Winter 2016 – Kapitel 4

Das Haus, vor dem wir aus dem Bus stiegen, war ein Altbau, mit reich verzierter Fassade. Winter kramte in ihrer Tasche und zog einen Schlüssen hervor.
Sie lächelte mich an und öffnete die Tür. Wir mussten in den dritten Stock, was mich, wahrscheinlich begründet durch den Schlafmangel, den ich hatte, das letzte Stück Kraft kostete. Erschöpft ließ ich mich in den ersten Sessel fallen, der mir in die Nähe kam und bestaunte die Umgebung.
Winter hatte es sich hier wirklich nett eingerichtet. Eine gesamte Wand war mit einem Bücherregal bedeckt, welches kunterbunt mit Inhalt gefüllt war. Einen Fernseher konnte ich hingegen nicht erkennen.
»Sag mal Winter, schaust Du nie Fernsehen?«
»Wenn ich Schicht habe, ist immer etwas los. Wenn ich gerade frei habe, kommt nichts Gescheites.«
Eine pauschale Tatsache, die eigentlich jeder Mensch kennt.
»Ich glaub, wir wurden verfolgt.«
»Warum?«
»Ich hab so einen komischen Typ mit Kapuze gesehen. Er tauchte immer wieder auf.«
»Wahrscheinlich ist das der fehlende Schlaf. Du solltest Dich erst einmal ausruhen.«
Mein Kopf fühlte sich schwer an. Sie hatte bestimmt recht. Doch eine Idee spukte mir noch im Kopf herum.
»Wer hat uns aus dem Gefängnis gebracht?«
Winter zuckte mit den Achseln und sagte: »Keine Ahnung. Wahrscheinlich jemand, der uns nicht dort drin haben wollte. Wir sind ihm außerhalb der Mauern lieber.«
»Wir hätten dortbleiben sollen.«
Winter stand jetzt neben mir und hatte ein Glas einer goldbraunen Flüssigkeit in der Hand, welches sie mir gab.
»Nimm Deine Medizin.«
Ich nahm einen großen Schluck und fühlte die Wärme, die meinen Rachen hinunter rann. Mein Kopf sackte nach hinten und schmiegte sich an der Lehne an. Es wäre trotzdem besser, mich hinzulegen.
»Hast Du kein Bett?«
»Steht im Nebenzimmer, brauch ich allerdings nicht. Du weißt doch, dass ich nie schlafe.«
Ich überlegte kurz, verwarf mehrere Gedanken und sagte anschließend:»Es muss jemand sein, der ähnliche Kräfte hat, wie Du.«
»Das hab ich mir auch schon überlegt. Mir fällt nur niemand ein.«
Das Licht im Raum wurde dunkler – oder meine Augen schlossen sich langsam. Im Moment konnte ich das nicht unterscheiden.
Zum Glück blieben die schlimmen Träume aus.
Als ich morgens wach wurde, vibrierte ein Handy in meiner Tasche.
Völlig ratlos, fischte ich das Handy aus meiner Hosentasche. Das Ding wurde mir doch eigentlich gestern von der Polizei abgenommen.
Benommen und immer noch müde schaute ich auf das Display. Das hier war nicht mein Handy. Allerdings war es kein schlechter Tausch. Das Ding war definitiv neuer, als mein Modell.
Als erste Nachricht erschien: »Nachrichten: Polizei jagt Terroristen. Zwei Verdächtige wurden inhaftiert.«
Die zweite Nachricht war über einen bekannten Nachrichtendienst geschickt worden. Sie lautete: »Ich weiß, wo ihr seid.«
Jemand hatte mir vor 10 Minuten geschrieben.
Ich sprang auf und rief: »Winter? Wir haben eine Nachricht.«
Winter tauchte unvermittelt aus einer Tür im Flur auf. Sie hatte sich umgezogen und sah atemberaubend aus.
Ich reichte ihr das Handy, ohne noch etwas zu sagen.
Sie sagte: »Wer weiß, wo wir sind?«
»Den Absender kenne ich nicht. Genauso wenig kenne ich das Handy. Meins ist, seitdem es gestern konfisziert wurde, verschwunden. Dies hier habe ich noch nie gesehen.«
Winter lächelte großzügig, tätschelte mir auf den Scheitel und sagte: »Wenn Du lieb bist, darfst Du es behalten. Jetzt lass mich aber mal sehen.«
Sie wischte mit der Hand über den Touchscreen und sah mich kurz darauf fragend an. »Kennst Du das Passwort?«
Ich nahm das mobile Telefon zurück und probierte die vier üblichen Nummern. Überraschenderweise öffnete sich der Home-Screen. Ich zog die Augenbrauen nach oben und wischte nach links und nach rechts.
