von Sekunden mein gesamtes Blickfeld.
Von überall drangen Stimmen auf mich ein. Viele sagten: »Mörder«, andere schrien »Verräter« und einige »Du bringst den Tod«.
Entsetzt riss ich meine Augen auf. Irgendetwas Kaltes hatte meine Wange gestreift.

Das Leben in der Zelle

Nachdem sie mir alle Dinge abgenommen hatten, die ihnen irgendwie gefährlich vorkamen (mein Gürtel wurde als Erstes konfiziert), stießen sie mich in einen kleinen, ziemlich kargen Raum. Die Fenster waren vergittert. Ein Durchgang führte in ein noch kleines Zimmer, mit einer Toilette.
Im größeren Raum stand lediglich noch ein Bett, welches seine besten Tage schon vor einer Ewigkeit hinter sich gelassen hatte und trotzdem weiter leben musste. Warum sie dem armen Ding keine Ruhe gönnten, konnte ich nicht nachvollziehen. Irgendwie fühlte ich mich gerade genauso wie dieses Bett.
Der Raum war nicht unbedingt das, was ich mir vorgestellt hatte. Insgesamt war es netter als einige Hotelzimmer, in denen ich bisher abgestiegen war. Allerdings fehlten der Schreibtisch und der Fernseher. Wäre mir so ein Zimmer untergekommen, hätte ich mich beschwert. Wer kann schon ohne Fernseher leben? Gilt der nicht eigentlich als Standard?
Vielleicht wurde er entfernt, weil er Menschen in den Selbstmord getrieben hat. Das Programm ist in der letzten Zeit immer schlechter geworden. Das kann empfindsame Seelen für immer zerstören.
Ich setzte mich auf die Bettkante und sah mich weiter um.
Von außerhalb der Tür hörte ich Winters Stimme. Sie rief nach mir.
Ich ging langsam zur Tür und lauschte.
»Kannst Du mich hören, Bob?«
Für einen Moment zögerte ich. Vielleicht war es eine neue Gelegenheit endlich Ruhe zu bekommen. Wenn ich mich hier einfach nur aufs Bett legen würde, könnte ich vielleicht die gesamte Geschichte vergessen. Sie kam mir sowieso eher wie ein böser Traum vor. Dabei neige ich eigentlich gar nicht zu Albträumen.
Winter schrie erneut: »Bob? Wie geht es Dir?«
Sie klang wirklich besorgt. Ich schrie zurück. »Mir geht es gut. Was ist mit Dir?«
»Ich wusste doch, dass ich Dich mit dem kleinen Trick zum Reden bringen würde. Kaum sagt man die einfache und nicht ganz ehrliche Floskel, musst Du einfach antworten.«
»Du hast mir nicht geantwortet.«
»Brauch ich nicht. Du weißt, dass es mir immer gut geht.«
Müde legte ich meinen Kopf an die Tür. Sie ging mir einfach nur auf die Nerven. Wäre sie dieses Jahr fern geblieben, wäre ich jetzt zu Hause und würde mir eine neue Serie auf Netflix ansehen oder würde PS4 spielen. Hätte sie mich doch blos nie besucht…
Leise murmelte ich: »Hätte, hätte, Fahrradkette.«

Unsere Nachbarn oder History will teach you

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Auch wenn der Nobelpreis verdienterweise an Bob Dylon ging, während Sting für seine seichten Texte diverse Schmähpreise erhielt, bin ich doch ein großer Freund seines Titels: „History will teach us nothing“.Manche Deutschen machen es sich gerade bei der Hürde der warnenden Geschichte erschreckend leicht, indem sie sie immer wieder überrennen, genauso wie das Land in dem wir leben oft genug überrannt wurde. Es soll hier Menschen geben, die unsere Werte gegen unsere weit gereisten Nachbarn verteidigen wollen, als kämen sie von anderen Planeten. Dabei frage ich mich, was überhaupt „deutsch“ ist?

Welche Identität wird hier verteidigt?

Schauen wir uns doch mal die Geschichte an. Wir Deutschen stammen teilweise (diese ‚Super-Deutschen‘ Typen, die sich ‚Das Volk‘ nennen, wahrscheinlich mehrheitlich) vom Neandertaler ab. Dieser nicht allzu clevere Stamm ließ sich von Zugereisten, aus Afrika stammenden, Homosapiens überrennen. Das war es dann mit ihrer Kultur und ihrer Religion. War diese Rasse die ersten…

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