Jochen fing schon nach 10 Minuten an, mich zu nerven. Er lamentierte über sein verkorkstes Leben, den stressigen Job und dass er trotz seiner fast 40 Jahren immer noch keine Partnerin fürs Leben gefunden hatte. Kaum hatte er das beendet, segnete er seine Rede mit der typischen rückgewandten Melancholie als Abgesang an seine viel zu früh beendete Jugend.
Winter klopfte derweilen gelangweilt abwechselnd auf den Tisch und ihrem Essen herum. Sie schien satt zu sein. Meinen Hunger hatte ich derweilen auch gestillt.
In einem Augenblick in dem Jochen abgelenkt war, gab ich dem Kellner das internationale Zeichen zum Zahlen. Dieser nickte kurz und war zum Glück recht fix bei uns.
Jochen wirkte für eine Sekunde enttäuscht, sagte dann allerdings: »Lass uns doch kurz noch über den Markt schlendern. Vielleicht treffen wir ja Andi. Den habe ich auch schon eine Ewigkeit nicht gesehen.«
Innerlich wusste ich genau, warum dies der Fall war. Widerwillig willigte ich ein. Winter hatte ihren Kopf in den Händen begraben und schien zu beten. Ihr Atem klang wie kleine Seufzer.
Eigentlich war es doch ganz nett, einen alten Freund wiederzusehen – ganz besonders, wenn es Winter so nervte. Vielleicht konnte ich mit dem Schlendern und Einkaufen ein Stückchen Normalität in mein Leben zurückbringen. Ich konnte mich nicht mehr daran erinnern, wann der ganze Wahnsinn angefangen hatte. Durch die Jahreszeiten hatte ich den Draht zum Leben vollständig gekappt.
Dann erwischte ich mich, dass ich der Vergangenheit genauso melancholisch nachtrauerte wie Jochen und riss mich zusammen. Die Gegenwart kann einem genauso viel bieten, wie die Erinnerung, man muss sie nur zu nehmen wissen. Ich blickte zu Winter, die hinter ihren Händen hervorlugte und schüttelte den Kopf. Solange ich mit diesem Pack herumhing, würde ich keine Ruhe haben. Meine Frau sagte mir schon seit Monaten, dass ich das Thema abschließen sollte. Es wird einfach langweilig.
Erstaunt dachte ich darüber nach, dass meine Familie in diesem Teil meines Lebens gar keine Rolle spielte.
Jochen zog mich vom Stuhl und sagte: »Komm lass uns gehen. Hier wird es langweilig.«
Winter flüsterte: »Was heißt hier ›wird‹. Es war schon langweilig, als sich der Trottel an unseren Tisch setzte.«
Jochen überhörte ihre Worte einfach.
Auf dem Markt war der Teufel los. Was trieb Leute bei diesem Wetter eigentlich auf die Straße? Die ewig gleiche Auswahl an den wenigen Ständen konnte eigentlich nicht der Grund dafür sein. Schließlich bekam man das alles fast genauso frisch und etwas preiswerter im Supermarkt. Vielleicht war es mehr das neudeutsche Happening, welches die Menschen anlockte, oder einfach nur das rückgewandte Denken eines Normalsterblichen: Was für die Eltern gut war, musste auch für einen selbst gut sein.
Der Gemüsestand war immer gut besucht. Herrscharen von graugesichtigen Normalos quetschten sich vor den vollgestopften Auslagen, als würde man nur hier sein Gemüse extra gesund erhalten. Dieser Stand verleitete mich ebenfalls dazu, etwas zu kaufen. Vielleicht lag das ja auch am selben geteilten ungewöhnlichen Nachnamen, der den Stand, trotz keinerlei nachvollziehbarer familiärer Verflechtung, zierte.
Ich blieb direkt vor dem Obst stehen und ignorierte das durchgehende monotone Gelaber meines schon scheinbar viel zu alten Freundes. Innerlich dachte ich darüber nach, dass dieser Freund ganze 3 Jahre jünger war als ich und sich trotzdem benahm, als wäre er mindestens 20 Jahre älter.
Die Aprikosen sahen verlockend aus. Außerdem liebe ich Ananas. Ich hob eine prüfend hoch und wunderte mich darüber, dass sie so schwer in der Hand lag.
Dann brach die Hölle über uns ein.
Der Stand vor mir detonierte.
Die Druckwelle riss mich nach hinten und durch ein nahes Schaufenster. Tausende kleine Splitter rasten an mir vorbei durch die Luft. In meinem Kopf rumorte ein Piepsen, welches nicht enden wollte. Es hatte eine Trillerpfeife im Maul und blies aus voller Wucht zu.
Als ich meine Augen öffnete, war ich von Büchern umgeben. Ich blickte mich prüfend um. Eine rote Flüssigkeit tropfte von der Decke. Neben dem Büchertisch, auf dem ich unsanft gelandet war, hing etwas fleischfarbenes hinab. Ich nahm es hoch und konnte feingliedrige Finger an einem Ende erkennen. Das andere Ende war klebrig und mit Gewalt entfernt worden.