»Es ist tatsächlich eine genaue Spiegelung meines Smartphones. Es fehlte keine App.«
Ich öffnete ein Spiel. »Selbst die Spielstände sind aktuell, was eigentlich nur funktioniert, wenn man die Geräte über einen Computer synchronisiert.«
Winter schüttelte den Kopf. »Diejenigen, die hinter der Sache stecken, machen mir langsam Angst. Es gibt kaum Unsterbliche, die sich mit Technik auskennen. Die Meisten von ihnen verweigern sich total gegen den Müll.«
»Das erklärt dann auch die Abneigung gegen Fernsehen. Wie sagt noch der Volksmund: Weibliche Naturmächte und Technik.«
»Es bleibt trotzdem ein Rätzel, wer uns hier verfolgt.«
Ich tippte aufs Display und sagte: »Er verfolgt uns nicht – er weiß, wo wir sind.«
Winter zog ihre Augenbrauen nach oben und sagte: »Warum meinst Du, dass es ein ›Er‹ ist? Wir hatten bisher doch nur Bekanntschaft mit dieser blonden Dame gepflegt.«
»Du meinst, diejenige, die Dir so ähnlichsieht?«
»Die sieht ganz anders aus.«
Ich schüttelte den Kopf und sagte: »Der Typ im Bus sah nicht so aus wie die Dame, die uns schon mehrmals entwischt ist.«
Winter setzte sich auf das Sofa und schloss die Augen. Sie wirkte angespannt.
»Denkst Du nach?«
»Wir haben hier eine bzw. zwei Naturkräfte oder etwas Ähnliches. Die meisten Leute, die ich aus unserer kleinen Gemeinde kenne, schließe ich aus. Es sind also entweder Neue dazugekommen oder es ist etwas völlig anderes.«
Überrascht sagte ich: »Es gibt Neue?«
»Die Welt ändert sich ständig. Wir können nie sicher sein, dass sie im nächsten Moment noch so ist, wie wir sie kennen.«
Entschieden schüttelte ich den Kopf. »Das stimmt doch gar nicht. Irgendwie bleibt doch immer Alles gleich. Die Menschen führen Kriege – wenn nicht gerade mit Waffen, dann mit Geld – und jeder versucht ein wenig Glück abzubekommen.«
»Das stimmt im Großen. Allerdings ist nichts so stetig, wie die Veränderung.«
»Und nichts unendlich, bis auf die menschliche Dummheit.«
Winter sah mich entgeistert an, schüttelte den Kopf und sagte: »Ich versuche keine weiteren Floskeln zu benutzten, wenn Du aufhörst zu zitieren.«
Nickend sagte ich: »Es gibt also neue Götter.«
»Du zitierst schon wieder.«
»Ich versuche, es mir nur irgendwie verständlich zu machen.«
Es kehrte eine lange Pause ein, in der Winter die Augen schloss. Nach einer Ewigkeit sagte ich: »Kannst Du nicht rausbekommen, ob es Neue gibt?«
Winter schüttelte den Kopf. »Tante kannte Niemand, auf dem die Beschreibung passte und eine andere Quelle von der wir Näheres erfahren könnten, kenne ich nicht.«
Diesmal war ich ratlos. Ein Schweigen legte sich über uns, wie eine Decke.
Schwerfällig rappelte ich mich auf. »Wir müssen etwas tun. Hier zu sitzen und darauf zu warten, dass irgendetwas passiert, macht mich wahnsinnig.«
»Hast Du nicht gesagt, dass Du Ruhe brauchst?«
»Die werde ich mir gönnen, sobald wir unsere Angreifer erledigt haben.«
Winter blickte mich an. »Wir könnten draußen rumrennen und sehen, was als Nächstes passiert.«
Ich ließ mich auf den Sessel fallen. »Das ist eine ziemlich blödsinnige Idee. Bisher hat uns das nicht weiter gebracht.«
Ich nahm mein Handy und sagte: »Wir können den mysteriösen Texter schreiben, dass wir uns mit ihm treffen wollen.«
Winter nickte. »Das kann nichts schaden.«
Schnell tippte die die folgenden Worte ein: »Komm zu uns, wenn Du weißt, wo wir sind.«
Die Antwort kam prompt.
›15 UR MARKTPLATZ‹
Ich sagte: »Wir haben einen Ort und eine Zeit und gerade einmal 20 Minuten, um dort zu sein.«
Immer wieder mit dem Kopf schüttelnd sagte ich: »Das ist mehr als blöd. Wenn er oder sie weiß, wo wir sind, dann könnten wir uns genausogut hier treffen.«
Winter lachte und sagte: »Die mysteriösen Fremden haben andere Pläne.«
Mein Smartphone vibrierte in meiner Hand.
