Blogparade: Vernetzung unter Bloggern

Die Frau Ich lud zu einer Blog-Parade ein, der ich hiermit herzlich folgen möchte. Als Anarchist verbietet sich natürlich, die Regeln vollständig zu beherzigen, daher lass ich die Fragen einfach mal außen vor und beantworte mit den folgenden Texten mehr, als gefragt ist.

Was ist ›Vernetzung‹ überhaupt?

Die Antwort ist nicht ganz einfach. Eine Vernetzung in der heutigen Zeit bedeutet lesen, um gelesen zu werden. Für Einige ist es nicht viel mehr und nur ein Mittel zum Zweck. Die Leute auf Instagram, auf Facebook oder Tumblr haben diese Maxime verinnerlicht. Vielleicht kann man sogar mit einer Kooperation noch viel mehr Leute erreichen.
Auf WordPress habe ich viele idealistische Menschen getroffen, die dies nicht unterschreiben würden. Sie lesen und schreiben ohne Hintergedanken.
Was ist denn jetzt eine Vernetzung, wenn nicht das Folgen und Gefolgt werden im Mittelpunkt steht? Will man Freundschaften knüpfen?

Die Vergangenheit

Vor ein paar Jahren (oder besser einem Jahrzehnt) war die Vernetzung noch etwas ganz anderes. Da ging es darum, sich mit anderen Leuten auszutauschen. Ich trauere der Zeit ein wenig hinterher und bin nicht sicher, ob der ein oder andere das überhaupt noch kennt. Hier ging es nicht um Follower, sondern um die Unterhaltung, die immer im Mittelpunkt stand.
Dazu traf man sich damals in Foren, deren Themen die Leute zusammenführten. Heute gibt es diese sicherlich immer noch, sie haben aber deutlich an Bedeutung verloren.
Im Forum unterhielt man sich über Triviales, Intellektuelles oder gar Vulgäres, allerdings nie, ohne ein gewisses Niveau zu unterbieten. Selbst die Trolle (und ich bin mit dem größten von ihnen immer noch gut befreundet) waren eloquent und unheimlich unterhaltsam.
Das Forum besteht schon lange nicht mehr und die Welt funktioniert heute anders. In den heutigen Medien ist die Nachricht von gestern schon lange tot. Die Halbwertszeit eines Beitrags beträgt nur noch gefühlte Minuten. Versteht mich richtig, nur so fühlt man sich immer aktuell und am Puls der Zeit, aber diese langen geistreichen Unterhaltungen vermisse ich sehr. Was nützt die Vernetzung also, wenn das Gespräch darunter leidet? Was ich mir wünsche, sind Dialoge und nicht endlose Monologe von zwei Seiten in Dolby Surround. Mit ellenlangen Pausen, wo sie gebraucht werden.
Ich habe mich vernetzt und ich versuchte das mit dem MMB.

Die Möglichkeiten ohne Erfolg

Natürlich lese ich andere Blogs, bin auf Facebook, Twitter und Gott-Weiß-Wo. Allerdings vermisse ich den Dialog.
Ich gab Kommentare – allerdings haben die Meisten da draußen nicht den gleichen Wunsch, das letzte Wort zu behalten, weshalb sich dort auch fast keine Dialoge ergeben. Wahrscheinlich haben die Menschen allerdings auch Angst vor meinem inneren Troll.
Was ich gerne hätte? Ich habe mal ein Facebook Post eines Freunds mit mind. 30 Antworten getrollt, wobei eine Antwort dämlicher war als die vorige. Gefragt war, ob man errät, was auf dem Bild dargestellt wird.
Ein anderes Mal habe ich auf eine einfache Frage eines Beitrags, eine 300 Wörter lange Geschichte erfunden, die die Frage vollständig beantwortete, ohne dass sie selbst plausibel war.
So etwas hätte ich gerne als Dialog. Gedankenblitze im Gespräch, wären ein Ziel für mich für eine ideale Vernetzung. Beleidigungen wären dort absolut erlaubt, solange sie geistreich sind und nicht flach und pervers.
Mit diesen Leuten würde ich mich gerne auch unterhalten – nebenbei bei Bier, Wein und Mineralwasser.
Die Leute im Forum kannten sich fast alle auch privat – natürlich nicht vor dem Beginn des Forums, sondern erst später.