In der Ferne hörte ich Menschen schreien. Ich nahm sie wie durch einen Nebel wahr. Das Pfeifen in meinem Kopf ließ keine Sekunde nach. Es hatte sich mittlerweile auf eine Tonart geeinigt und spielte munter weiter.
Eine riesige Glasscherbe lag auf meinem Bauch. Sie hatte meine Kleidung zerfetzt. Verärgert dachte ich darüber nach, wie viele Sachen ich mir neu kaufen musste. Der Bademantel von heute Morgen war bestimmt auch nicht mehr zu retten.
Ich schob das Glas von meinem Körper, was mir einige Anstrengung kostete. Eigentlich hätte mich die Scherbe zerteilen müssen. Als Tod mir die Unsterblichkeit verliehen hatte, musste sie ganze Sache gemacht haben.
Etwas weiter neben mir regte sich jemand. Ich blickte in die Richtung und konnte Winter erkennen. Sie schien hochgerade verärgert.
Ihre Kleidung war rußgeschwärzt und an vielen Stellen zerrissen. Ihre Haare waren angekokelt und fast bist zur Kopfhaut abgebrannt. Sie schrie über mein persönliches Pfeifen hinweg: »Wer auch immer das war, er hat ziemlich übertrieben.«
Ein Stück Apfel und eine Mandarine hatten sich in ihrem Haar niedergelassen.
Ein Gedanken durchfuhr mich und ich rappelte mich auf und schritt auf die Straße. Jochen stand während der Explosion gleich neben mir. Vielleicht brauchte er Hilfe.
Ich fand ihn draußen, das heißt lediglich Teile von ihm. Seine Beine waren merkwürdig verdreht und von seinem Oberkörper fehlten ein paar Stücke. Sein rechter Arm war vollständig verschwunden. Wahrscheinlich war es der Teil, den ich vorhin hochgehoben hatte.
Sein Kopf war so eingedrückt wie ein gekochtes Ei, welches man vom Esstisch fallen gelassen hat. Wenigstens war er auf der Stelle tot gewesen.
Ich bückte mich und drückte seine Augen zu.
Winter stand auf einmal hinter mir und sagte: »Auch wenn er mich gelangweilt hat, ich hatte ihm nicht den Tod gewünscht.« Dabei war sie so laut, dass sie gerade noch von mir wahrgenommen werden konnte.
Ich schrie zurück: »Dir gebe ich keine Schuld. Diese Dame, die während des Frühstücks versucht hat mich zu erschießen, gebe ich alleinig die Schuld.«
Schnell dreht ich mich auf der Stelle. Wenn jemand die Bombe ausgelöst hatte, um mich zu treffen, würde er vielleicht noch in der Nähe sein.
Tatsächlich erblickte ich die Blondine in einiger Entfernung am Rande des Marktplatzes. Sie stand außerhalb der Deckung, was auch daran lag, dass einige Stände durch die Druckwelle umgekippt waren.
Sie merkte, dass ich sie anblickte.
Ich nickte in ihre Richtung und sagte: »Das ist sie. Das ist die Kuh, die immer wieder versucht, mich zu ermorden.«
Winter setzte sich blitzschnell in Bewegung. Ich kam nur mühsam hinter ihr her. Das lag teilweise daran, dass meine Beine unter mir immer wieder leicht wankten, wie auch daran, dass überall Trümmer herumlagen, denen ich ausweichen musste.
Die Blonde hatte sich unterdessen umgedreht und tat ihr Bestes, Raum zwischen zu gewinnen. Sie hatte etwas Elegantes an sich und war extrem schnell.
Winter holte jedoch auf. Sie folgte der Attentäterin behänd und übernatürlich. Ich kam nur mühsam weiter.
Die Blonde verschwand in einer Haustür und nur kurze Zeit später hechtete Winter hinterher.
Als ich die Tür erreichte, war von den Beiden keine erkennbare Spur mehr zu erkennen. Allerdings konnte ich im Hausflur über mir Schritte hören.
Aus Filmen lernte man bekanntlich, dass die dümmste Art sich in Sicherheit zu bringen, immer noch darin besteht, sich auf eine höhere Ebene zu flüchten. Wenn man dazu bedachte, dass der Angreiferin ein höheres Wesen auf der Spur war, wurde die Chance auf Erfolg mikroskopisch klein. Ich zögerte kurz, kam dann allerdings zu dem Schluss, dass ich mir den Kampf gerne ansehen würde.
Eine kleine, offenstehende Milchglastür auf der obersten Etage führte, laut einer Aufschrift, zum Dach. Als ich durch die Öffnung stürzte, hatte ich fast sämtliche Luftreserven in mir aufgebraucht. Mein Brustkorb schmerzte und ich sah Sterne vor den Augen.