›BEI NICHTERSCHEINEN ERFOLGT MELDUNG EURER POSITION BEI POLIZEI.‹
Ich zeigte Winter kommentarlos die Nachricht. »Der Schreiber kann noch nicht einmal Deutsch.«, sagte sie, nachdem sie das Display studiert hatte.
»Die meisten Menschen verlernen Deutsch, sobald sie auf kleinen transportablen Monitoren ihre Lebensweisheiten eingeben müssen. Was dabei herauskommen sind Nachrichten wie z.B.: ›hör auf Dein Herz‹ und ›Du kannst alles sein, was Du willst‹.
Dabei spricht mein Herz normalerweise nicht, weshalb ich grundsätzlich auf den Bauch höre, der viel lauter kommuniziert und wenn ich jetzt als Beispiel ein Baum sein möchte, ist das auch nicht möglich. Zwei Ratschläge, die man direkt in die Tonne schmeißen kann.«
»Kein Jugendlicher benutzt die Worte ›Nichterscheinen‹ oder ›Position‹ und nutz anschließend die falschen Präpositionen.«
»Letztendlich haben wir immer noch keinen Beweis, dass sie wissen, wo wir sind. Wir können genausogut hierbleiben und warten, was passiert.«
Winter schüttelte energisch den Kopf und mein Handy rappelte erneut. Als Nachricht erschien die Adresse zu Winters geheimen Domizil.
»Hierbleiben ist keine Alternative.«, sagte Winter, die von der Nachricht nichts mitbekommen hatte.
Ich nickte und sagte: »Soweit ich das sehe, ist das jetzt schon obsolet. Die Herrschaften wissen tatsächlich, wo wir sind.«
Es rappelte erneut und es erschien: ›WEITERE TOTE FREUNDE FOLGEN OHNE TREFFEN.‹
Ich lachte auf und sagte: »Die klingen so, als wären sie bei Joda in die Schule gegangen.«
Langsam rappelte ich mich hoch. Das Treffen roch nach Falle. Allerdings konnten wir wenig verlieren, schließlich hatten uns die Fremden schon in eine Ecke gedrängt.
Ich sagte: »Es wäre besser, wenn wir uns maskieren würden. Die Polizei wird auf jeden Fall nach uns suchen. Wir hätten einen Vorteil, wenn sie uns nicht sofort erkennen.«
Winter drehte sich einmal um die Achse und stand plötzlich mit einem sportlichen Outfit, kurzem roten Haaren und einer viel zierlicheren Nase vor mir. Außerdem war sie gut 20 cm gewachsen.
Ich sagte: »Die Jogginghose sind für Dich wahrscheinlich eine Qual. Außerdem hat das Blond besser zu Dir gepasst.«
»Kein Problem, das kann ich wieder ändern, wenn ich es will. Jetzt müssen wir uns allerdings noch um Dich kümmern. Wie wäre es, wenn Du Dir den Bart abrasierst?«
»Tolle Idee, aber viel verändern wird das nicht.«
Winter wischte mir mit einer flachen Hand durchs Gesicht. Dort wo sie meine Haut berührte, wurde es eisig. Die Kälte zog sich tief in die Knochen und ein Taubheitsgefühl, wie durch eine Zahnarzt-Betäubungsspritze blieb für wenige Augenblicke.
Mit einem Nicken sagte Winter: »Ich gebe Dir noch einen Kaputzenpulli und dann wird Dich keiner erkennen.«
Ein wenig später standen wir zusammen auf dem Marktplatz. Die Aufräumarbeiten waren nahezu abgeschlossen. Der Anschlag hatte allerdings dazu geführt, dass die Innenstadt entvölkert wirkte. Nur vereinzelnd kamen uns eingeschüchtert wirkende Menschen entgegen.
Die Polizei hingegen war fast an jeder Stelle präsent. Eigentlich war das irritierend. Man hätte doch davon ausgehen können, dass Flüchtige nicht unbedingt am Ort des Geschehens bleiben. Sie sollten uns jetzt eher auf Flughäfen und Bahnhöfen suchen. Wenn sie uns sahen, ließen sie uns allerdings passieren, da wir mit den Fahndungsfotos nicht mehr viel gemeinsam hatten.
Winter nickte zum Rathaus. Dort stand eine kleine Frau mit dunklen Haaren und Sonnenbrille. Die Brille passte nicht zum Wetter.
Ich sagte: »Meinst Du, das ist unsere Angreiferin?«
Winter nickte nur und ging langsam der Frau entgegen.
In einer Seitengasse erblickte ich eine vermummte Gestalt. Schnell griff ich nach Winter und zeigte in die Richtung. Doch die Figur war verschwunden.
Irritiert sah sie mich an und sagte: »Was hast Du?«
»Es war wieder dieser Typ, der uns letzte Nacht verfolgt hat. Du weißt schon – meine Paranoia.«
Die schwarzhaarige Frau winkte uns zu, als hätte sie gerade zwei Freunde gesehen, die sie begrüßen wollte.