Wie also?

Die Frage, wie ich mich vernetze, ist nicht relevant, denn ich hab das Gefühl, dass ich es falsch gemacht habe. Weder ist die Follower-Zahl gestiegen, noch habe ich (bis auf ganz wenige Ausnahmen, die ich sehr schätze), kaum neue Leute kennengelernt. Ich würde sehr gerne mehrere von euch kennenlernen. Das ist jedoch für viele nicht der Sinn einer Vernetzung, was ich schade finde.
Wie ich mir eine Vernetzung vorstelle, die mir Spaß machen würde, sähe z.B. so aus: Jemand schreibt einen Satz und jeder der mitmacht kommentiert darauf. Man darf auf Kommentare reagieren oder selbst seinen Senf dazu geben. Dialoge sind erwünscht und es gibt keine Tabus außer Dummheit. Wäre das ein neues Feature im MMB, die euch Spaß macht?

Ich hoffe, ihr hinterlasst eure Kommentare…

Schreiben gegen Rechts – Fragen an alle Leser

Wisst ihr, was ich nicht verstehe?
Natürlich Russisch!
…und die Tatsache, dass immer wieder gesagt wird, dass die ›Fremden‹ unsere Kultur zerstören werden. Es wird davor gesprochen, dass die Anderen durch die ›Rassenvermischung‹ unsere Identität nehmen würden.
Das verstehe ich nicht. Das geht einfach nicht in meinen Kopf.
1. Was haben die Deutschen in den letzten paar Jahren geschaffen, was so verdammt schützenswert wäre? Geht es hier um den Abgasskandal? Sind wir in einem Fach besser als alle anderen (ich denke jetzt mal an PISA)? Sind wir besonders toll in irgend einer Sportart (bei mir in der Schule hat man sich auch darüber definiert…)
Warum ist die Angst so tief, dass unsere ›Rasse‹ ausstirbt?
Was treibt jemand dazu, so eine Angst zu entwickeln?
Dann wird auch noch behauptet, dass ›die die Auslöschung sogar wollen‹.
Bitte einmal Antworten, wenn man hier eine Antwort darauf geben kann: Wer sind denn bitte dies ominösen ›DIE‹? Und welcher Rasse entspringen ›wir‹?
2. Warum glaubt man, dass eine ›reine Rasse‹ besser ist als die ›vermischte Rasse‹? Hat da jemand im Biologieunterricht nicht aufgepasst? Kennt man das auch am Beispiel der Hunderassen? Ich sag jetzt mal Überzüchtung? Wenn ihr euch so gut gefallt, dann probiert doch mal dieses großartige Spiel für die ganze Familie, mit dem Titel ›Inzest‹. Es kann natürlich Nebenwirkungen haben, führt aber definitiv zu einer reinen, degenerierten und zum Glück bald aussterbenden Rasse. Beispiele gibt es zahlreiche.
Herzlichen Dank.
Mein Biologielehrer sagte, dass eine Vermischung der Gene immer gut ist. Soweit kann ich mich erinnern. Die Ergebnisse sind stärker, intelligenter und sowieso toll. Wovor haben diese Leute dann Angst? Dass die nachfolgende ›Rasse‹ besser ist, als die im Moment lebende?
3. Was nennt man Lügenpresse? Im Zeitalter des Internets werden freie Journalisten beauftragt. Natürlich ist jeder Bericht subjektiv. Es gibt niemanden, der objektiv berichten kann, da jeder Mensch eine Meinung hat. Warum versteht ihr nicht, dass hier keine Maschinen am Werk sind? Das sind Menschen, die Meinungen haben. Diese Meinungen treiben sie und verbreiten sie. Natürlich tummeln sich bei Portalen wie ›Spiegel Online‹ viele gleiche Meinungen. Irgendwie verbindet auch der Hintergrund. Sie sind aber trotzdem auch sehr unterschiedlich.
Das sind zum Teil frei Schreiber. Sie verdienen daran, dass sie ihre Meinung verkaufen. Wenn ihr das ändern wollt, dann ändert ihre Meinung. Lest unterschiedliche Leute, die eurer Meinung sind und macht sie relevanter.
Wenn ihr das nicht macht, dann müsst ihr damit leben, dass die Welt eine andere Meinung habt als ihr.
Sie dann einfach ›Lügenpresse‹ zu nennen, ist genauso blöd, wie wenn man seine eigene Hand der Unfähigkeit beschuldigt.
Ganz ehrlich – ich verstehe euch nicht. Ich verstehe eure Wörter nicht und ich verstehe eure Gedanken nicht. Ich kann nicht nachvollziehen, was ihr wollt. Ihr seid mir ein Rätzel.
Euch anderen verstehe ich aber auch nicht. Warum sagt ihr nichts? Warum steht ihr nur rum? Warum habt ihr keinen Standpunkt?
Ich meine nicht euch, die ihr die ganze Zeit etwas schreibt und es klar sagt. Ihr seid prima! Ihr habt Style.
Aber ihr dahinter, die nur still mit den Achseln zuckt – was muss geschehen, dass ihr wach werdet? Wann schaut ihr euch um? Muss es schon wieder soweit kommen, dass ihr sagt, ihr habt ja nichts gewusst? Wann steht ihr auf? Wann geht ihr los?
Sagt doch mal was!
Gruß,
Sebastian