Hier draußen war ein kleiner Balkon. Eine Feuerleiter führte weiter nach oben. Am Geländer lehnte Winter und sah konzentriert auf die Wand des gegenüberliegenden Gebäudes. Sie sagte: »Das ist eine neue Bestzeit. Ganze 2 Minuten für fünf Etagen. In der Zeit hätte ich einen Rollstuhl hoch und runter fahren können. Wenn Du noch fitter wirst, erreichst Du bald vielleicht die ungeheuere Geschwindigkeit eines Faultiers.«
Ihre Kommentare ignorierend sagte ich: »Wo ist die Blondine?«
»Sie klebt da drüben an der Fassade und klettert die Regenrinne hinauf.«
»Damit steht wohl fest, dass sie ziemlich leicht ist. Würde ich mich daran festhalten, würde das Ding sicherlich nachgeben.«
»Wahrscheinlich würdest Du die gesamte Fassade abreißen. Diese Mauern sind nicht für Elefanten errichtet worden.«
»Könntest Du bitte aufhören, mich zu beleidigen, und die Blondine verfolgen?«
»Ich wüsste nicht wie. Wenn ich auch springen würde, wäre die Belastung für die Rinne wahrscheinlich zu groß.«
»Wie wäre es, wenn Du einfach als Nebel hinüber schwebst? Das würde die Dame sicherlich aus dem Konzept bringen.«
Winter blickte mich an, als hätte ich gerade vorgeschlagen, die Antarktis mit einem Löffel abzutragen. Sie nickte kurz in die Luft und ich bemerkte den Wind, der uns umgab. Mit einem Kopfschütteln tat sie meinen Kommentar ab.
»Hast Du sonst keine Tricks, die in solchen Situationen hilfreich sein könnten?«
»Mir fällt im Moment nichts ein.«
»Wir sollten möglichst schnell auf das andere Dach kommen.«
»Wir könnten die Treppe nehmen …«
Mit einer schnellen Drehung und ein paar Schritten war ich im Treppenhaus. Immer ein paar Stufen gleichzeitig nehmend, war ich zumindest schneller als ich hochgerannt war. Ich hörte noch, wie Winter mir etwas hinterherschrie, doch ich konnte sie nicht mehr hören. Wahrscheinlich wollte sie mir einen Tipp geben. Sie würde sich unten wiederholen müssen.
Als ich die Haustür aufriss, stand Winter davor. Ich blickte sie groß an und sagte: »Wie bist Du denn so schnell nach unten gekommen?«
»Das ist doch offensichtlich. Wenn einem ein Sturz nicht umbringen kann, dann nimmt man ihn in Kauf.«
»Aber das tut doch weh.«
»Daran gewöhnt man sich. Ich wollte Dir nur sagen, dass der Lärm den Du im Treppenhaus veranstaltet hast, mich stark an ein Nilpferd erinnert, welches man in ein kleines Badezimmer eingeschlossen hat.«
»Hast Du darin Erfahrung?«
Winter blickte nach oben und sagte: »Man macht so einiges, wenn einem langweilig ist – und mit unendlich Zeit zur Verfügung wird einem schnell langweilig.«
Ich blickte nach oben und konnte gerade noch erkennen, wie sich Blondchen auf das Dach zog. Winter nickte nach oben und sagte: »Wir sollten hier rauf.«
»Meinst Du, es wäre nicht sinnvoll, wenn man die Dame von der Straße aus verfolgt?«
»Du hast keine Lust mehr auf Treppenhäuser?«
»Also, Du rennst rauf und ich bleib unten. Wir werden uns dann ideal ergänzen.«
»Wie wäre es, wenn Du dann nach oben gehst?«
»Ach je, Du bist doch viel schneller.«
»Das wollte ich nur gehört haben.«
Mit ihrer Handfläche drückte Winter alle Klingeln gleichzeitig. Es dauerte wenige Sekunden, bis sich eine Stimme über die Freisprecheinrichtung meldete.
»Wer ist da bitte?«
»Nur die Post.«
»Sie kommen, obwohl der Marktplatz völlig verwüstet wurde?«
»Die Post kommt immer, egal ob Sturm oder Terror. Wir sind das Einzige, worauf sie sich verlassen können.«
Ein Summen ertönte. Winter öffnete die Tür und blickte mich an. Sie sagte: »Wenn Du schon so faul bist, dann bring Dich wenigstens in Position.«
Mit ein paar Schritten zurück blickte ich hinauf zum Dach, konnte jedoch nichts erkennen.
Ein paar Sekunden später blickte Winter zu mir hinunter. Sie schrie: »Sie ist schon auf dem nächsten Dach. Von da unten bist Du mir keine große Hilfe. Aber ich hatte auch nichts anderes erwartet.«
»Wenn Du weniger quasseln würdest, hättest Du vielleicht eine Chance, sie einzuholen.«
Sofort verschwand sie aus meinem Blick. Ich rannte die Häuserfront entlang, immer nach oben blickend. Fast wäre ich dabei mit ein paar Leuten kollidiert, die mir entgegeneilten. Als ich kurz stoppte, konnte ich die Sirenen hören, die jetzt sehr nah klangen.