Winter blieb stehen und flüsterte: »Du meinst, sie sind zu zweit?«
»Wäre naheliegend. Allerdings versucht der eine, immer im Schatten zu bleiben.«
Ich schaute erneut in die Richtung und sah einen Schatten in einem Vorsprung.
»Da ist er wieder.«
Diesmal hatte ihn Winter auch bemerkt. Sie nickte und sagte: »Wir müssen also damit rechnen, dass wir von zwei Seiten angegriffen werden.«
Winter ging nicht mehr gradlinig auf die Frau zu. Sie nutzte die Deckung der Ladenfasaden auf der gegenüberliegenden Platzseite zum mysteriösen Phantom.
Die Fremde vor dem Rathaus hatte unsere Vorsicht bemerkt und griff in die Innentasche ihrer Jacke. Sie zog eine Pistole heraus und feuerte ein paar Schüsse in die Luft ab.
Von allen Seiten hörte ich Polizisten schreien.
Wir waren in der Nähe eines Geschäftes, in welches mich Winter zog. Vor uns erschlossen sich unendliche wirkende Gänge mit aufgespießter Kleidung.
Für einen Augenblick wirkte Winter irritiert. Sie sagte: »Wo sind wir hier?«
»Das hier ist einer der Läden, in den junge Leute gehen, die sich zwischen Gleichschaltung und Individualismus nicht entscheiden können und einfach beides wählen. Man könnte es ›Underdog-Mainstream‹ nennen.«
Winter lachte zynisch und sagte: »Das funktioniert doch niemals.«
»Sag das nicht so laut. Die Leute hier sind fest davon überzeugt.«
Dann zersplitterte das Schaufenster mit großem Getöse.
Winter sagte: »Wir sollten uns hier drin verstecken.«
Ich rannte den Flur entlang, bis ich die Abteilung für Damenunterbekleidung betrat. Das altbekannte beklemmende Gefühl fuhr durch meinen Körper, wie der eisige Geist eines längst Verstorbenen, sodass sich meine Nackenhaare auftürmten. Es war das gleiche Gefühl, welches ich auch jedes mal in Reformhäusern und Bioläden bekomme. Eine Stimme schien zu flüstern: »Hier hast Du nichts zu suchen, Fremder. Verschwinde für immer.«
Meine Knie wurden weich und mein Gesicht brannte. Das Versteck wäre für Winter sicherlich besser geeignet. Schnell duckte ich mich hinter einem Ständer mit BHs.
Aus den Augenwinkeln beobachtete ich, dass mich eine junge Kundin dabei neugierig beobachtete. Sie hatte gerade eine Unterhose in der Hand, die der Stand von dem sie sie genommen hat, als ›Pagenschlüpfer‹ kennzeichnete.
Verlegen winkte ich ihr hinter meinem Versteck zu. Sollte ich vorher noch irgendeinen hellen Fleck im Gesicht gehabt haben, so war dieser jetzt wahrscheinlich wie der Rest tomatenrot.
Dann knallten laute Schüsse aus dem Eingangsbereich. Fast augenblicklich hechtete die Kundin zu mir zu den BHs in Übergrößen.
Sie flüsterte: »Was ist denn da los?«
Ich zuckte mit den Achseln und sagte: »Wahrscheinlich eine schief gelaufene Reklamation. Sie wissen ja, wie so etwas läuft. Auf jeden Fall möchte ich mich bei diesem Verkaufsgespräch nicht einmischen.«
Die Kundin lehnte sich aus dem Versteck und blinzelte in die Richtung, aus der die Schüsse kamen. Schnell drehte sie sich wieder um und sah mich völlig verängstigt an.
Sie sagte: »Kennen sie die Frau mit der Pistole?«
»Bisher wollte sie sich mir nicht vorstellen. Dabei bin ich nur wegen ihr hier.«
»Sie wollten für dieses Frau Unterwäsche kaufen?«
»Nein, ich wollte wissen, warum sie mich unbedingt töten möchte.«
Die junge Frau neben mir stöhnte leise. Dann sagte sie: »Die Frau ist wegen ihnen hier?«
»Wahrscheinlich hegt sie ebenfalls einen Groll gegen meine Begleitung. Die ist allerdings in Richtung Herrenabteilung unterwegs.«
Irgendwie war ich erleichtert, dass die Dame neben mir jetzt keinen Grund mehr hatte, mich als Unterwäschen-Fetischist zu betrachten. Sie drehte sich erneut um und blinzelte in dir Richtung der Angreiferin. Plötzlich schrie sie spitz auf und drehte sich schnell zu mir.