Liebster Award

Es ist mal wieder so weit – ich wurde nominiert vom lieben Uliwood. Dank Dir erst einmal dafür.

Kommen wir zu den Fragen:

Wie würdest Du dich beschreiben?Was macht Deinen Blog aus?

Ich bin fett, faul und gesprächig, und das sind nur meine positiven Eigenschaften. Mein Blog hat wahrlich andere Qualitäten. Die sollte aber jeder selbst finden.

Was war Dein Lieblingsfach in der Schule?

Chemie – liegt sowas von nah bei nem promovierten Chemiker.

Ist das Leben ohne Alkohol zu ertragen?

Ich kann auch ohne Alkohol unglücklich sein, aber mit ist auch gut. Also Egal.

Apropos Nominierung. Wenn Du einen Oscar gewinnen würdest – wofür? (nicht zwingend filmische Disziplinen)

Mein Blog? Wäre geil!

Was ist Dein bevorzugtes Reiseziel?

Irland früher – heute geht mein Wunsch nach Neuseeland. Das Geld und die Zeit fehlt.

Wie würde Dein Phantasiename lauten?

SackingBob? 😉 Deine Fragen sind viel zu naheliegend…

STAR WARS oder STAR TREK?

Doctor WHO? 

Ich mein jetzt ehrlich – Captain John Pütz gegen den dunklen Daddy mit seinem toten Stern? Es ist doch klar wie das ausgeht. Da würden sich selbst die Borg einen Zahn ausbeißen. 

Allerdings sind alle Folgen der zweiten Generation besser als die Episoden eins bis drei. Also immer noch beide – oder lieber Babylon 5 oder der Doktor!

Mit wem würdest Du dich nie in der Öffentlichkeit blicken lassen?

Einen RTL oder RTL2 Tream! Fast egal für welche Sendung.

Was ist der Sinn des Lebens?

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PS: dieser Text wurde auf meinem Handy, während des Grillens im Regen geschrieben. Ich möchte fehlende Qualität und Rechtschreibung entschuldigen. Aber die Köfte wurden einfach zu langsam braun. Geschmeckt hat es trotzdem.

Nominieren mach ich diesmal nicht.

Gruß,

Sebastian 

Liebster Award

Ich wurde auf neuegedichte von jnbender zum Liebster-Award nominiert. An dieser Stelle möchte ich mich, so wie es die Regeln velangen, herzlich dafür bedanken.
Die Regeln lauten neben dem Dank, die Fragen zu beantworten, selbst 11 Fragen zu stellen und seine eigenen Nominierten darauf aufmerksam zu machen, dass sie unsere Liebsten sind. In wieweit ich meine, dass Regeln dafür da sind gebrochen zu werden und welche ich daher einfach überrenne, könnt ihr gleich nachlesen.

Die Fragen von jnbender:

1. Das Motto des Liebster Awards ist ja “Discover new blogs” – beschreibe, worum es dir auf deinem Blog geht.

Natürlich möchte ich mit dem Blog reich und berühmt werden. Sobald ich in Stadien vor tausenden Menschen meine Texte vortragen werde, kann ich den Blog beenden. Das war aber gar nicht die Frage. Auf meinem Blog geht es…
Kann man überhaupt »auf« einem Blog gehen? Hüpft man nicht eher darüber? Die letzte Frage hat vielleicht etwas Anzügliches. Ach je ich schweife schon wieder ab.
Ich glaub es geht um die Jahreszeiten und mich. Dabei wird ein Dialog entwickelt, der die Persönlichkeiten der Jahreszeiten skizziert und mich irritiert. Vielleicht geht es ja um meine psychischen Probleme keine Selbstgespräche führen zu können. Wer weiß das schon?