Ich hatte die nächsten Biegung erreicht, als mich ein Polizeiauto stoppte. Ich stolperte um das Auto herum und hatte plötzlich eine Tür vor mir. Der Beamte der vor mir stand schien besorgt. Er sagte: »Der Krankenwagen ist schon unterwegs.«
Kurz blickte ich an mir hinab und erkannte, dass meine gesamte Kleidung zerrissen und blutverschmiert war. Wahrscheinlich nahm der Polizist an, dass ich stark verletzt war. Ich sagte: »Das ist nicht mein Blut. Mir geht es gut. Wir verfolgen die Attentäterin.«
Der Polizist griff nach mir und hielt mich zurück. Beruhigend sagte er: »Wir werden uns darum kümmern. Warum lassen sie sich nicht erst einmal untersuchen.«
Die Hand an meinem Arm presste mir das Blut aus den Adern. Mit aller Gewalt versuchte ich mich loszureißen, doch der Wachmann erwischte auch noch den anderen Arm. Wahrscheinlich wären ein paar Krafttrainingseinheiten gar nicht mal verkehrt gewesen. Verhandeln nützte hier wenig. Ich konnte ihm kaum erklären, dass ich nahezu unsterblich war.
Das Funkgerät jaulte auf und ich hörte die Stimme von Herrn Paul. Der war genau derjenige, den ich jetzt nicht unbedingt brauchte. Seine Stimme hörte sich so an, als hätte man ihn bewusstlos in den Motorblock des Wagens eingesperrt und er wäre gerade erwacht. »Hallo? Hört mich jemand?«
Der Beamte vor mir rollte mit den Augen. Ich nickte nur und sagte: »Der Typ ist nervig oder?«
»Sie kennen Herrn Paul?«
Ich biss mir auf die Lippe und schaute eine Sekunde lang so, als hätte ich gerade meiner Frau trotteligerweise verraten, was sie zu Weihnachten von mir bekommen würde. Meine Reflexe und besonders meine Zunge sollte ich dringend zähmen. Das kommt auf jeden Fall auf die Liste der guten Vorsätze.
Der Mann vor mir sagte: »Ich bringe sie jetzt erst einmal zum Krankenwagen. Soweit ich weiß, steht einer in der nächsten Seitengasse.«
Die verzerrte Stimme über Funk brüllte: »Hallo? Was ist da los? Haben sie den Tatort schon gesichert?«
Eine genervte andere Stimme brummte: »Hier gibt es ziemlich viel oder gar nichts zu sichern. Es hat fast den gesamten Marktplatz zerlegt.«
Vor mit sagte der Polizist: »Ich bringe sie jetzt dort hin.« Er zog mich an meinen Armen in die Richtung, aus der ich gekommen war. Hoffentlich brauchte Winter im Moment nicht meine Hilfe. Ihre Klagen waren jetzt schon in meinem Kopf, wie eine Platte, die steckengeblieben war.
Da es aussichtslos erschien, ließ ich mich abführen. Vielleicht bekam ich bei den Ersthelfern endlich ein wenig Ruhe. Wenn sie mich in ein Krankenhaus brachten, hätte ich bestimmt für eine Nacht Erholung und ein kostenfreies Frühstück im Bett.
Allerdings störte mich ein wenig, dass ich die Ärzte von den echten Opfern ablenken würde.
Der Sanitäter war zunächst ernsthaft besorgt. Er schien meine Beteuerung, dass ich nicht verletzt war, gar nicht wahrzunehmen. Ich versuchte mich erneut, der Umklammerung zu entziehen, blieb allerdings erfolglos. Die Herren waren auf mein Wohl programmiert und hatten beschlossen, dass sie mich behandeln musste.
Der Sanitäter murmelte irgendetwas von Adrenalin und dass das der Grund war, dass ich meine Verletzungen nicht spürte. Der Schmerz würde später einsetzen.
Ich versicherte, dass der Schmerz nicht kommen würde, da ich gar nicht verletzt war, jedoch hätte ich das auch einer Mauer erzählen können.
Man schob mich auf eine Trage und fixierte meine Beine und Arme. Dann schnitt mir der Herr in Weiß die letzten Kleider vom Leib. Die Schere war extrem kalt und kitzelte.
Dann wusch er das Blut von meinem Körper.
Erstaunt murmelte der Sanitäter: »Ich finde gar keine Wunden.«
Der Polizist beugte sich über mich.
Ich sagte: »Es sind auch keine Wunden da. Ich versuche schon die gesamte Zeit, ihnen klarzumachen, dass ich nicht verletzt bin. Allerdings wollten sie nicht auf mich hören.«
Der Polizist sagte: »Wo waren sie, während der Explosion?«
»Ich stand direkt davor.«
Erneut hatte ich unbedacht die Wahrheit gesagt. Wenn ich nicht schnellstens an dieser Eigenart arbeite, würde sie mir irgendwann mal den Kopf kosten oder mich zumindest für längere Zeit hinter Gitter bringen.