»Sie kommt auf uns zu!«
Mir wurde blitzartig bewusst, dass ich die Frau neben mir in Gefahr brachte. Sie hatte nicht genau erkennen können, in welche Figur Winter sich verwandelt hatte. Außerdem hätte Winter ihr Aussehen jederzeit neu anpassen können.
Schnell sprang ich auf und schritt in den Gang. Vielleicht konnte ich meine Gegnerin lang genug aufhalten, bis die Polizei da war.
Eine Schussfolge traf mich am Kopf, in Brusthöhe und in der Leistengegend. Der letzte Schuss ließ mich sauer werden.
»Was sollte denn der Tiefschlag? In einem fairen Kampf kämpft man nur oberhalb der Gürtellinie.«
Meine Angreiferin fauchte mich an, wie ein kleines Schmusekätzchen, welches von seinem Halter vom Schoß gestoßen wurde. Sie zeigte mir die Zähne, die in dem grellen und sterilem Licht des Modehauses funkelten. Dann schoss sie erneut eine Salve auf mich ab.
»Wir könnten uns auch unterhalten, wenn Ihnen das lieber wäre. Diese Schießerei führt doch zu nichts.«
Ganz langsam ging ich auf die Frau zu.
Plötzlich huschte etwas schwarzes durch das zerstörte Schaufenster am Ende des Ganges.
Augenblicklich verdunkelte sich der Raum.
Die Sonne, die gerade noch durch die Fenster gefallen waren, schien schlagartig untergegangen zu sein. Es war, als hätte man schwere Felsen vor die Ausgänge gerollt.
Mir fröstelte erneut, jedoch diesmal nicht wegen Unbehaglichkeit, sondern wegen einer tatsächlichen Kälte, die sich im Laden ausbreitete.
Ich blickte kurz zurück und konnte gerade noch erkennen, wie sich die Kundin unter einem Berg von Büstenhalter zu verstecken versuchte.
Die Dame mit der Pistole schien endlich begriffen zu haben, dass ich nicht verletzt werden konnte. Sie schmiss die Waffe hinter sich und kam weiter auf mich zu.
Was mich allerdings mehr beunruhigte, war die Dunkelheit, die sich an der Stelle, an der ihr Begleiter den Laden betreten hatte, zu sammeln schien. Es war, als würde alle schwarze Farbe instinktiv in diese Richtung gezogen. Sie schien sich an einem Ort zu versammeln. In einem Geschäft für weibliche Abendgarderobe wäre der Effekt sicherlich noch beeindruckender gewesen. Allerdings schien es auch hier genug schwarze Kleidung zu geben.
Die Neonröhren in dem Teil des Geschäftes verblassten einfach. Sie flackerten nicht, wie normal, sonder verloren einfach ihr Licht.
Mir kam der Gedanke, dass dieser Effekt wahrscheinlich auch in der Nähe eines schwarzen Loches zu beobachten ist.
Aus der Herrenabteilung im Obergeschoss erklang ein Schrei. Ich erkannte Winters Stimme, konnte jedoch erst beim zweiten Mal hören, was sie rief.
»Komm hier herauf. Wir müssen hier raus!«
Nach oben zu flüchten schien mir keine intelligente Idee. Wenn Winter sie jedoch vorschlug, würde sie schon wissen, was wir machen konnten.
Die Rolltreppen waren nicht weit entfernt. Ich rannte auf sie los.
Aus den Augenwinkeln sah ich, wie auch die Attentäterin zum Sprint ansetzte. Instinktiv wusste ich, dass ich alle meine Kraft in die Beine umleiten musste, was leider nicht sehr viel war – ein einzelnes Diät-Bombon hilft nicht gegen Fettleibigkeit.
Meine Lunge brannte, schon als ich die erste Stufe erreichte. In Zukunft sollte ich unbedingt etwas für meine Fitness machen. Ich schrieb mir das direkt auf meine innere To-do-Liste. Wahrscheinlich würde ich diese anschließend sofort wieder verlieren, wie ich das immer mache.
Mit jedem Schritt zwei Stufen nehmend erreichte ich die oberste Etage.
Winter stand oben und fasste meine Hand.
Um mich herum schien die Welt kurz zu flackern. Dann standen wir außerhalb des Ladens mitten auf dem Marktplatz.
Das Bild, was sich hier zeigte, war bizarr. Ca. Zwanzig Polizisten standen vor der Eingangstür des Modehauses und versuchten die Tür aufzustemmen. Weitere standen vor dem zerstörten Schaufenster, kamen allerdings nicht herein.
Hinter der Glasfasade stand eine schwarze undurchdringliche Wand.
Ich blickte zu Winter und sagte: »Was ist das?«
»Das ist ein Schutzwall. Wenn man gut ausgebildet ist, kann man so etwas errichten.«
»Ausgebildet?«
»Ein paar Jahrhunderte Übung und es klappt fast von selbst.«
»Du meinst also immer noch, dass wir es hier mit Unsterblichen zu tun haben.«
Winter nickte.