2. Wenn du einen Tag lang ein Wort wärst, welches wäre es?

›Umleitung‹ das wäre zwar kein schönes Wort, aber ich stell es mir lustig vor. Besonders, wenn man völlig nutzlos im Raum steht.

3. Wenn du einen Tag lang durchgehend drei Songs (in Dauerschleife) hören könntest/müsstest, welche wären das?

Drei beliebige Nena Songs würden mich schon nach ca. 3 Stunden in den Wahnsinn treiben und einen Amoklauf auslösen, in dessen Folge ich alles Leben auf diesem Planeten vernichte. Eine halbe Stunde Bijörk und ich hätte mich selbst umgebracht.
Aushalten könnte ich die folgende Mischen: »Black Parade«, »My Way« und »Jain«. Wer die Künstler dazu nicht kennt, ist selbst schuld. Außerdem: Wer sagt denn, dass ich die Lieder nicht auf Dauerschleife hör? Ein paar Lieder von WIZO wären noch ganz nett.

4. Wenn du einen Tag in einer beliebigen Zeit verbringen könntest, welche wäre es? Und warum?

Jede Zeit wäre scheiße, wenn man sie nicht am richtigen Ort verbringen würde. Was wäre, wenn ich Mittelalter sage und den Tag dann auf See zwischen Italien und Tunesien verbringen würde? Das Schlimmste wäre, dass ich kein Italienisch kann.
Wenn ich jetzt die 60 – 70ger Jahre sage und insbesondere die 68ger Revolution, dann möchte ich den Tag nicht in einem Bergwerg arbeiten müssen.

5. Sollte Satire Grenzen haben?

Nein auf keinen Fall. Grenzen sollten Satire sein.

6. Was hältst du von Political Correctness?

Nichts.

7. Nehmen wir an, man glaubt an die Wiedergeburt: wie würdest du dir dein “nächstes Leben” wünschen, unabhängig vom jetzigen?

Es gibt da so einen Witz:

In einer Séance fragt ein alter Freund, den schon dahingeschiedenen, wie denn das Leben so im Jenseits ist. Dieser antwortet: »Ich steh auf, *** erst einmal, dann gibt es was zu essen, dann wird erneut *** bis es Mittag ist, dann renn ich ein wenig über die Wiese, es wird wieder ***, noch ein wenig gefuttert und abschließend noch einmal ***.«
Meint der alte Freund: »Wow, bist Du im Himmel?«
Meint der Tote: »Ne ich bin als Kaninchen wiedergeboren worden.«

Die drei * sind mit einem beliebigen Wort für den Reproduktionsakt zu ersetzen!

Die Frage erinnert mich ein wenig daran. Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit dem, was ich erreicht habe. Natürlich würde ich mir weniger Bauch wünschen und vielleicht eine eher sportliche Attitüde. Ein paar Muskeln wären nett.
Ach was solls, ich nehm, was kommt.

8. Drei Eigenschaften, die du NICHT hast?

Sportlichkeit, Perfektionismus, Gehorsamkeit

9. Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft?

Alles! Nur mehr davon!

10. Charlie Chaplin sagte einmal: “In the end, everything is a gag.” Was sagst du dazu?

Klasse! Habe schon sehr lange darüber nachgedacht, was auf meinem Grabstein stehen sollte. Ich denke mir: »Bin nur kurz Zigaretten kaufen« oder »Hatte sonst nichts Besseres vor« wären nett.

11. Ein beliebiges Zitat zum Schluss: …

›Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau rausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch etwas noch Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. Es gibt eine andere Theorie, die besagt, dass das bereits passiert ist.‹ Douglas Adams

Das Zitat hatte ich übrigens an den Anfang meiner Dissertation geschrieben.