Der Sanitäter sagte: »Wir bringen sie erst einmal ins Krankenhaus. Sie könnten innerliche Verletzungen haben.«
»Ziemlich unwahrscheinlich – aber wenn sie darauf bestehen, komm ich gerne mit. Winter wird schon ohne mich auskommen.«
»Wer ist Winter?«
»Meine Begleiterin.«
»Er phantasiert. Wahrscheinlich hat er den Bezug zur Realität verloren.«
»Das hat man mir schon öfter vorgeworfen. Manchmal bin ich mir selbst nicht sicher, ob es der Fall ist. Vielleicht bin ich ja verrückt geworden.«
Der Sanitäter sagte: »Ich schätze, er hat eine Gehirnerschütterung. Es ist allerdings doch verwunderlich, dass er nicht schwerer verwundet ist.«
»Ist kein Wunder. Tante Tod hat mir das ewige Leben gegeben.«
Wenn sie schon dachten, dass ich ne Schraube locker hatte, dann würde der Rest sicherlich nicht mehr schaden. Wenn ich erst einmal in einer geschlossenen Anstalt bin, könnte ich mich endlich ausruhen.
Mir wurde etwas gespritzt und ich wurde augenblicklich müde. Ein paar Sekunden später schlief ich ein. Ich hatte einige merkwürdige Träume, in denen ich von Dach zu Dach hüpfte. Mein Freund Jochen war ebenfalls dabei. Nach drei großen Sprüngen war er plötzlich nicht mehr neben mir.
Erschreckt drehte ich mich um und sah, dass er sich an einer Regenrinne festhielt. Ich eilte zurück, um ihm zu helfen. Der Abstand zwischen uns wurde jedoch immer größer.
Er schrie um Hilfe und bettelte um sein Leben. Ich sah, wie sich die Regenrinne aus ihren Ankern löste und sich langsam nach unten bog.
In letzter Sekunde sprang ich zu ihm und griff nach seiner Hand. Sie war kalt und glitschig. Mit aller Kraft zog ich und probierte, meinen Freund zurück aufs Dach zu bekommen. In seinen Augen sah ich Panik.
Er sagte: »Es war keine gute Idee, mit Dir zu kommen.«
»Wir können uns später darüber unterhalten.«
»Du kannst mich nicht halten.«
»Warum müssen mir alle Leute erklären, was ich kann und was nicht. Anscheinend kennen mich Alle besser als ich mich selbst.«
Die Finger lösten sich aus meinen. Seine Stimme klang erstickt: »Du kannst mir nicht helfen.«
»Verflucht, zieh Dich selbst hoch. Gib jetzt nicht auf.«
Seine Hand öffnete sich und er rutschte aus meinem Griff. Es gab diese endlose Pause, in der er schwerenlos zu sein schien. Seine Augen waren aufgerissen und er sein Mund in Panik geöffnet.
Dann machte die Zeit einen Sprung und er zerschellte auf dem Bürgersteig.
So schnell ich konnte, war ich neben ihm und stützte seinen Kopf. Aus seinem Mund rann Blut und seine Augen waren glasig.
Er sagte: »Du bringst den Tod.«
»Ein wenig optimistischer könntest Du doch sein. Dein ständiger Pessimismus wirkt nicht wirklich motivierend.«
»Du bist schuld daran, dass ich tot bin.«
»Ich hatte Dich nicht gebeten, Dich an meinen Tisch zu setzen. Außerdem hab ich es satt mit den Selbstvorwürfen. Jeder Mensch ist seines Glückes Schuster und der sollte bei seinen Leitern kleben.«
Dann riss ich die Augen auf.
Mein Vater hatte mir geraten, eine Zusatzversicherung abzuschließen, um im Krankheitsfall ein wenig vorteilhafter behandelt zu werden. Diese zusätzlichen Kosten empfand ich damals allerdings für störend. Das war der Grund, warum ich in einem Raum erwachte, der mich an die Schlafkammern in Jugendherbergen erinnerte. Zu meiner Erleichterung waren die Betten nicht übereinander montiert.
Neben mir lag ein menschenähnliches Wesen, den man vollständig verkabelt hatte. Ein Monitor machte regelmäßige Geräusche und eine Maschine bewegte einen überdimensionalen Blasebalg.
Daneben lagen noch zwei weitere Leute, die ähnlich schwere Verletzungen zu haben schienen. Als ich mich aufrichten wollte, bemerkte ich den Draht an meiner Hand, den ich mit einem kurzen Ruck entfernte. Dieses Zimmer brauchte mich wirklich nicht.
Ich hörte aus der Ecke jemanden röcheln.
Langsam ging ich um zwei Betten herum und näherte mich dem Fremden. Er war besser eingewickelt, als eine volle Toilettenpapierrolle. Aus den Laken blickten mich zwei strahlend blaue Augen an.