Wie ein Vorhang, den man beiseitezieht, verschwand die schwarze Wand und die Beamten purzelten durch Fenster und Tür ins Innere des Ladens.
»Ich glaub, ich kenne denjenigen, der das verursacht.«
Schnell blickte ich zu ihr.
In Winters Gesicht lag blanker Hass. Ihre zusammengekniffenen Augen funkelten gefährlich.
Ich sagte: »Wer ist es?«
Sie hörte mich nicht, sondern ging auf den Laden zu.
Noch bevor sie ihn erreichte, sprangen zwei Personen aus der Eingangstür. Die eine war weiblich und die andere vollständig vermummt. Unter seiner Mütze strahlten zwei einblaue Augen.
Winter rief: »Wir haben uns schon länger nicht mehr gesehen. Was willst Du?«
Die vermummte Gestalt sagte nur ein Wort: »DICH«
»Wird Dir das nicht irgendwann langweilig?«
Ein eisiger Wind fegte über den Platz. Die Temperatur war in einem Augenblick um mindestens 20 Grad gefallen.
Die Sonne wurde durch schwere schwarze Wolken verdeckt. Einzelne Schneeflocken tanzten durch die Luft.
Die schwarze Gestalt blieb an Ort und Stelle stehen, während Winter auf sie zuschritt. Zur gleichen Zeit kam die weibliche Attentäterin an Winter vorbei auf mich zu.
Als sie mich fast erreicht hatte, sagte ich: »Hallo. Ich bin Bob und sehr erfreut Dich kennenzulernen. Können wir reden.«
Absehbar sagte mein Gegenüber gar kein Wort. Anscheinend war Höflichkeit hier nicht angebracht.
Schwere weiße Schneeflocken umkreisten uns plötzlich von allen Seiten. Sie legten sich in die Haare der Frau, die mir entgegenkam. Sie sah nicht so aus, als wollte sie sich nett unterhalten. Normalerweise genieße ich ja die Aufmerksamkeit relativ gut aussehender Frauen. Diese hier schien allerdings einen Groll gegen mich zu hegen.
Kaum war sie in meiner Nähe, schon erhob sie die Arme und holte zu einem Schlag aus.
Sie traf mich unvorbereitet im Gesicht und ich flog nach hinten.
Der Treffer raubte mir kurz den Blick und Schmerzen schossen durch meinen Körper. Eigentlich sollte ich doch immun gegen sowas sein.
Ich fand mich rücklings auf dem harten und kalten Straßenpflaster wieder. Als ich aufblickte, konnte ich erkennen, wie die Dame zu einem Tritt ansetzte.
Ihr Fuß traf mich an einer empfindlichen Stelle und ich keuchte laut auf. Das war schon wieder nicht fair. Irgendjemand sollte dem Mädchen unbedingt Manieren beibringen.
Der Tritt hatte mich durch die Luft fliegen lassen und ich landete zum zweiten Mal hart.
Schnell drehte ich mich auf die Seite, nur um von ihrem Fuß erwischt zu werden. Diesmal hob mich ihr Tritt in die Luft, wie ein Fußball und ich prallte an einer Wand ab.
Schmerzen durchflossen meinen Körper und ich bekam keine Luft mehr.
Mit meinen Händen krallte ich mich rücklings an der Wand fest, um auf den Beinen zu landen.
Das Biest war schnell bei mir und schlug mir immer wieder in die Seite. Jeder Schlag zertrümmerte etwas in meinem Körper.
Es dauerte nicht lange, bis ich wieder auf dem Pflaster lag und leise wimmerte.
Die Schläge setzten plötzlich aus. Ich erkannte meine Chance und rappelte mich auf.
Tränen vernebelten meinen Blick.
Meine Gegnerin hatte sich zu Winter und der dunklen Gestalt umgedreht.
Schnell erhob ich meine Fäuste und zögerte. Eigentlich schlug ich keine Frauen. Das stimmte allerdings nur bedingt. Eigentlich schlug ich mich überhaupt gar nicht. Das letzte Mal, dass ich mich geprügelt hatte, war in der Realschule. Damals hatte ich schmerzhaft erfahren, dass ich zu schwach für Handgreiflichkeiten war und hatte beschlossen, Pazifist zu werden. Manchmal werden Überzeugungen aus Erfahrungen geboren.
Solange meine Gegnerin abgelenkt war, konnte ich mich wehren.
Plötzlich wirbelte sie zurück und ich bemerkte, dass ich zu lange gezögert hatte.
Mit ihrer rechten Hand holte sie erneut zu einem Schlag aus.
Ich duckte mich, ohne wirklich zu wissen, wohin sie zielte und sie traf mich direkt an der Schläfe.