Da ich ja bekanntlich von Regeln nicht viel halte, möchte ich zwar ein paar Fragen aufschreiben, jedoch niemanden nominieren. Wer bis jetzt gelesen hat, hat es verdient nicht hier auch noch namentlich genannt zu werden.

1. Woran geht die Welt zugrunde?
2. Wie könnte man sie besser machen?
3. Was hindert Dich daran, dies umzusetzen?
4. Was passiert, wenn man in einem Taxi sitzt, welches die Lichtgeschwindigkeit erreicht hat und der Fahrer setzt den Blinker?
5. Was passiert, wenn bei Dir ein Außerirdischer vorbeikommt?
6. Welche Parties besuchst Du gerne?
7. Würdest Du den Außerirdischen zu diesen Parties mitnehmen?
8. Welche Themen sollte man in Gesprächen auf diesen Parties besser vermeiden?
9. Warum sprichst Du trotzdem über diese Themen?
10. Warum kannst Du Dich einfach nicht mal zusammenreißen?
11. Was soll aus Dir bloß werden?

Würde mich freuen, wenn jemand der ausgehalten hat, auf diese Fragen antwortet.

 Der Rest ist Schweigen.

Schreiben gegen Rechts

Anna Schmidt von ‘Bunt und farbenfroh …‘ rief zu einer Blogparade auf, bei der ich gerne mitmachen möchte.
Eigentlich bin ich auf ein paar anderen Blogs auf die Parade gestoßen und eigentlich mache ich bei solchen Sachen nicht so gerne mit, da es nicht in den Kontext meiner Geschichte passt. Winter meinte allerdings, dass ich meine Gedanken dazu niederschreiben sollte.
Auf Facebook sah ich einen ›anrührenden‹ Beitrag, in dem ein paar Menschen erklärten, dass die aktuelle Politik ihre Identität und ihre Kultur zerstören will. Zuwanderer bringen dabei ihre ›Leitkultur‹ durcheinander.
Meine erste Reaktion war ein tiefsitzender Groll. Wenn es der Kultur dieser Personen schadet, dass Menschen, die keine Heimat mehr haben, denen man alles zerbombt hat, was sie früher einmal besaßen, in unserem Land geholfen wird, dann ist es an der Zeit, dass diese Kultur untergeht.
Ich möchte auch nicht Teil einer Gesellschaft sein, die sich abschottet, nur weil sie Angst vor Anderen haben. Wenn das Deutschland ist, dann bin ich kein Teil von ihm.
Xenophobie bezeichnet man die Angst vor den Fremden. Sie ist evolutionär gewachsen. Wenn ein Uhrmensch keine Angst vor den Fremden hatte, dann wurde er schnell von diesem überrollt. Dass kleine Kinder ›fremdeln‹ ist ebenfalls ein Überbleibsel dieser Angst. Wir sollten daher diese Phobie verstehen – sie ist wie der Blinddarm unserer Zivilisation – evolutionär gewachsen, meist nutzlos und häufig der Grund für Bauchschmerzen .
Zuwanderer von Osten bedeuteten in früheren Zeiten eine Änderung der Kultur. Die Kelten kamen aus Persien und überrannten die Urvölker in Europa. Die Germanen kamen ebenfalls von außerhalb über unser Land – genauso wie die Angelsachsen und die ganzen Anderen.
Das Christentum verbreitete sich ebenfalls aus dem Osten.
Jede dieser ›östlichen‹ Bewegungen veränderte die Kultur und gab dem Land eine neue Identität. Die Angst, dass eine Änderung von außen unser Land verändert, ist daher nicht unbegründet.
Genauso wurde unser Land durch Dönerbuden und chinesische Restaurants verändert und Anglizismen verändern unsere Sprache.
Was will ich jetzt damit schreiben?
Zunächst dürfen wir der Angst nicht verleugnen, aber ihr auch nicht nachgeben. Wir sind nicht Tiere, die ihren Instinkten folgen. Außerdem müssen Veränderungen nicht schlecht sein. Eine Kultur muss leben und sich verändern. Dazu ist sie da. Was sich nicht verändert ist tot.
Wenn man will, dass die guten Sachen überleben, dann muss man sie bewusst leben.
Leben wir daher das, was wir an uns lieben und nehmen das auf, was wir vielleicht an anderen besser finden. Dann geht die Entwicklung in die richtige Richtung. Dann werden wir am Ende stärker sein, als vorher.