Die Mumie röchelte erneut und sagte anschließend: »Hallo Bob.«
Erschrocken sagte ich: »Kennen wir uns?«
»Wir sind uns mal vorgestellt worden. Ist schon eine ganze Zeit her. Es muss im alten Irish Pub gewesen sein.«
»Der ist jetzt schon länger als 10 Jahre zu.«
»Ja, ich sagte ja, dass es etwas her ist.«
Das Sprechen fiel im schwer und er schluckte.
Ich zuckte mit den Achseln und sagte: »Wärst Du mir so auf der Straße begegnet, ich hätte Dich nicht wiedererkannt.«
»Normalerweise trage ich weniger Zeug um meinen Kopf.«
»Warst Du auch am Marktplatz?«
»Noch nicht einmal besonders nah. Die Druckwelle hat mir eine Glasscheibe ins Gesicht gedrückt.«
»Das tut mir leid.«
»Was war mit Dir?«
»Ich stand direkt vor der Bombe. Mir ist allerdings nicht so viel passiert. Der Sanitäter glaubt, dass ich eine Gehirnerschütterung habe. Das klingt für mich allerdings reichlich abwegig.«
Mit einem Kopfnicken wies der Mann auf einen Becher, der neben ihm auf dem Tisch stand. Er sagte: »Kannst Du mir bitte etwas zu trinken geben?«
Ich reichte ihm das Glas und wartete, bis er einen tiefen Schluck getrunken hatte. Dann sagte ich: »Hier bekommt mal leider kein Guinness.«
Ein heiseres Lachen und er sagte: »Der Service ist aber zumindest genauso, wie man es gewohnt ist. Wenn man sich nicht selbst darum kümmert, verdurstet man.«
Die Tür zum Zimmer wurde aufgeworfen und eine Krankenschwester stand im Raum. Sie sah mich prüfend an und sagte in resolutem Ton: »Sie sollten im Bett liegen, solange wir noch nicht wissen, was sie haben.«
Der Klang ihrer Stimme ließ mich zurückgehen. Gehorsam legte ich mich auf mein Bett und die Schwester steckte das Kabel zurück in meine Hand.
Die Ärztin sagte mir, dass man kurioserweise keine Verletzungen bei den Untersuchungen hatte finden können. Meine Verwirrung am Marktplatz – sie hatte anscheinend mit dem Sanitäter gesprochen – ließ allerdings auf eine Kopfverletzung schließen. Eine Nacht würde man mich beobachten und wenn es mir am nächsten Morgen gut ginge, könnte ich das Krankenhaus wieder verlassen. Eigentlich hatte ich es mit der Entlassung gar nicht so eilig. An den Typen im anderen Bett konnte ich mich tatsächlich erinnern. Wir tauschten Erinnerungen an frühere Zeiten aus und unterhielten uns darüber, was bis jetzt alles in unseren Leben passiert war.
Er erzählte, dass er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern auf dem Markt war. Sie hatten zum Glück keine Verletzungen. Als sie sich in der Drogerie nach den neuesten Duftwässerchen erkundigte, hatte er die Flucht nach draußen angetreten, was sich im Nachhinein als eine ziemlich ungesunde Idee herausstellte. Zumindest war es nicht ganz so langweilig, wie sich ein Bataillon an Parfüm-Fläschchen durch die Nase ziehen zu lassen.
Er hieß Simon und gehörte früher zum Kreis enger Kollegen. Ich fragte ihn, ob er sich an Jochen erinnerte.
Simon sagte: »Du meinst den Langeweiler, der sich immer gerne an unseren Tisch setzte? Ich sehe ihn ab und zu in der Stadt. Was ist mit ihm?«
»Er stand bei der Explosion direkt neben mir.«
»So kennen wir ihn. Er will überall dabei sein. Ist er auch hier im Krankenhaus?«
»Ich will es mal so ausdrücken: Er hat es nicht ganz so gut aufgenommen, wie ich. Das Blut, auf meiner Kleidung, stammte größtenteils von ihm.«
»Ach du Scheiße.«
»Kannst Du so sagen.«
Wir unterhielten uns noch die halbe Nacht. Ich genoss es wirklich, mal nicht gehetzt, beleidigt, verfolgt oder bedroht zu werden. Irgendwie fühlte es sich fast schon wie Urlaub an. Leider hielt das Gefühl nicht lange an.
Als ich morgens früh die Augen öffnete, stand Winter vor meinem Bett. Sie wirkte ziemlich sauer.
Ich sagte: »Hast Du Blondchen erwischt?«
»Ohne Deine Hilfe ist sie mir leider entkommen. Der feine Herr legt lieber seine Beine hoch und genießt seine Freizeit.«
»Ich hatte keine Wahl. Ein Sanitäter hat mich ruhiggestellt und in sein Auto gezerrt.«
»Du wurdest entführt?«
»So kann Du es auch bezeichnen.«
»Ich konnte die Dame nicht einfach weiter verfolgen. Schließlich wusste ich nicht, wo du warst. Ich hatte Probleme genug, Dich zu finden.« Winter war aufgebracht. Sie ging an meinem Bett auf und ab und gestikulierte mit ihren Armen.