Hätten mich meine Eltern in meiner Kindheit zum Kampfsport angemeldet, wie ich es gerne gehabt hätte, und nicht zum Tennis, was ich gehasst habe, dann hätte ich jetzt bestimmt bessere Reflexe und keine Abneigung gegen Ballsportarten. In diesem Moment fühlte ich mich wie eine Flipperkugel, die von einem Flipper mit aller Kraft direkt gegen eine Bande gespielt wird.
Weitere Tritte und Schläge trafen mich am gesamten Körper.
Ich wartete auf die nächste Pause.
Als diese kam, sprang ich auf.
Mein linker Arm war taub und unbeweglich. Er hang an mir hinab, wie ein nasses Seil. Meine rechte Hand ballte ich zur Faust und versuchte, sie in Richtung meiner Angreiferin zu lenken.
Ich verfehlte ihren Kopf um wenige Zentimeter und wurde durch den Schwung nach vorne gerissen.
Meine Füße gehorchten mir nicht mehr und ich taumelte nach vorne.
Mit der linken Schulter prallte ich gegen ihren Kopf und riss sie ebenfalls mit mir.
Sie versuchte, sich auf den Füßen zu halten, fand jedoch in der dünnen Schneeschicht keinen Halt. Wir beiden knallten gleichzeitig auf den Boden. Als wir aufschlugen, begrub mein Körper ihren. Ihr Kopf prallte mit lautem Dröhnen auf dem Pflaster auf.
Als ich ihr ins Gesicht sah, hatte sie die Augen geschlossen. Ich konnte keine Regung erkennen und rappelte mich auf.
Auf der anderen Seite des Platzes kämpfte Schnee gegen Dunkelheit. Alle Schneeflocken steuerten zielgerichtet auf einen Fleck, der aus einem massiven Schwarz bestand. Die weiße Pracht verschwand hinter einem Vorhang aus schwerem Samt.
Auf der einen Seite stand Winter, die Speere aus Eis schleuderte. Auf der anderen Seite stand die vermummte Gestalt, die mit überdimensionalen Schatten kämpfte. Diese Schatten waren wie Peitschen, die sich zu allen Seiten ausbreiteten.
Ein langes schwarzes Seil raste auf Winter zu. Diese zerschnitt die Schnur mit einem Eiszapfen, den sie in der Hand hielt.
Ich trat vorsichtig auf das Schauspiel zu, welches sich mir bot.
Mein Körper fühlte sich an, wie ein Sandsack, welcher aus vielen Seiten Inhalt verlor. Ich fühlte, wie meine Kraft mich verließ und auf die Erde floss.
Die Füße konnten mich kaum tragen und mein Rücken schien aus Gummi und vollgestopft mit Schmerzen.
In diesem Zustand konnte ich Winter kaum helfen.
Sie durchschnitt erneut einen Schatten mit dem leuchtenden Eiszapfen und ging einen Schritt näher auf das Wesen zu. Mit der anderen Hand gebot sie dem Schnee, der jetzt vertikal in Richtung des Dunkelen fiel.
Langsam und mühsam kämpfte ich mich nach vorn.
Plötzlich fasste mich etwas an der Schulter und drehte mich um die eigene Achse. Ich blickte in das Gesicht der Fremden. Ihre Haare hingen ihr zu allen Seiten und ihr Blick war wild.
Sie hatte erneut die Faust zum Schlag erhoben. Diesmal würde sie wohl erst von mir ablassen, wenn ich mich nicht mehr rührte.
Mühsam versuchte ich, den Schlag abzufangen. Es gelang mir, meinen rechten Arm nach vorne zu strecken, um die Wucht abzulenken.
Ich spürte den Schmerz und wusste, dass jetzt auch meine rechte Seite taub wurde.
Taumelnd kippte ich um.
Aus der Position konnte ich erkennen, dass ein schwarzes Seil Winter gefangen hielt, während ein weites auf ihren Oberkörper zuraste.
Meine Angreiferin stand über mir. Sie ließ ihre Füße immer wieder in mich fahren. Jetzt trafen mich auch Tritte am Kopf.
Ich schloss die Augen und zog mich zurück. Hier konnte ich nichts mehr gewinnen. Dunkelheit umgab mich.
Jeder Knochen und jeder Muskel schmerzten. Mühsam öffnete ich die Augen und musste sie sofort wieder schließen. Helles Licht umgab mich.
Die Kälte war mir in die Knochen gefahren. Mein Mund war voller Schnee und meine Kleidung war durchnässt.
Die Kraft schien erst langsam wieder zurück zu sickern, wie das Wasser ein Bot durch ein kleines Loch füllt. Die Schmerzen blieben mir, wie die Ruinen einer vor Jahrtausend verlassenen Stadt in der Wüste.