»Sie hat sich übermenschlich bewegt. Sowas können eigentlich nur die Unsterblichen. Diese Frau ist mir noch nie zu Augen gekommen und ich kenne jeden. Sie kann daher eigentlich keine von uns sein.«
Simon reckte seinen Hals und blickte zu uns herüber. Er sagte: »Ist das Deine Freundin?«
Ich schüttelte den Kopf und sagte: »Das ist Winter und die Frage, ob sie meine Freundin ist, habe ich schon mehrmals mit ›Nein, auf keinen Fall‹ beantwortet. Sie ist mir zugelaufen und ich werde sie jetzt nicht mehr los.«
In ihrer Bewegung gestört, blieb sie stehen und sah mir in die Augen. »Das ist schon etwas verletzend, wenn Du das so sagst. Im Grunde war es ja genau umgekehrt. Wenn man sich nicht um Dich kümmert, liegst Du ganz schnell im Krankenhaus.«
Simon sagte: »Was will sie hier?«
»Sie will nur ihren Pflichtbesuch hinter sich bringen. Dann wird sie mich ganz schnell wieder in Ruhe lassen.«
Winters Augen waren schmale Schlitze. Sie sagte: »Du wirst mich begleiten und den Fall mit mir abschließen. Wer ist denn überhaupt die Mumie, die sich da in unsere Gespräche einmischt?«
Ich stellte die Beiden kurz gegenseitig vor. Als ich gerade damit fertig war, flog die Tür zum Zimmer auf. Zunächst eilte die Ärztin hinein, geschoben von einem kleinen Mann mit Wahlrossbart.
Kommissar Paul wischte sich über seinen Schnäuzer, als wäre er eine Wunderlampe. Er baute sich neben Winter auf und sagte: »Da haben wir ja euch beide wieder. Frau Doktor Klara sagte mir gerade, dass sie keine Bedenken hätte, sie heute zu entlassen. Das passt ganz prima, denn ich würde sie gerne auf das Revier mitnehmen.«
Winter drehte sich zu ihm und sagte: »Ist das eine Festnahmen?«
»Das ist im Moment nur eine Bitte, die sie hoffentlich befolgen. Es könnte jedoch sehr wohl zu einer Festnahme werden. Man kann ja jetzt noch nicht sagen, wie sich die Lage entwickelt. Bisher haben wir zwei Bomben und sie waren jeweils an Ort und Stelle. Von meiner Position aus ist das sehr verdächtig.«
Die Augen rollend sagte Winter zu mir: »Ich hatte Dir schon gesagt, dass Du es Dir nicht zu bequem machen solltest. Zieh Dich um, wir haben zu tun.«
Nachdem ich mich umgezogen hatte, verabschiedete ich mich von Simon und verließ das Krankenhaus auf dem Weg zum Polizeirevier.
Wir mussten zunächst auf dem Flur warten. Maria brachte uns jeweils eine heiße Tasse Kaffee und unterhielt sich kurz mit Winter. Sie sagte: »Kommissar Paul ist von der Düsseldorfer Dienststelle versetzt worden. Er hatte extra darum gebeten, da ihm sein Job zu stressig wurde. Böse Zungen behaupten, dass seine ehemaligen Kollegen immer noch seinen Abschied feiern. Im Moment sieht es allerdings nicht so aus, als könnte er es sich hier bequem machen.«
Maira lächelte kurz und sagte: »Er ist kein wirklich Ersatz für eine so gute Kommissarin wie Sie.«
Ich sagte: »Er macht seinen Job – und wahrscheinlich nicht nur für ein paar Monate.«
Winter verdrehte die Augen.
Die Tür öffnete sich und Herr Paulus blickte um die Ecke. Als er Maria bei uns stehen sah, zog er seinen Bart ein Stück nach oben. Maria wirkte so, als hätte man sie gerade dabei erwischt, wie sie ein Päckchen Plätzchen aus dem Regal eines Supermarks klauen wollte. Ohne ein weiteres Wort entfernte sie sich.
Der Kommissar winkte uns zu und wir folgten ihn in einen kleinen Raum.
Nachdem ich mich umgeblickt hatte, sagte ich: »Wo ist denn der Spiegel, hinter dem die anderen lauschen?«
»Den gibt es nur im Fernsehen. Die sind nie wirklich blickfest und es irritiert die Befragten immer, wenn sie neben dem eigenen Bild noch ein paar andere Personen im Spiegel erkennen.«
Ich nickte und sagte: »Warum sind wir hier?«
Die Taktik sich grundlegend dumm zu stellen, war schon immer ein Favorit von mir, den ich vollständig beherrscht und verinnerlicht habe. Der Mann vor mir, ließ sich davon allerdings nicht irritieren.