Sehr langsam zog ich meine Arme unter meinem Körper weg und versuchte mich aufzurichten.
Zweimal rutschten meine Hände aus und ich landete im Schnee.
Ich blinzelte die Helligkeit weg.
Der Marktplatz war verlassen.
Wahrscheinlich war ich ein paar Minuten ohnmächtig gewesen.
Sowas war mir noch nie passiert. Eigentlich kenne ich das gar nicht. Selbst wenn ich zu viel getrunken hatte – bisher gab es noch keine Lücken, an die ich mich nicht erinnern konnte. Blöderweise erinnerte ich mich immer sehr gut an den Blödsinn, den ich unter Alkohol verzapft hatte.
Keine Krankheit hatte mich bisher so geschwächt, dass ich nicht mehr wusste, was um mich passierte.
Die Sonne stand am Horizont. Nur der Schnee erinnerte daran, was hier passiert war. Meine Beine waren wie Gummi und ich kam nur wankend zum Stehen.
Winter war verschwunden. Meine Angreiferin und der Dunkle waren ebenfalls gegangen.
Auf der anderen Seite sah ich das zerstörte Ladenfenster. Aus der Tür des Ladens strömten Polizisten auf den Platz.
Ich sollte mich spurten und hier verschwinden, bevor ich merkwürdige Fragen beantworten musste.
Jeder Schritt tat mir weh.
Langsam ging ich in eine Seitengasse und lehnte mich an die Wand.
Hinter mir erklang ein Ruf. Ein Polizist war auf mich aufmerksam geworden. Wahrscheinlich suchten sie nach Zeugen für die außergewöhnlichen Vorkommnisse.
Meine Lust auf Aussagen ware allerdings nicht verflogen. Außerdem wusste ich sowieso nicht, ob ich sprechen konnte. Mein Gesicht fühlte sich so an, als hätte ein Pferd es mit den Hinterläufen zerschmettert.
Wo war Winter, wenn man sie braucht?
Vielleicht war sie in ihrer Wohnung? So schnell ich konnte, verließ ich die Gasse. Jeder Schritt ließ mich sicherer und schneller werden.
Ich musste zum Unterschlupf kommen und schauen, ob Winter dort hinkam.
s, den mir Sommer geschenkt hatte, kannte, dachte ich an die Schlüssel zu meiner Wohnung – bis ich mich daran erinnerte, dass ich sie bei der Polizei abgegeben hatte.
Auf keinem Namensschild entdeckte ich Winter. Ihre Wohnung war in der dritten Etage, also suchte ich in der dritten Reihe von unten. Diese Namen kamen mir unvertraut vor. Allerdings hatte einer der Klingelknöpfe gar kein Namensschild. Vielleicht war Winter zu faul gewesen, ihren Namen anzubringen. Sie würde sowieso keinen Besuch erwarten.
Ich klingelte und wartete. Es dauerte eine Weile, bis der Öffnungsmechanismus brummte und ich die Tür aufstieß. Vielleicht war Winter doch zu Hause.
Schnell nahm ich die Stufen nach oben.
Im richtigen Stockwerk schaute ein Penner aus einer der falschen Türen. Er hatte leider noch nicht einmal eine Jogginghose angestreift, sondern wartete in Feinripp-Unterwäsche auf mich. Die BHs in der Damenbekleidungsabteilung waren mir merklich lieber gewesen.
Der Herr war unrasiert – leider weder im Gesicht noch unter den Achseln, was dazu führte, dass stinkendes Akkupatz-artiges Gewächs aus exponierten Stellen aus seinem Unterhemd quoll. Natürlich wies das Unterhemd merkwürdige braune Flecken auf.
Erschrocken sagte ich: »Eigentlich wollte ich zu meiner Freundin. Sie wohnt neben ihnen.«
Der Fette stieß eine abschätzig gemeinte Fontäne aus der Nase. Dann streckte er die Oberlippe heraus und sagte: »Da haben sie sich aber eine nette Partnerin angelacht. Sie ist sich sogar zu fein, mich zu begrüßen.«
Dann fügte er hinzu: »Hat die Dame keine eigene Klingel?«
»Erst einmal ist sie nicht meine Partnerin, sonder nur eine Freundin. Zweitens wird sie ihre Gründe haben, sie zu ignorieren. Abschließend ist noch zu erwähnen, dass ich ihren Nachnamen nicht kenne. Sie wohnt eine Tür neben ihrer.«
Der Fette schnalzte mit der Zunge und sagte dann: »Wenn die Dame nicht da ist, will ich sie nicht im Flur lungern sehen.«
»Ich muss erst einmal versuchen, ob sie da ist. Sollte sie nicht anwesend sein, werde ich wieder verschwinden. Das verspreche ich ihnen.«
Der Mann nickte, drehte sich um und knallte seine Tür ins Schloss.

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