Er sagte: »Sind sie in Kontakt mit extremen Gruppierungen?«
»Sie meinen Extremsportler? Nicht wirklich.«
»Nein ich meine, kennen sie Leute, die anderen Leuten Schmerzen zufügen, nur um ihre Sache durchzusetzen?«
Mit einem Nicken sagte ich: »Ja. Ich kenne einen Zahnarzt. Der geht einem regelmäßig auf die Nerven und meint es dabei scheinbar gut. Persönlich mag ich diesen Berufzweig allerdings nicht. Man muss schon eine starke Veranlagung zum Sadisten haben, um so einen Beruf zu ergreifen. Ganz im Gegensatz zu Lehrern, die sind eher Masochisten. Ne Horde Kinder zu unterrichten, kann nur eine Qual sein.«
Winter sah mich an und sagte: »Das erklärt die vielen Verfärbungen auf Deinen Zähnen. Die sehen so aus, als hättest Du mit einer Giraffe um ihre Flecken gespielt. Du solltest dringend mal wieder Deinen Freund aufsuchen.«
»Er ist nicht mein Freund. Ich wurde nur gefragt, ob ich jemand kenne und das musste ich nun mal bestätigen.«
Kommissar Paul wirkte noch nicht einmal ansatzweise genervt. Der Mann hatte einen verdammt langen Atem.
Mit einem Nicken schrieb der Kommissar ein paar Zeilen in ein kleines Heft, welches er vor sich liegen hatte.
»Was schreiben sie da in ihr Buch?«
»Dass sie sich für furchtbar schlau halten oder ziemlich blöd sind.«
»Sowas würde ein Psychiater sicherlich nie aufschreiben.«
Interessiert blickte mich mein Gegenüber an und sagte: »Besuchen sie einen Psychiater?«
»Nein, aber ich kenne sowas aus dem Fernsehen.«
Er klopfte mit seinem Stift gegen den Schreibtisch und notierte sich erneut etwas. Ich sagte: »Müssen sie uns nicht darauf hinweisen, dass das Gespräch aufgezeichnet wird?«
»Wollen sie denn, dass das Gespräch aufgezeichnet wird?«
»Brauchen wir einen Anwalt?«
»Kennen sie einen?«
Ich nickte und sagte: »So viele, dass ich kaum noch hinterherkomme. Irgendwie gibt es davon extrem viele in meinem Bekannten und Freundeskreis.«
Der Kommissar schüttelte den Kopf und drehte sich zu Winter. Er sagte: »Wo waren sie während der Explosion, gestern auf dem Marktplatz?«
Winter lachte unpassend auf und sagte: »Ich stand direkt davor.«
»Passanten haben gesehen, wie eine Frau, deren Beschreibung auf sie passt, kurz vorher etwas an dem Stand gekauft hatte. Sind sie sicher, dass sie in der Nähe der Explosion waren? Eigentlich hätte die Wucht sie in Stücke reißen müssen.«
»Wir standen direkt davor und hatten Glück.«, sagte ich. Wobei das Wort ›Glück‹ unglaubwürdig wirkte.
Herr Paul rieb sich erneut nachdenklich den Schnäuzer. Er sah Winter und mich der Reihe nach an und sagte: »Kurz nach der Explosion sah man sie beide vom Tatort flüchten.«
»Wir haben eine Verdächtige verfolgt.«
Winter sah mich an und schüttelte den Kopf. Ich fühlte ihren Fuß auf meinem und sie gab ein Schnalzen von sich.
»Wie sah diese Person aus?«
Ich sah zunächst zu Winter und dann zurück zum Polizisten. »Sie sah fast so aus wie Winter.«
»Sie sah mir überhaupt gar nicht ähnlich. Wenn man ein Kamel neben einen Esel stellen würde, wären mehr Ähnlichkeiten vorhanden.«
Den Kopf schüttelnd sagte ich: »Sie hatte Deine Größe, ebenfalls lange blonde Haare und in etwa das gleiche Alter.«
Neben mir erklang ein »Pah! Wie ich schon sagte, beide vier Füße und ein dichtes Fell – wenn man es darauf begrenzt, seht ihr Menschen euch doch alle ähnlich.«
»Was hat diese Frau den gemacht?«
»Sie stand am Rand des Marktplatzes. Mir kam das verdächtig vor. Als wir zu ihr gingen, rannte sie weg.«
»Und sie haben sie verfolgt?«
»Sie rannte zu einer Dachterrasse und sprang zum gegenüberliegenden Haus. Winter verfolgte sie auf das nächste Dach, während ich versuchte sie von unten zu orten. Leider wurde ich allerdings von einem Kollegen von ihnen dabei gestoppt.«
Herr Paul erhob sich und nickte uns zu. Er sagte: »Das wäre fürs Erste dann Alles.«
Mit einer Handbewegung deutete er auf die Tür.

2 Kommentare zu „Winter 2016 – Kapitel 2

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